Gegenüber dem Vorjahr 200 Autos mehr verkauft

Autohaus Brandt aus Kirchweyhe auf Expansionskurs

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Mit Günter von Ahsen (M.) und Bernd Bielefeld sowie Tochter Pia arbeiten im Autohaus Brandt drei Generationen unter einem Dach zusammen. Das Bild zeigt den neuen Nissan-Ausstellungsraum.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Die Autohaus-Brandt-Gruppe blickt auf ein erfolgreiches, wirtschaftliches Jahr zurück. Wie die beiden Geschäftsführer Günter von Ahsen und Bernd Bielefeld auf Anfrage berichten, sei ihr Unternehmen auf Wachstumskurs.

„Wir haben 2017 gegenüber dem Vorjahr 200 Fahrzeuge mehr verkauft“, sagt von Ahsen. Unterm Strich waren es an allen Standorten, also in Weyhe, Stuhr und Bremen, 2 .200 Neu- und 2 000 Gebrauchtwagen.

Positiv sei das erste Quartal für das neue Nissan-Haus gelaufen, sagen die Geschäftsführer. Es sei erst Mitte September dazugekommen. „Es läuft super an“, so Bernd Bielefeld. „Wir müssen uns im Verkauf und Service aber noch besser aufstellen.“ Zumindest eines stehe bereits fest: Das neue Gebäude werde noch eine Zeit reichen. Vorsichtshalber hatte die Autohaus-Brandt-Gruppe im vergangenen Jahr im Gewerbegebiet „Im Bruch“ eine weitere Fläche erworben, so Bielefeld. Sie liegt neben ihrer bereits vorhandenen Lagerfläche beim Weyher Sportverein.

Wie bereits berichtet, hatte das das Kirchweyher Unternehmen bereits im Dezember den Kurs für eine weitere räumliche Expansion abgesteckt und zum Jahresanfang das Autohaus Behrens in Achim mit seinen 47 Mitarbeitern übernommen (wir berichteten). Nach dem vollständigen Erwerb der restlichen Gesellschaftsanteile des Autohauses Herbst in Stuhr trägt die Firma seit Jahresanfang ebenfalls den Namen Brandt. Seit Jahresbeginn kommt die Brandt-Gruppe auf mehr als 200 Mitarbeiter – davon 80 in Weyhe, 47 in Achim, 30 in Stuhr und 50 in Bremen. 

Folgen des Dieselskandals auch in Weyhe spürbar

Die Folgen des Dieselskandals des VW-Konzerns führten auch in die Weyhe Firma. Wie die Geschäftsführer von Ahsen und Bielefeld auf Nachfrage berichteten, waren in ihrem Kundenstamm 3 500 VW-und 1 500 Audi-Fahrzeuge betroffen. „Die Autos haben alle ein Software-Update bekommen“, so Bielefeld. Die Aufspielung habe eine halbe Stunde gedauert, ergänzt Serviceleiter Thomas Böttcher. Ein geringer Prozentsatz, fünf Kunden, hat jedoch laut Bernd Bielefeld wegen grundsätzlicher Probleme mit werksseitigen Verbrauchsangaben Klage vor dem Landgericht Verden eingereicht. Die Kläger durften nicht gegen den VW-Konzern, sondern mussten zwingend gegen einen Händler vorgehen. Zwei Klagen hätte Brandt bereits gewonnen, die anderen Verfahren seien noch anhängig. „Die Kunden forderten ihr altes Auto zurück, wären auch mit einem anderen Neuwagen einverstanden.“ Aus Weyher Sicht sei der Dieselskandal abgehakt. „Wir schauen nach vorne und hoffen, dass VW aus den Schlagzeilen kommt“, so von Ahsen.

Auszubildende Sarah Jürgens, Serviceleiter Thomas Böttcher und Werkstattleiter Wolfgang Lammertz (v.l.) zeigen die Station, mit der Software-Updates übertragen worden sind. 

Noch viel Luft nach oben sei bei den Elektroautos. Brandt habe – trotz Prämie als Anreiz – gerade mal knapp zehn Autos veräußert. Dabei sei der Weyher Standort bestens ausgerüstet: mit Hochvolttechnikern in der Werkstatt und sechs Ladesäulen auf dem Außengelände. Zwei davon sind öffentlich zugänglich. Günter von Ahsen und Bernd Bielefeld glauben, dass der Absatz der E-Autos in den nächsten Jahren anziehen wird.

Der VW-Konzern entwickele ein völlig neues Modulkonzept, das bei kleineren Fahrzeugabmessungen einen sehr großen Innenraum haben werde. Die Reichweiten werden deutlich erhöht. Die Geschäftsführer sind sich sicher, dass der Herstellungspreis der Batterien deutlich sinkt. Das werde sich auf den Verkaufspreis niederschlagen. Beide sind aber froh, dass die Zukunftstechnik nicht mit einem Schlag den Markt der Autos mit Verbrennungsmotoren ersetzt. Denn die E-Autos kommen fast ohne Getriebe aus. „Und wir benötigen die Hälfte unseres Teams nicht mehr. Das wäre für uns keine gute Zukunft.“

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