Hohe Nachfrage – knappes Angebot

Konzept für bezahlbaren Wohnraum in Weyhe

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Im Kirchweyher „Bankenviertel“ entsteht bald ein kleines Wohngebiet in zweiter Reihe.

Weyhe - Von Philipp Köster. Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen in Weyhe – dieses Ansinnen der SPD klingt im Bremer Umland nach der Quadratur des Kreises.

„Die Preise lassen sich nicht durch Ausweisung regulieren. Jeder, der im Speckgürtel ein Grundstück verkauft, möchte einen möglichst hohen Preis erzielen“, brachte denn auch CDU-Ratsfrau Ingrid Söfty am Dienstagabend im Bauausschuss eine marktwirtschaftliche Binsenweisheit vor. Hohe Nachfrage – knappes Angebot, das treibt die Preise in die Höhe.

Baudirektor Steffen Nadrowski untermauerte das mit Zahlen der „NBank“: Lagen die Immobilienwerte zwischen 2008 und 2012 sogar noch unterhalb der Inflationsrate, stiegen Kauf- und Grundstückspreise sowie Mieten seitdem in Weyhe an. Das gemeindliche Konzept der Wohnbauentwicklung fuße noch auf alten Zahlen. Wolle man über eine angemessene Wohnraumversorgung vor dem Hintergrund steigender Nachfrage diskutieren, gelte es zu bedenken, welche Wohnformen, Qualitäten und Preissegmente infrage kämen.

Der Ausschuss diskutierte Möglichkeiten einer Fortschreibung des Entwicklungskonzepts Wohnen mit dem Ziel, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Denn auch wenn die Grundstücksvergabe des geplanten kleinen Baugebiet an der KGS Kirchweyhe nach sozialen Kriterien erfolgen soll – 220 Euro pro Quadratmeter sind nicht für alle Menschen bezahlbar.

SPD-Chef Frank Seidel regte an, bei der Veräußerung weiterer gemeindeeigener Grundstücke stärker auf die Bezahlbarkeit zu achten und brachte den Begriff Kinderbaugeld ins Spiel, also einen Zuschuss für die Eltern, wenn sie Nachwuchs haben. In den privaten Markt könne die Kommune nicht eingreifen, das sei ihm auch klar.

Annika Bruck von den Grünen erinnerte an den SPD-Antrag zur Errichtung einer Wohnbaugesellschaft, der aber erst in einem anderen Gremium zu anderer Zeit verhandelt werde. Bei der Fortschreibung eines gemeindlichen Konzepts müsse der Begriff Wohnraumversorgungskonzept mit hinein, „damit das Mietwohnen nicht hinten runterfällt“. Bürgermeister Andreas Bovenschulte hatte diese bei Kommunen aktuell gebräuchliche Begrifflichkeit vorgeschlagen. Der soziale Wohnungsbau erlebe zurzeit eine Renaissance. Man müsse schauen, ob Bauträger oder eine Gesellschaft „ohne Renditedruck“ für Projekte infrage kämen.

Am Ende verabschiedete das Gremium einstimmig den Auftrag an die Verwaltung, das bestehende als aktualisiertes Wohnraumversorgungskonzept kurzfristig fortzuschreiben.

Einfamilienhäuser in Erichshof bauträgerfrei

Unterdessen hat sich in der Vergangenheit Bauamtsleiter Nadrowski zufolge schon einiges getan. Weyhe liege im Vergleich zum Kreis und zu Niedersachsen bei den Baufertigstellungen vorn. Zurzeit seien vier Baugebiete mit insgesamt 70 bis 80 Wohneinheiten (WE) geplant: Zur Reithalle in Sudweyhe (15 WE), Bahnhofstraße II (30), Schulzentrum Kirchweyhe (12) und Lange Reihe in Erichshof (30). Zu letzterem gaben Nadrowski und Birgit Schramm vom Leester Bauträger „creativ“ dem Ausschuss Auskünfte. Die Planinhalte segneten die Mitglieder ab.

Wie berichtet, sind Einzel- und Doppelhäuser mit Grundstücksgrößen von 540 bis 650 beziehungsweise 270 Quadratmetern entlang einer neuen Straße geplant. Die Erschließung erfolgt über die Lange Reihe. Die Bauten sollen sich optisch in das bestehende Wohngebiet einfügen. Mehrgeschossbauten sind nicht erlaubt. Es soll Grünflächen, eine Regenrückhaltung sowie einen Spielplatz geben. Die Doppelhäuser seien durch Erker im Obergeschoss mit Traufhöhen von sechs Metern nominell zweigeschossig, die Dachkonstruktion deute aber optisch auf eingeschossige Bauweise hin. Die Einfamilienhäuser sind bauträgerfrei, „creativ“ verkauft nur die Grundstücke. Die Doppelhäuser entstehen in Bauträgerbindung. Das Unternehmen hatte sich mit den zuvor skeptischen Eigentümern über einen Verkauf einigen können. Nun folgt die Öffentlichkeitsbeteiligung.

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