Unterschiedliches Echo auf B 6-Bauarbeiten auch im zweiten Abschnitt

Anwohner entspannt, Marktinhaber gefrustet

Die Arbeiter liegen mit dem Austausch des Fahrbahnbelags gut in der Zeit. Nach Aufbringung der zweiten Asphaltschicht folgen noch die Markierungsarbeiten. Spätestens am Freitag soll der Verkehr wieder strörungsfrei rollen, planen die Verantwortlichen. - Foto: Ehlers

Erichshof - Von Philipp Köster. Die Bauarbeiten an der Bundesstraße 6 gehen in die letzte Phase. Zurzeit wird der frische Asphalt in zwei Schichten aufgebracht. Am Freitag soll die Straße wieder komplett frei sein. Und auch im zweiten Abschnitt in Erichshof müssen Anlieger und Geschäftsinhaber mit Behinderungen leben.

Ulrike Reiter hat sich mit der Tatsache abgefunden. Die Inhaberin des Frisörgeschäfts „Figaro“ hat „keine Probleme. Es hat alles gepasst. Man konnte sich ja auch rechtzeitig auf die Arbeiten einstellen“. Frühzeitig sei sie durch ein ausführliches Infoblatt der Baufirma Matthäi und der Straßenmeisterei Bruchhausen-Vilsen informiert worden. Reiter hat nicht weniger Kunden bedient als zu „normalen Zeiten“. Allerdings habe sie auch eigentlich keine Laufkundschaft, wie zum Beispiel die anliegenden Bäcker. Zudem sei ihr Geschäft immer zugänglich gewesen. „Die Leute konnten bei den Supermärkten oder bei der Sparkasse parken.“

Wenige Meter weiter hat die gesperrte Zufahrt jedoch zu einer anderen Umgangsweise geführt. Das Bettenstudio hat seine Öffnungszeiten flexibilisiert, das Schuhgeschäft ist in dieser Woche geschlossen, wie jeweilige Aushänge verraten.

Anwohner Hans Markus Knief aus dem Schröderskamp teilt Ulrike Reiters Einschätzung. Die betroffenen Bürger seien zwei Wochen vor Beginn der Arbeiten im Detail informiert worden, sei es durch das besagte Infoblatt, sei es durch die Ankündigung in der Kreiszeitung.

Manche Geschäftsinhaber haben auf die Sperrung ihrer Zufahrt geantwortet, indem sie ihren Laden für die Dauer der Arbeiten schließen, etwa Kerstin Pieper vom Schuhgeschäft. - Foto: Köster

Die Anlieger können zurzeit den sonst gesperrten Schulkamp als Verbindung zur B 322 nutzen. Ein Pfosten sei entfernt und ein Schild abgehängt worden. Es gebe für ihn keinen Grund zur Klage, sagt Knief: „So ist das nun mal, wenn eine neue Straße gebaut wird. Und schneller ging es nicht. Es ist ja auch an den Samstagen gearbeitet worden.“ Zudem sei die Strecke an Ostern frei gewesen. „Und bei dem schönen Wetter am vergangenen Wochenende konnten wir feststellen, wie schön ruhig das ist ohne den vielen Verkehr“, sagt der 52-Jährige mit einem Augenzwinkern.

In die zuweilen geäußerten Klagen über die mit der Baustelle einhergehenden Probleme kann Hans Markus Knief nicht miteinstimmen. „Denn das sind Klagen auf hohem Niveau.“ Von diesem Urteil nimmt er allerdings manche Geschäftsinhaber aus. Er selbst hat beobachtet, wie sich bei Rewe und Aldi 40-Tonner blockiert hätten, die den Parkplatz als Ausweichstrecke genutzt hätten.

Hermann Mehrtens, Marktleiter von Rewe, ist entsprechend bedient. „Vor Ostern ist der gesamte Verkehr, der sonst über die Bundesstraße abfließt, über unseren Parkplatz gelaufen. Die Polizei war hilflos.“ Wie berichtet, hatten die Beamten keine Handhabe, den bloßen Durchgangsverkehr zu stoppen, weil nicht nachweisbar sei, dass die Autofahrer womöglich kurzfristig von einem Kaufansinnen Abstand nehmen.

Die Umleitung über den Parkplatz ist durch die Sperrung der Haupteinfahrt zwar vorbei. Doch genau diese Sperrung ist für Hermann Mehrtens ebenfalls übel. „Es wird immer schlechter.“ Hat er in der Zeit vor Ostern etwa 15 bis 20 Prozent an Umsatzeinbußen verzeichnet, so sind es in dieser Woche satte 30 Prozent. „Ich hoffe, dass es nächste Woche wieder besser wird.“

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