Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Die Angst vor dem Jeebeler „Feuerteufel“

Diesen Zettel hat Familie Peters vor der Tür gefunden. Er hat ihnen Angst eingeflöst. - Foto: Familie Peters

Jeebel - Von Sigi Schritt. Die Angst vor dem Jeebeler Feuerteufel ist bei den Anwohnern des Ginsterwegs und der Ginsterheide noch da, obwohl laut Polizeiangaben am Dienstagabend ein Tatverdächtiger aus der Nachbarschaft in die Psychatrie eingewiesen wurde.

Wie berichtet hatte ein Unbekannter in der Nacht zum 19. Februar gezielt Grillanzünder an den Rollläden des Wohnhauses und an der Hauseingangstür der Familie Peters platziert und angesteckt. Das Material war auf allen Seiten zwar angekokelt, es erreichte aber wie durch ein Wunder nicht die entsprechende Temperatur, um die Materialien in Brand zu setzen. Dennoch war die Hauseingangstür stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Wären die verschiedenen Rollläden tatsächlich in Flammen aufgegangen und wären die Fenster womöglich auf Kipp gestanden, hätten möglicherweise nicht das Feuer, sondern allein das Einatmen der giftigen Kohlenmonoxid-Gase bei Heinrich Peters und seiner Frau Angelika zu irreversiblen Herz- und Hirnschäden oder gar zum Tod führen können.

Zwischenzeitlich haben sich auch Nachbarn an die Polizei gewendet. Wie Franz Zumdiek den Beamten erklärte, hatte er Schäden an einem Reifen seines Wohnwagens festgestellt. „Den hatte ich im Herbst vergangenen Jahres für rund 23 000 Euro gekauft“, berichtet er. Bei der Inspektion zum ersten Frühjahrstripp hatte er bemerkt, dass der nagelneue Reifen eine angekokelte Stelle hatte. „Mir war das erst aufgefallen, als ich Ruß am Radkasten sah. Später bemerkte ich Rückstände vom Grillanzünder“, so Zumdiek weiter. Ein Händler habe ihm gesagt, dass er Glück gehabt habe, denn sein Reifen wäre „mit Sicherheit auf der Autobahn geplatzt“. „Der Unbekannte, der versucht hatte, das Rad und damit auch den Anhänger anzuzünden, hätte damit andere Verkehrsteilnehmer ebenso in Gefahr gebracht. Zumdiek glaubt, dass die versuchte Brandstiftung und Sachbeschädigung in einem Zusammenhang mit der Tat bei seinen Nachbarn steht. Da sich hinter dem Wohnwagen ein Holzstapel befindet, wäre der sicherlich in Brand geraten. Die Flammen wären möglicherweise auf das Carport und auf das Haus übergegriffen. Für Zumdiek ist es ebenfalls ein Wunder, dass keine größeren Schäden verursacht worden sind.

Am vergangenen Wochenende schnellte bei Heinrich Peters erneut der Puls hoch: Nach einem Klingelstreich eines Unbekannten, eilte der Rentner aus seiner Badewanne, und lief – nur mit einem Handtuch bekleidet – auf die Straße.

Seine Frau hatte nach einem weiteren Klingelstreich einen Zettel auf dem Fußabtreter vorgefunden, auf dem die Worte „Der Brandstifter war hier“ zu lesen waren. Der 66-Jährige versuchte, den Urheber zu erwischen, doch das misslang. Die benachrichtigte Polizei versuchte ebenfalls, den Unbekannten zu stellen. Ein anderer Nachbar habe im Verlauf des Abends schließlich bemerkt, dass laut Peters „wieder jemand herumschleicht“.

Erneut rief er die Beamten. Sie trafen einen Mann an, der in der Nähe wohnt, und sprachen ihm laut Polizeiangaben einen Platzverweis aus. Außerdem habe Familie Peters ihm verboten, ihr Grundstück zu betreten. Wie Polizeisprecher Arno Zumbach erläuterte, seien sämtliche Streifen sensiblilisiert worden.

Am Dienstag hätte der am Wochenende angetroffene Mann mehrere Böller gezündet – einer davon habe auch auf dem Grunstück der Familie Peters einen lauten Knall verursacht. Der 66-jährige Heinrich Peters will zudem beleidigende Worte vernommen haben. Dieser Satz soll so oder so ähnlich gefallen worden sein: „Peters, du A., ich krieg’ dich auch noch.“ Die Polizei vermutet einen Nachbarschaftsstreit in der Jeebeler Siedlung.

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