Gemeinde gibt für neuen Rasen 40 000 Euro aus

Raben zerstören Fußballplatz

Ist noch gesperrt: Der Hauptplatz des TSV Blau-Weiß Melchiorshausen musste komplett erneuert werden.
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Ist noch gesperrt: Der Hauptplatz des TSV Blau-Weiß Melchiorshausen musste komplett erneuert werden.

Weyhe – Ältere Menschen haben den Streifen „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock in den 1960er-Jahren vielleicht im Kino gesehen, sagt Birgit Sündermann, Vorsitzende des TSV Blau-Weiß Melchiorshausen. Wer ihn gesehen hat, könnte nachempfinden, was sie persönlich im Frühjahr gedacht hatte, als auf dem Fußball-Hauptplatz eine aus ihrer Sicht vergleichbare Situation entstanden sei. „Das war wie im Film.“ Tausende Raben hätten sich über den Fußball-Hauptplatz ihres Vereins hergemacht.

So wild und gefährlich wie bei Hitchcock, bei dem Meister des Grauens, ging es in Melchiorshausen natürlich nicht zu, denn im Film attackieren die Vögel Menschen. In Melchiorshausen beschädigten die intelligenten und sonst friedlichen Tiere „nur“ den Platz. Direkt vor dem neuen Vereinsheim waren die Vögel auf Futtersuche. Sie wurden massenhaft fündig. Dabei beschädigten sie den Rasen so sehr, dass er jetzt für viel Geld erneuert werden musste. Die Gemeinde hat dafür eine Summe von 40.000 Euro ausgegeben.

Unter der Grassole hatten die Vögel viele verschiedene Käferlarven gefunden. Das sei für die Vögel ein Festessen gewesen, erinnert sich Birgit Sündermann. Wie Ninos Jeddo von der Gemeindeverwaltung ergänzte, pickten sie die Graspflanzen heraus, um an ihre Speisen heranzukommen. Die Folge: Die Gräser samt ihrer Wurzeln lagen frei. So entstanden viele kahle Stellen.

Rasengutachter aus Osnabrück in Weyhe eingeschaltet

Die Gemeinde als Eigentümerin des Platzes schaltete laut Gemeindemitarbeiter Jeddo einen Gutachter aus Osnabrück ein. Das Büro riet, den vorhandenen Rasen abzuschieben. Außerdem wurden Bodenproben genommen und analysiert. Eine Bremer Firma führte die anstehenden Arbeiten aus. Sie brachte vor elf Wochen sieben Zentimeter gewaschenen Sand auf, verteilte die Rasensaat und düngte den Boden. Bislang wurde der 7000 Quadratmeter umfassende Platz fünfmal gemäht. Demnächst soll der Mähroboter der Gemeinde seine Arbeit wieder aufnehmen.

Schauen sich den Platz vor der neuen Halle an: Frank Seidel, Birgit Sündermann und Ninos Jeddo.

Vorerst bleibt der Platz laut Gemeinde für den Trainings- und Spielbetrieb gesperrt. Bis zur Freigabe müsse das Kicker-Team des Vereins, das in Bremen in der Landesliga spielt, auf andere Plätze ausweichen.

Die Arbeiten sind noch nicht ganz abgeschlossen: Im Herbst will die Gemeinde sogenannte Nematoden (das sind mikroskopische Fadenwürmer) auf den Rasen streuen, um laut Ninos Jeddo gegen Käfer-Larven vorzugehen.

Platz vor der Halle: Pflasterung für 19.000 Euro

Bürgermeister Frank Seidel inspizierte neben dem Platz noch eine ehemalige Baustelle vor der neuen TSV-Vereinshalle. Vor Wochen war der Weg nur geschottert, jetzt ist er gepflastert. Wie Ninos Jeddo erläutert, hat die Gemeinde den Platz vor dem Haupteingang sowie die Zuwegung vom Parkplatz pflastern lassen. Auf 160 Quadratmetern wurden weiße Betonsteine verlegt und die Neigung so gewählt, dass das Wasser auf Rasenflächen fließt. Dafür habe die Gemeinde 19.000 Euro bezahlt.

Im nächsten Schritt müsste der noch geschotterte Parkplatz auf der anderen Seite der Halle ebenfalls gepflastert werden. Das werde ebenfalls die Gemeinde finanzieren, kündigt Pressewart Herwig Sündermann an.

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