Aron Vogt aus Sudweyhe ist Cheerleader bei den „Wings of Fire“

Cheers und Jumps – Muskelkater inbegriffen

Unerwarteter Erfolg: Aron Vogt ist zusammen mit seinem Cheerleader-Team Vize-Europameister geworden.
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Unerwarteter Erfolg: Aron Vogt ist zusammen mit seinem Cheerleader-Team Vize-Europameister geworden.

Sudweyhe - Von Nina Baucke. Sie tanzen sich durch gefühlt jeden amerikanische High-School-Teenie-Film, tragen die Haare immer zu einem Pferdeschwanz gebunden und halten in den Händen glitzernde Pompons: Cheerleader. So jedenfalls das Klischee. Das Cheerleading aber mehr als das ist und auch anders kann, beweist Aron Vogt aus Sudweyhe.

Denn der 16-Jährige ist Cheerleader in der Mannschaft „Wings of Fire“, die mit weiteren Teams zu den „Bremen Firebirds“ gehört. Schon vor einigen Jahren schwappte die US-amerikanische Sportart nach Deutschland, heute gibt es rund 400 Cheerleader-Teams in der ganzen Republik. Aber auch hier hält sich das Klischee vom Mädchensport. „Das ärgert mich manchmal“, gibt Aron zu. „Aber ansonsten kümmert mich das nicht. Viele wissen einfach nicht, dass ein Cheerleader schon einiges an Kraft haben sollte. Und es ist einfach etwas anderes als so ein klassischer Männersport wie Fußball.“ Mit dieser Einstellung ist er bei den „Wings of Fire“ nicht alleine, außer ihm sind zwei weitere Jungen im Team dabei. Aus Weyhe ist er allerdings der einzige.

Seit vergangenem Jahr tanzt er Mitglied bei den „Wings of Fire“, über eine Freundin ist er überhaupt erst auf diesen Sport getroffen. „Sie hat mich gefragt, ob ich turnen kann. Und da ich das mal eine Weile gemacht hatte, bin ich neugierig geworden.“ Solche Vorkenntnisse sind für das Cheerleading nicht das Schlechteste: „Turnen und jede Menge Ausdauer sind echt wichtig dabei. Und natürlich Rhythmusgefühl. Wichtig ist, die Stunts genau auf die Counts zu machen.“ Mit „Counts“ ist das Zählen von eins bis acht gemeint, als Taktgeber für die einzelnen Elemente, Bewegungen und Figuren, den „Motions“, „Cheers“ und „Jumps“, erklärt Aron. Er und die beiden anderen Jungs im Team bilden oft die „Base“ – sozusagen das Grundgerüst für die oft sehr waghalsig aussehenden Figuren. „Dafür braucht man schon einiges an Kraft. Deswegen machen wir zum Aufwärmen neben Gymnastik viele Konditionsübungen, Liegestütze und Situps. So viel, dass ich nach dem Training noch eine ganze Weile mit Muskelkater zu tun habe“, erklärt Aron mit einem Lachen.

Aber egal ob Muskelkater oder nicht – der Einsatz hat sich bislang gelohnt: Denn die „Wings of Fire“ sind amtierende Vize-Europameister, hinter den Wild Panthers aus Potsdam. „Wir haben uns im Vorfeld gar nicht soviel ausgerechnet. Als ich dazu gekommen bin, stand die Choreografie noch ganz am Anfang, dazu waren einige Neue dabei“, sagt Aron. „Aber es war total klasse mitzuerleben, wie wir uns so schnell gesteigert haben. Erst der dritte Platz bei der Deutschen Meisterschaft und dann das.“ Für die Europameisterschaft ist Aron mit seinen Mit-Cheerleadern Anfang Juli für fünf Tage in das britische Manchester gereist. Dort traten sie gegen Teams aus ganz Europa, darunter aus Russland, Polen und Großbritannien, an. „Jede Mannschaft bekommt nur einen einzigen Auftritt. Und da wird jede Einzelheit bewertet – die Schwierigkeit der Choreografie, die Ausstrahlung – und natürlich gibt es Punktabzug, wenn jemand runterfällt“, sagt der Schüler, der nach den Ferien die zehnte Klasse der KGS Kirchweyhe besuchen wird.

Wie im Fußball ist auch beim Cheerleading nach dem Spiel gleich vor dem Spiel: Denn auch, wenn die „Wings of Fire“ manchmal bei Football-Spielen in Bremen ihren Auftritt haben, nehmen sie schon die nächsten Wettkämpfe ins Visier. „Als nächstes stehen im März die Landesmeisterschaften an – dafür probieren wir dann wieder neue Sachen aus und konzentrieren uns darauf“, betont der 16-Jährige.

Noch ist Aron in der Altersklasse Juniors Coed U17, die nächste Stufe wären die Seniors. „Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, noch eine Weile weiterzumachen“, erklärt Aron. „Es ist ein toller Sport, der Spaß macht, und es ist schön, als Team so etwas zu erleben, lernen, sich gegenseitig zu vertrauen und einfach mal was anderes zu machen.“

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