Sabine und Wolfgang Kahlke beschicken Wochenmärkte und verkaufen Gewürze und Essige

Auf Abschiedstournee: Am Samstag ein letztes Mal in Weyhe

Haben einen ehemaligen Bäckerei-Wagen selbst umgebaut: Sabine Kahlke und ihr Mann Wolfgang.
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Haben einen ehemaligen Bäckerei-Wagen selbst umgebaut: Sabine Kahlke und ihr Mann Wolfgang.

Für ein Jahrzehnt waren Sabine und Wolfgang Kahlke auf den Wochen- und Bauernmärkten der Region zuhause. Am Monatsende ist ihre regelmäßige Tournee abgefeiert. Dann tritt das Paar in den Ruhestand ein. Doch zuvor will es ein letztes Mal am Samstag den Markt in Weyhe mit Gewürzen und Ölen beschicken.

Weyhe – Sabine Kahlke und ihr Mann Wolfgang sind auf einer Abschiedstournee: Am Samstag stehen sie mit ihrem Verkaufsstand ein letztes Mal auf dem Weyher Wochenmarkt und verabschieden sich von ihren Stammkunden. Sie feiern runden Geburtstag und ihren baldigen Eintritt in den Ruhestand zugleich. Ende des Monats ist Schluss, das Paar zieht nicht mehr mit seinem Verkaufsstand durch die Region.

Zehn Jahre lang war das Paar regelmäßig auf Märkten und verkaufte Tee, Trockenfrüchte, Nüsse, Dip-Mischungen, Gewürze sowie Olivenöle und Essige. „Reich werden kann man als Marktbeschicker nicht“, sagt die 63-jährige Unternehmerin selbstkritisch, doch wenn man fleißig sei, könne man von seiner selbstständigen Arbeit leben. „Das bedeutet, dass man schon mal um vier Uhr morgens aufstehen muss“, sagt sie. Weshalb so früh? Wenn man auf einem Markt einen Stand in der Mitte hat, muss man viel eher an diesem Ort sein und aufbauen als die Mitbewerber an den Seiten.

Ihre Waren beziehen Sabine und Wolfgang Kahlke von Großhändlern aus Deutschland. Marktbeschicker zu sein, ist ein Vollzeit-Job, sagt sie. Donnerstags sei sie in Habenhausen, freitags in Hude, an jedem zweiten Samstag in Kirchweyhe, an jedem dritten in der Vahr und am vierten Samstag im Monat stehe sie in Delmenhorst. Seit Beginn der Corona-Pandemie sei der Standort Bremen-Findorff weggefallen. Am Anfang, also vor zehn Jahren, hätten sie sich sogar drei Mal in der Woche dort hingestellt. „Wir haben aber schnell festgestellt, dass unser Geschäft nicht rentabel war, weil wir keine Waren des täglichen Bedarfs haben.“ „Wer 100 Gramm Curry kauft, verbraucht die Gewürzmischung nicht in einer Woche“, sagt Sabine Kahlke. Deshalb habe sich das Unternehmerpaar in der Region umgesehen. Inzwischen zählen Bauernmärkte wie etwa bei Nobel in Moordeich und auf dem Areal des Syker Kreismuseums ebenso zum jährlichen Tourneeplan.

Sabine und Wolfgang Kahlke selbst wohnen in Habenhausen. So lag es nahe, sich im nahen Kreis Diepholz umzusehen. In Weyhe wurden sie damals schnell fündig.

Wie sie das Publikum beschreiben? „Die Kirchweyher sind sehr nett“, sagt sie. Ihr Mann beschreibt die Wochenmarkt-Besucher als „entspannt“ und als „kauffreudig“. Die Besucher seien jederzeit für einen Schnack über den Tresen zu haben. „Das sind die zwischenmenschlichen Beziehungen, die es in einem Supermarkt oder Discounter längst nicht mehr gibt“, sagt Kahlke. „Auf dem Wochenmarkt redet man mal ein Wort.“

Außerdem erzählt das Paar viel Wissenswertes über die Gewürze. Die gelernte Hauswirtschaftlerin kann ihr geballtes Wissen als langjährige Volkshochschul-Dozentin ebenso einbringen wie als ehemalige Leiterin einer Großküche. Und die Besucher der Märkte nehmen die Tipps gerne an. Was ihre Kunden unbedingt probieren müssten? „Frische, rote Bete in Kombination mit unserem Blaubeeren-Crema-Essig. Das ist der Hammer“, sagt sie. Sie schätzt diese Kombination, weil man die Erdigkeit der roten Beete ebenso schmecke wie die Fruchtigkeit der Blaubeeren.

Für den Sommer sollten sich die Kunden mit Gewürzen eindecken, um sie mit Quark zu verrühren. Das ergebe einen wunderbaren Brotaufstrich. „Da unsere Gewürze nicht mit Salz gestreckt sind, kann man Speisen auch nicht versalzen.“ Sabine Kahlke rät zudem, beim Kochen viel zu experimentieren. Diesen Schnack über den Tresen werde sie sicherlich vermissen. Für den Ruhestand hat die Bremerin noch sehr viel vor: Reisen mit ihrem Wohnmobil rund um die Ostsee, kündigt die 63-Jährige an.

Von Sigi Schritt

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