Faltbootwanderer schultern Mammutprojekt

Aus Anstrich wird Kernsanierung

Vertreter von Vereinen, der Ratsparteien und der Verwaltung, der Sponsoren sowie des Gemeindesportrings freuen sich über die gelungene Sanierung zweiter Vereinszentren. - Foto: Ehlers

Dreye - Von Heiner Büntemeyer. Nach einer Bauzeit von etwa zehn Monaten haben die Wiking-Faltbootwanderer am Sonnabend ihr kernsaniertes Bootshaus am Gerlandsweg offiziell wieder in Betrieb genommen. Die Vorsitzende Claudia Gerkens begrüßte bei der Feier zahlreiche Mitglieder und Gäste, denen sie die wichtigsten Maßnahmen vorstellte.

1958 war der Verein gegründet worden, 1960 hatten die Mitglieder den Grundstein für das Gebäude gelegt, das damals noch an einem Stichkanal lag, der zur Weser führte. Inzwischen liegt der Baggersee direkt vor der Haustür, aber Haus und Inventar waren in die Jahre gekommen.

Ursprünglich habe der Vorstand lediglich geplant, das Bootshaus zu streichen, berichtete sie. Doch als die Aktiven Risse glätteten, sei stellenweise schon der Putz von der Wand gefallen. Schließlich habe sich das Gebäude als Wundertüte erwiesen und aus dem Anstreichen sei ein Arbeitsprojekt entstanden, das schließlich mehr als 50 000 Euro kostete – Geld, das der Verein nicht aus eigener Kraft bezahlen konnte.

Um so größer sei der Dank der Mitglieder für die umfangreichen Zuschüsse, die geflossen sind. Gerkens bedankte sich bei Wolfgang Schaumann, dem Sprecher des Gemeindesportrings, bei den Handwerkern, beim Kreis- und Landessportbund sowie bei den Weyher Ratsvertretern. Außerdem waren die Vereinsmitglieder bereit, bei den Arbeiten mit anzupacken und etwa 100 freiwillige Arbeitsstunden zu leisten. Andere Mitglieder unterstützten den Verein durch Spenden, wie Martin Cort und Marie Finkenberg, die vierstellige Summen überwiesen. „Ohne diese Unterstützung hätten wir dieses Projekt niemals stemmen können“, versicherte Claudia Gerkens.

Die Arbeiten waren sehr umfangreich. Im Mauerwerk verschwanden die Risse, das Dach wurde neu eingedeckt und das ganze Gebäude energetisch saniert. Dazu gibt es nun moderne Heizkörper, eine LED-Beleuchtung, einen neuen Fußboden, Fenster und Eingangstür.

Schweren Herzens trennten sich die Mitglieder auch von dem „Schustertresen“ im Aufenthaltsraum, den Schuhmachermeister „Lurchi“ Wittrock einst gespendet hatte, der aber wurmstichig war. Auch die dunkle Holzvertäfelung mit dem Charme der 1970er- Jahre musste weichen.

Wie Schatzmeister Thomas Finke berichtete, konnte der Verein auf eine Rücklage von rund 10 000 Euro zurückgreifen. Außerdem nahm der Club einen Kredit über 15 000 Euro auf. An Spenden verzeichnete er rund 6 000 Euro, die Handwerksbetriebe wie Maler Menzel, Tischlerei Eggers und Dachdecker Gohl hätten große Kulanz bewiesen und das restliche Geld wurde über Zuschüsse zur Verfügung gestellt. Für die Handwerksbetriebe hielt die Vorsitzende ein Extra-Lob bereit. Es habe sich gelohnt, nur Betriebe aus der Region mit den Arbeiten zu beauftragen. Sie hätten sich als sehr flexibel erwiesen. „Mit euch hat die Zusammenarbeit wunderbar geklappt.“

Der stellvertretende Bürgermeister Frank Seidel gratulierte zu der gelungenen Baumaßnahme. Durch die Bezuschussung beweise die Gemeinde, welchen Stellenwert sie dem Sport in Weyhe beimesse. Dies sei allerdings keine Einbahnstraße, denn die Vereine gäben viel zurück.

„Ab sofort steht wieder der Sport bei uns im Mittelpunkt“, sagte die Vorsitzende mit Blick auf die jetzt beginnende neue Saison.

Zur Eröffnung des renovierten Bootshauses der „Wiking Faltbootwanderer“ war auch der Vorsitzende des TuS Sudweyhe, Frank Meyer, erschienen. Als Nachbar gratulierte er den Wassersportlern zu dem gelungenen Bau, aber er war auch gekommen, um selbst Glückwünsche entgegenzunehmen.

Der TuS Sudweyhe hatte vor einem Jahr bei der Erweiterung seines Sportzentrums energieeffizient gebaut und sich zuvor vom Landessportbund (LSB) im Rahmen der Aktion „Verein(t) Energie sparen“ beraten lassen. Insgesamt hatte der LSB nach Aussage des Projektleiters Dirk Weidelkofer das Projekt mit 5,1 Millionen Euro gefördert. Antragsberechtigt ist jeder Verein, der dem LSB angehört und im Netzbereich der Avacon AG liegt. Gefördert wird nicht nur die Energieberatung, die nach Aussage von Claudia Gerkens sehr effektiv war, sondern auch die Umsetzung der Vorschläge des Energieberaters.

Avacon-Mitarbeiter Hermann Karnebogen und Projektleiter Dirk Weidelkofer zeichneten sowohl den TuS Sudweyhe als auch die Wiking-Faltbootwanderer für ihre Energiespar-Bemühungen aus. „Es ist sehr erfreulich, dass unser Angebot dazu beiträgt, dass sich Vereine energetisch weiterentwickeln“, lobte Weidelkofer die Verantwortlichen und überreichte beiden Vorsitzenden Plaketten, die in Kürze an den beiden Gebäuden angebracht werden.

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