Die Band „CoolBreeze“ entstand 2006 durch „einen ganz blöden Zufall“

Wiedervereinigung 35 Jahre nach Ende der „Kolibris“

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Früher waren sie die „Kolibris“, heute spielen sie bei CoolBreeze: (v.l.) Werner Schierenbeck, Heinz Tödtmann und Walter Schofeld.

Weyhe - Von Vanessa Siemer. Heute spielen Werner Schierenbeck (69), Heinz Tödtmann (70) und Walter Schofeld (75) in der Band „CoolBreeze“. Doch bereits in den 1960er-Jahren tourten die Weyher als „Die Kolibris“ durch die Region. Als Jugendliche hatten sie damals ihre Band gegründet.

„Inspiriert wurden wir, als wir auf Klassenfahrt in den Harz gefahren sind. Dort waren andere junge Leute, die abends mit Gitarren Musik gemacht haben“, erinnert sich Werner Schierenbeck. „1961 und 1962 hatten wir unsere ersten Auftritte. Zu dieser Zeit war es einfacher, da es noch keine Diskotheken gab“, sagt Heinz Tödtmann. Viele ihrer Freunde und Bekannten wollten Feten feiern. Dadurch hätten sie zum Beispiel bei Jugendtänzen zwischen 16 und 18 Uhr gespielt. Alkohol habe es nicht gegeben. Darauf passte ein Jugendpfleger auf. „Das war im Prinzip betreutes Tanzen für Jugendliche“, sagt Heinz Tödtmann und schmunzelt.

Sie begannen mit dem so genannten Skiffle. Außer auf zwei Gitarren und einem Banjo spielten sie auf Waschbrett und Teekistenbass. Kurze Zeit später bekamen sie ein altes Militärschlagzeug und nutzten ein Radio als Verstärker für ihre Gitarren.

In den folgenden Jahren traten sie an vielen verschiedenen Orten in Bremen, Bremerhaven und Umgebung auf.

Vor allem Lieder von Elvis Presley hätten sie oft gespielt. „Das Beste war, dass wir Musik gemacht haben und dass es diese Band überhaupt gab“, erklärt Heinz Tödtmann.

1971 lösten sich die „Kolibris“ auf. Manche der Bandmitglieder heirateten, mussten zur Bundeswehr, oder sich um den Beruf kümmern. Außerdem erwuchs in den Diskotheken eine Konkurrenz. Nur im Privaten spielten die Männer noch.

35 Jahre später gab es die Wiedervereinigung: 2006 gründeten die Veteranen die Band „CoolBreeze“. „Das war ein ganz blöder Zufall.“ Ein Bekannter habe Geburtstag gehabt und hatte den Wunsch, dass die Band 35 Jahre nach dem letzten Auftritt auf dem Geburtstag seiner Frau spielt.

„Wir haben uns dann beratschlagt und uns gesagt, wenn wir es nicht versuchen, dann werden wir auch nicht herausfinden, ob wir es noch können“, erinnert sich Walter Schofeld.

Vor dem besagten Geburtstag übten sie zwei Mal, das musste ausreichen. Der Auftritt, der eigentlich von 11 bis 13 Uhr angesetzt war, wurde bis in den Abend verlängert. Die Zuhörer waren begeistert. „Das hat uns motiviert, wieder anzufangen“, sagt Walter Schofeld. „Wir begannen zu proben, und kurz danach kamen weitere Anfragen“, erinnert er sich.

„Wir haben unseren Musikstil komplett geändert. Es sind nur noch wenige Songs aus den 1960ern. Wir spielen Musik aus allen Jahrzehnten, aber immer nur Lieder, die uns Spaß machen.“ Früher hätten sie nur selten Open-Air gespielt, heute seien sie fast nur noch auf solchen Veranstaltungen.

Der damalige Name „Die Kolibris“ sei entstanden, weil jemand einmal zu ihnen gesagt hätte, dass sie verrückte Vögel seien, erklärt Walter Schofeld. Um mit ihrer damaligen Band nicht verwechselt zu werden, nannten sie sich „CoolBreeze“. Der ähnliche Klang ist aber Absicht. „Wir wollen nicht immer noch als die Kolibris gesehen werden. Wir sind jetzt CoolBreeze“, sagt Tödtmann.

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