Ehemaliges Gärtnerei-Areal

B-Plan-Entwurf: „Die Bahn ist da, man kann heute hingehen“

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So soll sich die Siedlung auf dem ehemaligen Gärtnerei-Areal zwischen der Bahn und der Auffahrt zur Brücke einfügen.

Lahausen - Von Sigi Schritt. Einstimmig haben am Dienstagabend die Mitglieder des Bauausschusses dem Rat empfohlen, den Bebauungsplan „Am Bahndamm/Alte Gärtnerei“ auszulegen.

Dort, wo sich früher Gewächshäuser befanden, soll optisch eine „weiße Siedlung“ entstehen. Wie Katharina Günther vom Bremer Büro Ulbrich Ingenieurplanungen in der Mensa der Grundschule Kirchweyhe ausführte, seien insgesamt vier verschiedene Wohnformen geplant: Doppelhäuser mit zehn Wohneinheiten, Reihenhäuser mit vier, ein Einfamilienhaus und vier Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus. Alle zusammen haben eines gemeinsam: eine eingeschossige Bauweise, mit einem Staffelgeschoss und flache Dächer. Die Außenhülle ist grau verklinkert und der Putz weiß.

Über den Geschmack lässt sich immer streiten, was auch prompt an dem Abend geschah. Um das Aussehen geht es aber nicht, stellte Ingrid Söfty (CDU) fest. Sie selbst sei kein Anhänger von Flachdächern, fügt sie hinzu. „Ich gehe davon aus, dass der Investor weiß, was er tut“, so Annika Bruck von den Grünen.

Planerin Günther wies außerdem darauf hin, dass die Verfahrensschritte der „frühzeitigen Beteiligung“ sowohl der Öffentlichkeit als auch der Behörden zwischen August und Oktober erfolgt seien. Sie verwies auf Untersuchungen zum Schall, zum Baugrund und auf eine chemische Analyse des Bodens. Außerdem sei ein Oberflächenentwässerungskonzept geplant.

Ingenieurin Katharina Günther erklärt, wie sich der Bahnlärm auf die geplanten Häuser auswirken kann.

Bürger hätten hauptsächlich Verständnisfragen zum städtebaulichen Konzept, zur verkehrlichen Situation und zur Immissionsbelastung geäußert. Außerdem berichteten Anwohnern von ihren Erfahrungen in Sachen Lärm, schilderte Günther. Es sei kein Geheimnis, dass auf der Bahnstrecke neben ICE/IC- auch Regional- und schwere Güterzüge rollen. Schon jetzt sei aber klar, dass keine Lärmschutzwände installiert werden sollen. 

Das Planungsbüro hat Lösungen parat – wie zum Beispiel einen passiven Lärmschutz zu errichten mit Bauteilen, die eine gewisse Stärke haben. Die Politik müsse zudem bestimmte Schallpegel-Werte festschreiben: etwa den für Schlafräume auf den Referenzwert drei setzen. Das bedeutet, dass sich daraus Lüftungsregeln ableiten. 

Wer schläft, möchte frische Luft haben, und wenn der Schall einen höheren Wert als den geforderten haben würde, müsse zum Beispiel laut Berthold Groeneveld (SPD) über eine schallgedämpfte Lüftung nachgedacht werden. Der Pegel dürfe 30 Dezibel in Schlafräumen nicht überschreiten. Zum Thema Lärmbelastung lautet die Botschaft von Berthold Groeneveld (SPD): „Die Bahn ist da, man kann heute dort hingehen.“

Zu diesem Tagesordnungspunkt hatte sich übrigens sein Fraktionskollege Frank Seidel demonstrativ in die Reihen der etwa 20 Zuhörer gesetzt, weil er laut Groeneveld sich als befangen erklärte.

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