Ausstellung mit Arbeiten von Elisabeth Schuller-Köster in der Wassermühle Sudweyhe

Neue Werke aus zerquetschtem Metall

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Elisabeth Schuller-Köster in der Wassermühle.

Sudweyhe - Von Angelika Kratz. Im künstlerischen Schaffen von Elisabeth Schuller-Köster genießt Handarbeit Priorität. Allerdings verstrickt sie keine Fäden aus Wolle oder näht akkurat Stoffbahnen zusammen. Das bevorzugte Material der studierten Agraringenieurin ist Eisen, und das muss auch noch vom Schrottplatz stammen. Meist schon zusammengepresst und hinsichtlich ihres Ursprungs nicht mehr eindeutig identifizierbar, finden die Fundstücke in der Oldenburger Werkstatt von Elisabeth Schuller-Köster eine neue Verwendung.

Wie gelungen dies sein kann, zeigt die momentane Ausstellung in Sudweyhe. „Eisen bewegt“ ist der 14 Werke umfassende Ausschnitt überschrieben. Die Objekte hätten keinen besseren Rahmen finden können als unter den uralten Balken der Wassermühle.

„Ziege und Meer“, „Volle Fahrt“ und „In Sicherheit“: Die Titel schicken die Fantasie auf Reisen. Bei Elisabeth Schuller-Köster geht es mal mit dem Boot über die Meere oder mit dem Wagen über die Landstraßen. Die Künstlerin verordnet dem schweren Material Eisen Bewegung und haucht ihm gleichzeitig mit Segeln aus Drahtstücken noch Leichtigkeit ein. Die Gegensätze machen ihre Werke spannend.

Kleine polierte Menschenfiguren sowie Monde, Nixen und Häuser prägen das Geschehen und bilden Geschichten, die unbedingt erzählt werden möchten. Auch Holzfunde erstrahlen in einem neuen Licht.

Eigentlich wollte Elisabeth Schuller-Köster vor 14 Jahren ihren VHS-Kurs „Schweißen“ dazu nutzen, eigene Gartendeko herzustellen. Es wurde mehr daraus, denn offensichtlich warteten Flex, Schweißgerät und Co. nur auf die kreativen Hände der gebürtigen Auricherin. „Ich liebe den Geruch von Schrottplätzen“, sagt sie. Diese Quelle der Inspiration dürfte bestimmt nicht jeder nachvollziehen.

Die Künstlerin treibt eine ungewöhnliche Leidenschaft um, aus altem, zerquetschtem Metall Neues zu machen. Nicht alles ist ohne Weiteres zu erwerben. Das Mondauto aus 200-jähriger Eiche etwa müsste schon genau den richtigen Interessenten finden. „Unverkäuflich“ gilt indes eindeutig für den Sensenmann mit dem Titel „Nicht von dieser Welt“. Die eher an einen afrikanischen Massai erinnernde Figur hat Schuller-Köster tatsächlich aus einer alten verrosteten Sense hergestellt. Eine wunderschöne Arbeit, die ihre sensible Wahrnehmung des Materials als Ausgangspunkt und den Blick auf das Ergebnis beweist.

Weyhes Kulturbeauftragte Tina Fischer führte die Gäste während der Vernissage in die Schaffensweise von Elisabeth Schuller-Köster ein und lenkte die Blicke auf filigrane Drähte, stilisierte Figuren, auf Heiteres und Nachdenkliches. Die musikalische Untermalung übernahm Lucia van Züren am Klavier.

Zu sehen ist die Ausstellung „Eisen bewegt“ bis 13. Dezember sonnabends zwischen 15 bis 18 Uhr sowie sonn- und feiertags zwischen 11 und 17 Uhr.

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