Corona-Krise

Bade-Verbot in Weyhe: Neben dem Freibad ist auch die Alte Weser tabu

Weisen auf ein Verbot hin: Thomas Krause und Steffen Nadrowski. Foto: Sigi Schritt

Pünktlich zum Start in die Badesaison an der Alten Weser hat die Gemeinde Weyhe ein Verbot ausgesprochen. Wegen der Corona-Krise ist es ab sofort nicht erlaubt, dass Menschen an dem beliebten Gewässer in Dreye ins Wasser gehen. Das haben am Donnerstag Steffen Nadrowski, Fachbereichsleiter für Gemeindeentwicklung und Umwelt bei der Gemeinde, und der Grünplaner Thomas Krause verkündet.

Weyhe - Das Badeverbot gilt laut den Rathausmitarbeitern „bis auf Weiteres“. Ebenfalls nicht erlaubt: Speisen und Getränke zu verzehren. Nach wie vor ist es aber möglich, auf dem gesamten Erholungsgelände spazieren zu gehen, zu joggen und auch mit den Hunden Gassi zu gehen, erläutert Steffen Nadrowski. „Unsere Grünanlagen bleiben offen. Es gelten auch dort weiter die Abstandsregeln.“ Weshalb Baden verboten ist? Die Gemeinde will Menschenansammlungen vermeiden, erklärt Nadrowski. Wer zum Beispiel an heiße Frühlings- oder Sommertage denkt, hat Bilder im Kopf von vielen Menschen, die sich auf der Wiese tummeln und Laufwege versperren. Außerdem sei an der Alten Weser der Badestrand „nur sehr kurz“. Ansammlungen von Personen könnten eine Dynamik entwickeln, in der die geforderten Mindestabstände nicht mehr eingehalten werden, befürchtet der Rathaus-Mitarbeiter.

Die Alte Weser steht unter besonderer Beobachtung der Gemeinde, weil sie eine Verantwortung dafür hat, so Nadrowski. Die Gemeinde will Risiken für die Badegäste vermeiden. Da sei es völlig egal, ob diese durch Blaualgen oder wie jetzt durch die Corona-Pandemie entstehen. „Wir möchten, dass die Weyher auf unseren Grundstücken gesund bleiben.“ Und das Gelände an der Alten Weser gehört schließlich der Gemeinde.

Der Fachbereichsleiter und der Grünplaner glauben, dass die Bürger sich an das Verbot halten. Und wenn nicht? „Wir stehen in engem Austausch mit der Polizei“, so Nadrowski. Außerdem sei auch das Team Grünplan dabei und auch der Umweltbeauftragte Ulf Panten sei ein Vollzugsbeamter, der zum Beispiel Platzverweise aussprechen könnte. Doch Nadrowski glaubt nicht, dass es vor Ort eskaliert. Die Gemeinde setzt auf Verständigung. Das sei auch in der Vergangenheit ein probates Mittel gewesen.

Eine verstärkte Kontrolle kündigt der Fachbereichsleiter für Christi Himmelfahrt an. Pilgerströme und damit Ansammlungen von jungen Menschen, die sich allesamt an der Alten Weser treffen, wird es dort nicht geben. Für diesen Feiertag werde zunächst auf Aufklärung gesetzt. Die Gemeinde erwägt allerdings auch, rechtliche Schritte einzuleiten.

Weiterhin erwünscht: Spaziergänger an der Alte Weser in Dreye. ARCHIVFoto: Sigi Schritt

Die Gemeinde will ihre Badestätten – Alte Weser (gratis) und Freibad (mit Eintritt) – hinsichtlich des Verbots gleichbehandeln. Steffen Nadrowski und die Rathaus-Mitarbeiterin Susanna Clottey haben den 16. Juli im Blick. Danach soll Baden möglich sein. Das sei ein vom Land Niedersachsen genannter Termin. „Wir wissen allerdings nicht, ob es bei diesem Tag bleibt“, so Nadrowski weiter.

„Wir wollen alles vermeiden, um das Corona-Virus nicht zu verbreiten“, ergänzt Clottey. Sie nimmt auch Stellung zum von der Landesregierung ausgegebenen Stufenplan zur Corona-Pandemie. Demzufolge gebe es eine Möglichkeit, das Freibad ab dem 25. Mai zu öffnen, so Clottey. Dieses Datum ist „für uns kein Startschuss“, stellt sie fest.

„Das Weyher Freibad ist eine familienfreundliche Einrichtung, mit spielenden und im Wasser tobenden Kindern“, sagt sie. Ein Bad zu öffnen, und das zu genehmigen, sei für die Gemeinde derzeit keine Option. Clottey glaubt, dass die verkürzte Saison ganz anders sein wird als sonst.

Nur geordnetes Schwimmen in Bahnen werde möglich sein. Wenn überhaupt, werde es nur eine verhaltende Öffnung geben. „Wir sind dabei, einen Hygieneplan fürs Bad zu erstellen.“ Schon jetzt kann sie sagen, dass Duschen und Umkleiden geschlossen bleiben.

Wer soll auch Abstandsregeln in diesen Räumen kontrollieren?, fragt sie. „Das Freibad darf nicht zum Hotspot eines neuen Ausbruchs werden“, betont Susanna Clottey. Die Gemeinde will laut Steffen Nadrowski das Freibad und die Alte Weser deshalb parallel öffnen, um keine Ausweichverkehre entstehen zu lassen. „Entweder ist alles geschlossen, oder es ist alles geöffnet“, lautet die Devise. Ähnlich würden auch andere Kommunen im Landkreis und sogar welche auf der anderen Weserseite wie zum Beispiel Achim verfahren, sagt der Fachbereichsleiter.

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