Gemeinde vermittelt Flüchtlingen gemeinnützige Arbeit

Alternative zum Rumsitzen

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Die Schwimmbadmeister Hubert Dollinger (M.) und Markus Kuske (r.) erhalten von Edin Muradbasic Unterstützung bei Pflege- und Unterhaltungsarbeiten. So hat der Montenegriner den Zaun hinter dem Baby- und Kleinkindbecken gestrichen.

Weyhe - Von Philipp Köster. Vernünftige Unterbringung, Spracherwerb, Beschäftigung – nach dieser Abfolge geht die Gemeinde mit verschiedenen Partnern mit den ihr zugewiesenen Flüchtlingen um.

Vor allem der letzte Punkt, die Befähigung, auf dem ersten Arbeitsmarkt zurechtzukommen, wird ein langer Prozess sein. Da gibt sich Bürgermeister Andreas Bovenschulte keinen Illusionen hin. Doch bietet das Asylbewerberleistungsgesetz den Migranten die Möglichkeit, gemeinnützig tätig zu sein. Davon soll Weyhe profitieren, aber auch die Flüchtlinge, die für maximal 100 Stunden je 1,05 Euro bekommen. „Die Menschen können produktiv sein, und sind nicht verdammt, zu Hause zu sitzen“, sagt der Verwaltungschef.

Mit der gebotenen Sorgfalt prüft das Rathaus zurzeit, in welchen Bereichen die Neuankömmlinge arbeiten können. Schließlich müssen die Arbeitskräfte betreut und angeleitet werden, und oft gibt es noch sprachliche Barrieren. Drei Migranten unterstützen bereits den Baubetriebshof, seit ein paar Tagen sind auch zwei Neubürger in der Grundschule Erichshof und Lahausen tätig, um den Hausmeistern zur Hand zu gehen, berichtet Astrid Bruns von der Gebäudewirtschaft im Rathaus.

Seit Ende April bereits kommt Edin Muradbasic im Freibad zum Einsatz. Montags bis freitags von 7 bis 12 Uhr macht der 33-Jährige den Parkplatz sauber, kümmert sich um die Zuwegung oder streicht Bänke und Zäune. Seit 14 Monaten ist der Montenegriner in Deutschland. Bei der Beherrschung der deutschen Sprache ist noch Luft nach oben. Mit den Schwimmbadmeistern Markus Kuske und dessen in Kürze scheidendem Kollegen Hubert Dollinger unterhält sich Muradbasic auf Englisch „und mit Händen und Füßen“, sagt Dollinger. Bis Ende der Freibadsaison läuft der Job, des früher in der Tourismusbranche tätigen frisch gebackenen Familienvaters. Dann sieht die Gemeinde weiter. Es gibt jedenfalls keine Befristung, unterstreicht Fabian von Weyhe, kommissarischer Leiter des Fachbereichs Bildung und Freizeit. Gemeinsam mit der Abteilung Ordnung und Soziales schauen die Verwaltungsmitarbeiter, welche Kandidaten für die gemeinnützigen Arbeiten infrage kommen. Voraussetzung ist auf jeden Fall ein lupenreines polizeiliches Führungszeugnis, sagt von Weyhe.

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