„Sorgenkind“ vor neuem Aussehen

Anwohner begrüßen Umgestaltung: Erichshofer Mahnmal nimmt neue Form an

Wird umgestaltet: Das Erichshofer Mahnmal und das ganze Areal drumherum.
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Wird umgestaltet: Das Erichshofer Mahnmal und das ganze Areal drumherum.

Anwohner und Spaziergänger in Erichshof begrüßen die Umgestaltung des Denkmal-Platzes. Das Erichshofer Kriegerdenkmal war schon seit einigen Jahrzehnten ein Sorgenkind. Reparaturen in den 1960er- und 1980er-Jahren waren nicht nachhaltig. Nun soll es komplett umgestaltet werden.

Erichshof - Ingrid Castens kommt am Erichshofer Areal seit fünf Jahrzehnten vorbei, sagt sie. „Das alte Kriegerdenkmal kannte ich“, sagt sie. Die Neugestaltung „finde ich sehr schön“. Wenn diese abgeschlossen ist, werde das Gesamtwerk „bestimmt gut aussehen“.

Es sei schon jetzt erkennbar, dass ein Platz mit Aufenthaltscharakter und Sitzmöglichkeiten entsteht.

Ähnlich äußern sich andere Spaziergänger wie Jaqueline und Stefan Trütner. Sie wohnen in der Nähe des Areals und gehen ebenso oft dort vorbei. Sie hätten das neu gestaltete Denkmal noch nicht ohne Bauzaun gesehen, aber was man schon erkennen könne, sehe schon sehr gut aus, sagt das Paar. Die neue Form und die Verarbeitung fallen ihr positiv ins Auge – eben kein klassisches Kriegerdenkmal. Dass die Tafeln neu eingeordnet werden, gefalle Jaqueline Trütner, zumal sie auf Basis der alten Steine in die neue Anlage integriert würden.

Kennt das alte Mahnmal und freut sich auf die neue Anlage samt Platz, der Aufenthaltsqualität verspricht: Ingrid Castens.

Wie es mal werden soll und was hinter dem Projekt steht, darüber geben zahlreiche Tafeln Auskunft, die am Bauzaun befestigt sind.

Seit langer Zeit das Sorgenkind unter den Kriegerdenkmalen

Die Tafeln informieren darüber, dass das Erichshofer Kriegerdenkmal schon seit einigen Jahren ein Sorgenkind war. Bereits 1961 wurde Hand angelegt. Handwerker füllten Fugen mit Zement auf. Das nächste Problem: Regenwasser drang in das Denkmalinnere ein. Zudem bildeten sich in der Granitsteinhülle, also im Zementmörtel der Fugen, diverse Risse. Dadurch gelangte ebenfalls Feuchtigkeit ins Innere. Frost- und Tauwechsel sorgten dafür, dass die Risse sich vergrößerten und der Zementmörtel zum Teil aus den Fugen herausfiel – dies waren die Gründe für eine zweite Sanierung im Jahr 1980.

Wie die Gemeinde informiert, habe man 1961 und 1980 lediglich Symptome bekämpft. In den nächsten Jahrzehnten wurden erneut mehr und mehr Fugenfüllungen schadhaft. Ein Bremer Fachbetrieb erhielt im Sommer 2017 den Auftrag, das Denkmal zu restaurieren. Nach wenigen Tagen wurden die Arbeiten eingestellt, da die Schäden größer waren als erwartet. Eine Kernbohrung lieferte 2018 Gewissheit, dass das Denkmal nicht mehr zu retten war. Was nun? Neuaufbau oder Wiederaufbau? Die Denkmalpflegebehörde hat 2020 den Abbruch genehmigt. An dessen Stelle soll nun unter weitgehender Verwendung der vorhandenen Materialien ein Mahnmal in neuer Form entstehen – zusammen mit einem Platz mit Aufenthaltscharakter.

„Die alten Absichten und Wertvorstellungen des Kriegerdenkmals sehen wir heute in einem anderen Licht“, sagt der Gemeindearchivar Hermann Greve. Es wirke befremdlich. Deshalb würden die Aussagen des Mahnmals eingeordnet, wenn in wenigen Wochen die Anlage fertiggestellt wird.

Von Sigi Schritt

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