Was jetzt alles erlaubt ist und was folgen soll / Geburtstagsfeier auf nächstes Jahr verschoben

Alte Wache wieder geöffnet

Andreas Bovenschulte, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde, macht beim Singkreis mit.
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Andreas Bovenschulte, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde, macht beim Singkreis mit.
  • Biljana Neloska
    vonBiljana Neloska
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Weyhe – Alte Wache für wache „Alte“ – wache „Alte“ bleiben am Ball – unter diesem Motto funktioniert das Seniorenzentrum in Leeste seit mittlerweile 20 Jahren – zumindest bis vor Kurzem. Denn im März dieses Jahres musste die Einrichtung, wie viele andere auch, coronabedingt schließen. Jetzt „hat sich Bedeutendes geändert. Wir dürfen wieder die Räume in der Alten Wache nutzen“, freut sich Vereinsvorsitzender Gerd Göde.

Dafür hat die Gemeinde Anfang Juli ein Hygienekonzept erarbeitet, so Göde. Unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen ist die Nutzung der öffentlichen Räume wieder erlaubt. Das Team der Alten Wache bietet auch schon wieder – allerdings noch begrenzt – Veranstaltungen in kleineren Gruppen mit bis zu zehn Personen an. Dazu zählen „Acrylmalerei Offenes Atelier“, „Wi snackt platt“, „Schach für jedermann“, „Tanzen“, und „Quatschen, Stricken, Häkeln“. Weitere Angebote sollen aber schon im August folgen. „Wir wünschen uns, dass unser Angebot nach der Sommerpause ab September wieder mit unserem weiteren Programm ergänzt werden kann“, hofft Göde.

Und das ist umfangreich. Los ging es vor 20 Jahren mit einem Frühstückstückscafé, das in diesem Frühjahr bereits zum 850. Mal angeboten wurde, Spielenachmittagen und Paartanzen. Dazu kamen unter anderem Computer-, iPad- und Sprachkurse, das Reparatur-Café, Poker-Runden, Fahrradreisen, Sommerfeste und Tagesausflüge. „Wenn man erlebt, wie viele ältere Menschen – auch weit über 90 Jahre alt – Woche für Woche zu uns kommen und danach fröhlich nach Hause gehen, wie sich neue Freundschaften bilden oder wie sie sich zum Beispiel beim Frühstückscafé mit anderen Gästen über die neuesten Nachrichten in unserer Gemeinde informieren und sich am sogenannten Dorfklatsch beteiligen, ist das schon toll“, freut sich Göde.

All das sei aber nur möglich durch den Einsatz ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer, betont Göde und ergänzt: „Zurzeit sorgen 80 Frauen und Männer dafür, dass diese Angebote stattfinden, geleitet und betreut werden können.“ Die Ehrenamtlichen erhielten keine Aufwandsentschädigung für ihre Arbeit.

Als Dankeschön für das „nicht immer selbstverständliche ehrenamtliche Engagement“ gibt es einmal jährlich ein Ehrenamtlichentreffen, „wo alle dann mit Speis und Trank auf Kosten der Vereinskasse verwöhnt werden“. Ab und zu werde man als Ehrenamtlicher angesprochen, warum man das alles denn mache und auch noch ohne Bezahlung. Göde antwortet darauf, dass man als Ehrenamtlicher nicht nur gebe und für andere da sei, sondern, dass man auch eine ganze Menge zurückbekomme. Sei es ein freundliches Lächeln oder ein nettes Dankeschön für die Hilfeleistung „und und und“. Darüber hinaus lerne man viele neue Menschen kennen und es bildeten sich Freundschaften. „Und durch diese Aktivität hält man sich geistig und körperlich fit, man ist zufriedener und man bleibt in der Regel länger gesund.“

Grundsätzlich ist das Ziel des Vereins, die Seniorenhilfe und die Seniorenarbeit in der Gemeinde zu fördern. „Eine wesentliche Aufgabe ist es unter anderem, neue Angebote und Einrichtungen zu schaffen und ehrenamtliche Aktivitäten zu fördern. Heute bietet die Alte Wache als offenes Haus einen Ort für vielfältige Aktivitäten, bei denen auch das Miteinander der Generationen einen angemessenen Raum findet“, erklärt Göde. Er ergänzt: „Den Verein Seniorenzentrum Weyhe kennen nur wenige, die Alte Wache ist weit über unsere Gemeindegrenzen hinaus bekannt.“

Die Vereinsgründung vor 20 Jahren sollte übrigens in diesem Sommer groß gefeiert werden. Das Fest wurde aus gegebenem Anlass auf kommendes Jahr verschoben. Der Verein sei damals aufgrund einer Initiative aller im Rat vertretenden Fraktionen ins Leben gerufen worden. Nach gut vier Jahren Vorbereitung wurde er am 14. April 1999 gegründet. Fast ein Jahr darauf konnte die Alte Wache am Henry-Wetjen-Platz feierlich eröffnet werden – „nach intensiven Renovierungsarbeiten der ehemaligen Polizeiwache durch viele freiwillige Helferinnen und Helfer“. Damals hatte der Verein 100 Mitglieder, heute sind es zirka 400, so Göde.

In den vergangenen 20 Jahren seien weit mehr als 100 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet worden – und es sollen noch viele mehr folgen.

Weitere Infos

www.alte-wache.org

Von Biljana Neloska

Die orientalische Tanzgruppe gehört zum Unterhaltungsprogramm auf dem Sommerfest der Alten Wache.
Dieses Bild zeigt die Alte Wache und ist im offenen Atelier – ein Angebot des Seniorenzentrums – entstanden.

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