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Annika Bruck: „Ich möchte nicht Tankstellenbetreiber werden“

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Von: Sigi Schritt

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Am Famila in Leeste steht die neueste öffentliche Ladesäule in Weyhe.
Am Famila in Leeste steht die neueste öffentliche Ladesäule in Weyhe. © Sigi Schritt

Die SPD Weyhe zieht im Bauausschuss einen Antrag zur E-Mobilität zurück und will ihn überarbeiten.

Weyhe - Ein SPD-Antrag zum Thema E-Mobilität hat am Dienstagabend nicht den Bauausschuss passiert. Der Fraktionsvorsitzende Rainer Zottmann zog den Antrag auf Erstellung eines Konzepts für Weyher Ladesäulen-Infrastruktur (wir berichteten) zurück. Die SPD möchte ihren Antrag überarbeiten und Erkenntnisse der Verwaltung einbringen, die sich seit dem Herbst das gleiche Thema vorgenommen hatte.

Fachbereichsleiter Steffen Nadrowski erläuterte, dass die Verwaltung bereits mit Elektromobilitätsmanagern aus Niedersachsen zusammenarbeiten würde, die Kommunen beraten. Weyhe und Stuhr würden sondieren, wo Ladestationen aufgebaut werden könnten. Standorte müssten geprüft werden, außerdem könne nicht überall jede Technologie eingesetzt werden.

Ein Zuhörer wollte wissen, wie viele Elektroautos in Weyhe unterwegs seien und wie groß der Bedarf überhaupt sei. Eine konkrete Antwort darauf bekam er jedoch nicht.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Annika Bruck verwies auf ein Gesetz, das bereits die notwendige Errichtung von Ladesäuleninfrastruktur regle. „Wir werden beim nächsten Kita-Neubau eine Ladesäule bezahlen müssen“, nannte Bruck ein Beispiel. Neubauten ohne Ladepunkte würden nicht möglich sein. Es seien ganz andere Fragen wichtig, etwa ob die Gemeinde die Ladesäulen betreiben will. „Ich möchte nicht Tankstellenbetreiber werden“, betonte sie. Außerdem sollte der Strom verkauft werden, so Bruck.

Die Errichtung von Ladesäulen in Weyhe bezeichnete Ingrid Söfty (CDU) als ein „umfangreiches Projekt“. Die Idee der FDP-Vertreterin Antje Sengstake, bei Weyhern eine Bedarfsabfrage zu machen, stieß bei der Christdemokratin auf Zustimmung. Letztendlich gehe es beim Betreiberkonzept um Fragen der Abrechnung. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Claus-Peter Wessel halte es für „wenig sinnvoll, einen Konzeptantrag auf eine vorhandene Bearbeitung zu setzen“. Aber die Stoßrichtung der SPD sei richtig. „Wir wollen den Klimanotstand verringern und E-Mobilität stärken.“ Er habe ein schlechtes Bauchgefühl, Ladesäulen zu bauen, zu finanzieren und Bürgern die kostenlose Nutzung zu ermöglichen.

Über „ein Bedenkenträgertum“ ärgerte sich Ratsherr Falk Brozio (SPD). Er habe den Antrag seiner Fraktion so verstanden, dass E-Mobilität in Weyhe positiv verstärkt werden würde. Ihm sei nicht bekannt gewesen, dass die Verwaltung vorgearbeitet habe.

Von Sigi Schritt

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