Herzensthema: die plattdeutsche Sprache

„Aufs Maul geschaut“: Digitalisiertes Wörterbuch von Heinz Tödtmann

Heinz Tödtmann ist mit der plattdeutschen Sprache groß geworden. Foto: heiner büntemeyer
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Heinz Tödtmann ist mit der plattdeutschen Sprache groß geworden.

Erichshof - Schon vor fünf Jahren startete Heinz Tödtmann unter www.erichshofer-Platt.de seinen eigenen Internet-Auftritt über sein Herzensthema: die plattdeutsche Sprache. In seinem Elternhaus wurde Plattdeutsch gesprochen. „Hochdeutsch war meine erste Fremdsprache“, gesteht der inzwischen 75-Jährige. Aber das Platt, mit dem er groß geworden ist, sprechen nur noch wenige. Er ist auch davon überzeugt, dass diese schöne bildhafte Sprache keine Zukunft mehr hat.

Aber Heinz Tödtmann will sich nicht einfach damit abfinden. Im Gegenteil, er versucht „sein“ Plattdeutsch zu retten. Dafür hat er nicht nur seinen eigenen Wortschatz katalogisiert, er hat auch seinen plattdeutschen Gesprächspartnern „aufs Maul geschaut“ und weitere Platt-Vokabeln gesammelt. Herausgekommen ist dabei ein inzwischen digitalisiertes Wörterbuch mit rund 12.000 Wörtern

In diesem Buch hat er nicht allein die hochdeutschen den plattdeutschen Begriffen zugeordnet, er hat noch eine dritte Spalte hinzugefügt. Darin benutzt er die plattdeutschen Wörter in Halbsätzen oder Redewendungen, um dem Leser den Verwendungszweck der Wörter und ihre Stellung im Satz zu vermitteln.

Plattdeutsch ist eine eigenständige Sprache

Sehr hilfreich ist für die Nutzer dieses Wörterbuches, dass Tödtmann die plattdeutschen Verben auch gleich konjugiert hat. Wo es ihm eben möglich ist, unterhält er sich auf Platt. In der Verwandtschaft sowieso, aber auch in plattdeutschen Gesprächskreisen.

Eigentlich ist er, was sein Erichshofer Platt betrifft, eher ein Purist. Dazu muss man wissen, dass Platt kein Dialekt, sondern eine eigenständige Sprache mit zahlreichen kleinräumigen Dialekten ist. „Schon im Nachbardorf klingen einzelne Wörter anders“, berichtet er. In der Sprachwissenschaft spricht man von „Isoglossen“, die sich durch die Aussprache einzelner Wörter von anderen unterscheiden. Als Beispiel nennt er den Begriff „Kühe“, die in Leeste als „Kaai“ und in Syke als „Keu“ bezeichnet werden.

Heinz Tödtmann lobt Johann Sass, der 1956 maßgeblich an einer umfassenden Aufstellung von Regeln für die plattdeutsche Rechtschreibung beteiligt war, aber dabei angesichts der Vielzahl an Dialekten die lokalen Besonderheiten zwangsläufig außer Acht ließ. Diese Lücke möchte Tödtmann für sein Erichshofer Platt füllen, indem er seine Textbeiträge so schreibt, wie sie in der Isoglosse Erichshof gesprochen werden. 

Plattdeutsche Verben zum Lernen als Audiodatei

Tödtmanns Ziel ist der Erhalt des reinen Erichshofer Platt und zwar nicht als Schriftsprache sondern in der Aussprache. Daher überlegt er, ob er seine gesammelten Vokabeln zum Anhören als Audiodatei auf seiner Webseite anbieten sollte.

Grundsätzlich möchte er zu gerne das Interesse an der plattdeutschen Sprache wecken, die er als „Liebhaberstück“ mit einem Oldtimer vergleicht, der auch nur mit Originalteilen restauriert werden kann. Mit seinem Wörterbuch möchte er den Menschen „Originalteile“ an die Hand geben und sie anregen, Plattdeutsch zu lernen und sich zu trauen, Platt zu sprechen.

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