„Aus der Geschichte lernen“

Weyher bringt Film „The Promise – Die Erinnerung bleibt“ wieder ins Kino

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Franka und Dirair Surnadchian aus Kirchweyhe interessieren sich für die Historie des armenischen Volkes.

Lahausen/Bremen- Von Sigi Schritt. „Wer die Gegenwart verstehen will, muss die Geschichte kennen und aus ihr lernen. Dabei darf der Völkermord in Armenie

n nie in Vergessenheit geraten“, mahnt Dirair Surnadchian. Der Weyher Unternehmer hat sich dafür eingesetzt, dass die Verantwortlichen des Cinestars Kristallpalast beim Weser-Park in Bremen am kommenden Samstag den mit Stars besetzten Kinofilm „The Promise – Die Erinnerung bleibt“ wieder ins Programm bringen. „Er zeigt eine leidenschaftliche Dreiecksgeschichte vor dem Hintergrund einer weltgeschichtlichen Katastrophe“, so Surnadchian. Die Auswirkungen seien noch heute als Spannungen zwischen der Türkei und Deutschland sichtbar.

Der Streifen entführt das Publikum in das Osmanische Reich des Jahres 1914, welches kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Chaos versinkt. Angeführt von einer hochkarätigen Starbesetzung um Oscar-Preisträger Christian Bale (Batman-Trilogie), Golden-Globe-Gewinner Oscar Isaac (Star Wars) und Charlotte Le Bon wird laut Verleih „ein dunkles Kapitel der Weltgeschichte zum treibenden Motor für großes, imposant ausgestattetes und erschütterndes Gefühlskino“, heißt es in der Ankündigung. „Mehr als ein Jahrhundert später will das Drama auf die grausamen Ereignisse aufmerksam machen.“

Eine Herzenssache

Für den Weyher Christen, der der armenisch-apostolischen Gemeinde in Bremen angehört, sei es eine Herzenssache gewesen, sich für den Film wegen „seiner Historientreue zum Völkermord an den Armeniern“ stark zu machen.

Dem Weyher sei es ein Rätsel, dass der 133-minütige Film kurz nach seiner Premiere wieder ausgelaufen war. Auch wenn es kein Mainstream-Film sei, sei er doch wegen seines Kontextes bedeutsam.

Surnadchian kritisiert, dass „alle türkischen Regierungen die Morde an den Armeniern weiterhin als Konsequenz des Krieges und nicht als den Versuch einer ethnischen Säuberung ansehen“. Das Thema ist deshalb hochaktuell brisant, weil der Bundestag vor mehr als einem Jahr die türkische Regierung verärgert hatte, als die Parlamentarier die Resolution „Erinnerung und Gedenken an den Völkermord an den Armeniern und anderen christlichen Minderheiten in den Jahren 1915 und 1916“ verabschiedet hatten. Der Bundestag hatte dabei „die unrühmliche Rolle des Deutschen Reiches“ bedauert, „das als militärischer Hauptverbündeter des Osmanischen Reichs trotz eindeutiger Informationen auch vonseiten deutscher Diplomaten und Missionare über die organisierte Vertreibung und Vernichtung der Armenier nicht versucht hat, diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu stoppen“.

Geschichte hat für Dirair Surnadchian einen hohen Stellenwert: In seinem Wohnzimmer hängt ein selbst gemachtes Kunstwerk, das den Berg Ararat zeigt, auf dem die Arche Noah angelandet worden sei, es zeigt das Völkermord-Mahnmal und die erste Kathedrale der Welt. „Die Armenische Apostolische Kirche ist die älteste Staatskirche der Welt“, sagt der Weyher. Der Überlieferung nach hätten die Apostel Judas Thaddäus und Bartholomäus christliche Gemeinden gegründet. Eine Einladung zum Filmabend haben auch der Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig (CDU) und sein Herausforderer aus Weyhe, Tefvik Özkan (SPD), erhalten.

Der Film läuft am Samstag um 19.30 Uhr im Cinestar Kristallpalast Bremen.

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