Aron Vogt aus Sudweyhe ist Cheerleader im Team „Wings of Fire“

Weltmeisterschafts-Traum steht auf der Kippe

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Ist stolz auf seine bisherigen Leistungen: Europameister Aron Vogt zeigt seine errungenen Medaillen.

Sudweyhe - Von Vanessa Siemer. „Cheerleading ist nicht so, wie es in den Filmen aus Hollywood immer dargestellt wird – es hat auch nicht nur mit Puscheln zu tun“, erklärt Aron Vogt aus Sudweyhe. „Der Sport ist ziemlich anstrengend und leistungssteigernd. Man braucht Kraft und Durchsetzungsvermögen.“ Vogt muss es wissen, denn der 16-Jährige ist Europameister in der Kategorie Junior Coed U17.

Mit seinem Team „Wings of Fire“ von den Bremer Firebirds Cheerleadern (BFC) hat er die Deutsche Meisterschaft gewonnen und sich damit bereits zum zweiten Mal für die Europameisterschaft qualifiziert. In diesem Jahr gewannen sie das Turnier, das im kroatischen Zadar ausgetragen wurde. Gerne erinnert er sich an den Rückwärtssalto, den er in der Choreografie geturnt hat.

Die Trainer Nicole, Alexander und Frauke Balz arbeiten die Choreografie aus. Diese enthält Elemente wie Turnen, Pyramiden, Stunts und Cheertanz. Als Stunts werden Hebefiguren bezeichnet, an denen mehrere Personen beteiligt sind. Der Cheertanz besteht aus einer Kombination aus Sprechchören und Bewegungen.

„Eine Routine, also ein Durchlauf der Choreografie, bedeutet zweieinhalb Minuten pure Anspannung. Man muss immer lächeln, darf sich die Schwierigkeit nicht anmerken lassen und muss Fehler überspielen.“

Der Sport habe viel mit Vertrauen zu tun. „Wenn wir Pyramiden- und Partnerstunts machen, das heißt aufeinander stehen oder uns gegenseitig hochwerfen, müssen wir uns sicher sein, dass wir auch wieder aufgefangen werden.“ Das könne gefährlich werden, man bekomme leicht eine Hand, ein Knie oder einen Ellenbogen ins Gesicht. Höhenangst sei fehl am Platz, da man zum Beispiel bei einem „Basket“ in drei bis vier Metern Höhe turne.

Mit dem Turnier war Aron jedoch nicht zufrieden. „Die Veranstalter waren sehr unorganisiert. Sie hatten zu wenig Medaillen, ich zum Beispiel habe keine bekommen. Eigentlich wollten sie die Auszeichnungen noch nachschicken, aber bis jetzt ist immer noch nichts angekommen.“

Mit dem gewonnen Turnier im Gepäck, stünde jetzt eigentlich die Weltmeisterschaft an, die in diesem Jahr in Berlin ausgetragen wird. „Wir können aber wahrscheinlich nicht hingehen, weil eine andere Mannschaft antreten wird. Von wem das so entschieden wurde, weiß ich auch nicht“, sagt der Europameister betrübt.

Sein Team aus Bremen hat 15 Mitglieder, drei davon sind männlich. Bevor er dazukam, sei nur ein Junge dort gewesen, erzählt er. Vor zwei Jahren hat der 16-Jährige mit Cheerleading angefangen, nachdem ihn eine Freundin eingeladen hatte. Vorher hatte er schon geturnt und beherrschte daher bereits Rückwärtssaltos. „Das Training hatte mir sofort Spaß gemacht“, berichtet Vogt. Den Dritten, ein Freund von ihm, hat er dazugeholt. Aron ist einer von zwei Captains. Er macht Ansagen, ermutigt die anderen und hält die Sportler bei Problemen zusammen.

Das Training sei vielseitig und beinhalte das Aufwärmen und Dehnen, Turnen sowie Kraft- und Konditionsübungen. Trainingszeiten sind mittwochs zweieinhalb Stunden und sonnabends drei Stunden. „Man muss immer Zeit haben und Opfer bringen für diesen Sport, die Trainer verzichten auf jeden, der zu selten da ist“, erklärt der 16-Jährige. Einmal im Monat feuern sie meistens auch die Football-Mannschaften aus ihrem Verein bei Spielen an. Im Moment ist jedoch vier Wochen lang Sommerpause.„Unsere Trainer haben uns empfohlen, etwas für unsere Kondition zu tun. Ich gehe deshalb ins Fitnessstudio“, erzählt der ehemalige Schüler der KGS Kirchweyhe.

Da Aron bald 17 wird, muss er das Team wechseln. „Wahrscheinlich kann ich in das Senior Team aufsteigen. Dann fahre ich vielleicht auch mit ihnen zur Weltmeisterschaft im November.“ Vorher muss er jedoch beim „Try-Out“ – ein Vortanzen vor den Trainern – beweisen, wie gut er ist.

Dass Cheerleading von vielen als „Mädchensport“ gesehen wird, ist ihm egal. „Die meisten sind verwundert, wenn ich ihnen von meinem Hobby erzähle, aber ich erkläre ihnen dann, wie der Sport wirklich ist. Manche ziehen einen auf, aber das stört mich nicht.“ In diesem Jahr beginnt er eine Ausbildung als Industriemechaniker. Das Cheerleading wolle er trotzdem noch lange weitermachen, erzählt Aron.

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