Applaus ohne Ende nach Händels „Messias“ in der Felicianuskirche

Musikalischen Leckerbissen in den Nikolausstiefel gelegt

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Der Chor der Felicianuskantorei führt in der Weyher Kirche unter der Gesamtleitung von Elisabeth Geppert Händels „Messias“ auf. Begleitet wird das Ensemble vom Barockorchester „Bremer Ratsmusik“ und von vier Gesangssolisten.

Kirchweyhe - Von Rainer Jysch. Der Schlussapplaus in der Felicianuskirche schien am Sonntagabend kein Ende nehmen zu wollen. Das Publikum in der nahezu voll besetzten Kirche drückte so Dank und Anerkennung für die hervorragenden Leistungen der Künstler bei der Aufführung von Händels „Messias“ aus. Bereits im Februar hatten die Sänger mit den Proben begonnen. Jetzt machte die Felicianuskantorei, die im Sommer ihr 35-jähriges Bestehen gefeiert hatte, mit der rund zweieinhalbstündigen Darbietung sich selbst und den Zuhörern ein Geburtstagsgeschenk der besonderen Art.

Unter Leitung von Kantorin Elisabeth Geppert gelang den Akteuren ein Glanzstück: Der Chor der Felicianuskantorei Weyhe, das 20-köpfige Barockorchester „Bremer Ratsmusik“ und die Gesangssolisten Manja Stephan (Sopran), Kerstin Stöcker (Alt), Clemens C. Löschmann (Tenor) sowie Kai-Uwe Fahnert (Bass) vermochten in einer tadellosen Gesamtleistung die Besucher zu beeindrucken.

Das dreiteilige Werk „Messias“ ist Georg Friedrich Händels (1685 bis 1759) populärstes Oratorium, mit dem der Komponist eine neuartige Gattung schuf. Es ist ein geistliches Werk in englischer Sprache, das den gängigen Rahmen der englischen Kirchenmusik weit überschreitet und somit eine Sonderstellung in Händels Werken darstellt: Es hat keine Figuren im Sinne einer dramatisch geprägten Handlung, sondern ist vielmehr eine äußere Betrachtung über Christus von Prophezeiung, Geburt, Kreuzigung und Auferstehung bis hin zur Verherrlichung als Erlöser. Händel komponierte das gesamte Werk Mitte 1741 in der erstaunlich kurzen Zeit von nur einem knappen Monat.

Den wohl bekanntesten Chorsatz „Hallelujah“ hatte Händel ganz im Stil der englischen, geistlichen Vokalgattung verfasst. Das Musikstück wird bis heute gerne bei Staatsakten und Feierlichkeiten verwendet und erfüllte auch das Weyher Kirchenschiff mit würdigem Wohlklang.

Die Aufführung stach vor allem hervor durch das besonders ausgewogene, harmonische Zusammenspiel der ausnahmslos mit sehr guten Einzelleistungen glänzenden Künstler. „Man muss normalerweise lange Anfahrten in Kauf nehmen, um ein Konzert auf diesem Niveau genießen zu können“, meinte eine Zuhörerin am Ende der Veranstaltung. Am Nikolaustag bekamen die rund 500 Konzertbesucher den musikalischen Leckerbissen gewissermaßen vor der Haustür „in den Stiefel“ gelegt.

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