Naturschutzbund will Schlatt renaturieren

Altlasten-Verdacht nicht bestätigt

Thomas Brugger (5.v.l.) mit den geehrten Nabu-Mitgliedern: Manfred Böcker (l.) hat die Ehrennadel in Gold bekommen.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Der Naturschutzbund will in diesem Jahr erneut sein Gelände an jedem zweiten Sonntag im Monat im Zeitraum von Mai bis September für Interessierte zugeänglich machen. Mitglieder präsentieren auf dem Areal am Böttchers Moor ihre Arbeit. Darüber informierte der Vorsitzende Thomas Brugger kürzlich bei einer Mitgliederversammlung. Er teilte mit, dass die Ortsgruppe für die nächsten Wochen und Monate Projekte verschiedener Größenordnungen plant.

Ein Arbeitseinsatz ist beispielsweise an einem von drei ehemaligen Trafo-Häusern vorgesehen, um es vom Efeubewuchs zu befreien. „Mitglieder haben bei einer Begehung festgestellt, dass sich dort ein Steinmarder gemütlich gemacht hat. Wir müssen Abhilfe schaffen, denn Eulen und Fledermäuse sind leichte Beute.“

Außerdem hat die Weyher Nabu-Gruppe eine interne „Gewässergruppe“ gegründet. „Diese befasst sich mit der Realisierung von Renaturierungsprojekten“, so der Vorsitzende. Er betonte, dass es verschiedene Fördermöglichkeiten mit Beträgen bis zu 15 000 Euro gibt. Allerdings müssen Antragsteller laut Brugger bis zu 15 Prozent des Gesamtvolumens in Geld oder Arbeitsleistung einbringen. Konkret hat die Weyher Ortsgruppe das Vorhaben „lebendiger Fluss“ der Bingo-Umweltstiftung vorgestellt, bei dem auch Schüler mitmachen. „Wir hoffen auf eine finanzielle Zusage, um das wasserrechtliche Genehmigungverfahren in die Wege leiten zu können“, so Brugger.

Der Nabu hatte im vergangenen Jahr den Verdacht geäußert, dass ein ehemaliges Areal eines Schlatts am Bollmannsdamm belastet sei. Eine Untersuchung folgte. In Melchiorshausen, südlich der B 6, gab es bis in die 1970er-Jahren diverse Schlatts, die bis auf zwei größere an der Erichshofer Heide, verfüllt wurden. Diese finden sich auf historischen Karten wieder. „Ich konnte die Stiftung Naturschutz gewinnen. Der Altlastenverdacht bestätigte sich nicht, weil nur Erd- und Sandboden als Füllmaterial diente.“ Wenn das Schlatt in seiner historisch gewachsenen Bodenschicht („Mudde“) das Wasser bis zum Sommer halten kann, wird es voraussichtlich im kommenden Jahr in das Ausbauprogramm aufgenommen.

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