Naturprojekt

Rotarier machen Obstgarten aus Leester Ackerfläche

Setzen den Stamm einer Tanne ein, den Greifvögel anfliegen dürfen: Die Rotary-Mitglieder Rüdiger Blankennagel und Massud Mamarvar (vorne).
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Setzen den Stamm einer Tanne ein, den Greifvögel anfliegen dürfen: Die Rotary-Mitglieder Rüdiger Blankennagel und Massud Mamarvar (vorne).

Die Rotary Clubs Syke und Syke-Utbremen haben gemeinsam mit der Gemeinde Weyhe in Leeste ein Naturprojekt beendet.

Weyhe – In mehreren Jahren wurde eine Ackerfläche an der Straße „In der Grämme“ in eine artenreiche Obstwiese umgewandelt. Dabei haben die Akteure nicht nur Bäume und Sträucher gepflanzt, sondern in dieser Zeit auf dem Gelände einen Lebensraum geschaffen, in dem Insekten und Kleintiere willkommen sind und sich wohlfühlen dürfen.

Ulrich Kuhlmann vom Rotary Club Syke und der Weyher Umweltbeauftragte Ulf Panten ziehen ein positives Fazit und erklären das Projekt.

Das Areal wird sowohl von der Straße „In der Grämme“ als auch von den Schienen der Pingelheini-Kleinbahn begrenzt. Der Eingang befindet sich dort, wo der Weg die Schienen kreuzt. Wie Ulf Panten auf Anfrage berichtet, gehört das rund 7400 Quadratmeter große Gelände der Gemeinde. Der Mediziner Ulrich Kuhlmann hatte vor sechs Jahren die Idee, gemeinsam mit anderen Rotariern alte Obstsorten wieder anzusiedeln. Es fehlte seinerzeit eine geeignete Fläche. Kuhlmann fragte bei der Gemeinde nach und fand in ihr eine Projektpartnerin, die ein entsprechendes Gelände zur Verfügung stellen konnte.

2016 erste Pflanzaktion

So wurde laut Ulf Panten zunächst eine Wiesensaatgutmischung ins Erdreich eingebracht, um eine Extensivgrünlandfläche zu entwickeln. Es folgte im Herbst 2016 die erste von insgesamt vier Pflanzaktionen von Mitarbeitern der Gemeinde und von Mitgliedern der Rotary Clubs, so Panten. Insgesamt legten rund 20 Mitglieder des Clubs Syke-Utbremen und 40 Mitglieder des Syker Clubs Hand an, ergänzt Kuhlmann. Das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen könne sich sehen lassen: 60 Bäume wurden gepflanzt.

Die Rotary Clubs und die Gemeinde hatten sich an den Empfehlungen der Stiftung Naturschutz und des Nabu orientiert und einen Pflanzplan entworfen. Der sei Jahr für Jahr in die Tat umgesetzt worden. Wie Ulf Panten ergänzt, wurden sehr vielfältig gemischte Obstsorten gewählt, „um ein breites Artenspektrum zu fördern“. Besucher können nun Äpfel-, Pfirsich-, Pflaumen-, Kirsch-, Mandel-, Walnuss-, Aprikosen- und Birnenbäumchen entdecken.

Insgesamt hat die Bepflanzung rund 6000 Euro gekostet, so Kuhlmann. Die Stiftung Naturschutz hat pro Baum 20 Euro dazugegeben. Ein Imker hat am Ende der Wiese Bienenkörbe aufgestellt, damit die Obstbäume garantiert bestäubt werden.

Neben den Bäumen gibt es auch Sträucher: Der Biologe Wolfgang Heyser habe sich Gedanken gemacht, welche Arten ins Erdreich kommen sollten, so Kuhlmann.

In diesem Loch sollen sich erdlebende Insekten und Kleintiere wohlfühlen, so die Hoffnung der Rotarier.

Regelmäßig würden die Mitglieder der Clubs die Wiese ansteuern, um nach den Pflanzen und Bäumen zu sehen. Sie hegen, pflegen und gießen sie. Die Wasserversorgung stellt eine Schwengel-Pumpe sicher.

Die Rotarier zeigen auch ein Herz für Kleinlebewesen: Theodor Lanfermann legte zum Beispiel eine Grube und einen Hügel an, um bestimmten Insekten ein Heim zu bieten, berichtet Ulrich Kuhlmann.

Auch die Bürger, speziell Spaziergänger und Radfahrer, haben etwas vom Projekt: Ein Rastplatz auf einer beliebten Radwanderstrecke. Vor gut zwei Jahren, so Ulf Panten, wurde auf dem Areal eine Bank-Tisch-Kombination errichtet. Von dort könnte man die schönsten Sonnenuntergänge in der Wesergemeinde beobachten, sagt Vanessa Goldschmidt aus Erichshof. Die ehemalige Miss Bremen nutzt die Stelle regelmäßig für Postings in den Sozialen Medien.

Gibt es Probleme mit Vandalismus oder Wildschäden?

Gibt es Probleme mit Vandalismus oder Wildschäden? Nein, so Kuhlmann. Die Gemeinde habe einen Papierkorb aufgestellt. Deshalb sei das Müllproblem überschaubar, so Panten.

Mit der Errichtung sogenannter Julen, auf denen Wildvögel einen prima Blick auf das Gelände haben, sei die „Möblierung“ laut Ulrich Kuhlmann abgeschlossen. Die Rotarier wollen sich die nächste Fläche vornehmen und einen weiteren Acker nach dem Vorbild „In der Grämme“ entwickeln. „Wir schauen erwartungsfroh auf die Möglichkeiten, die uns die Gemeinde einräumt, und setzen unsere Hoffnungen auf Ulf Panten und Bürgermeister Frank Seidel“, so Ulrich Kuhlmann.

Ein ähnliches Projekt ist für Herbst auf einer kleinen Fläche von etwa 2000 Quadratmetern neben der Waldentwicklungsfläche in Melchiorshausen geplant, aber mit dem neu gegründeten Weyher Verein B-Native, so Panten.

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