Mehr Gäste als erwartet

Konzert an der Wassermühle: „Alligatoren“ begeistern das Publikum

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Die Musiker dürfen sich nicht ohne Zugaben vom Publikum verabschieden.

Sudweyhe - Heißt es donnerstags in Weyhe zurzeit „Summer in the City“, hatte die Gemeinde für gestern zum „Summer an der Sudweyher Wassermühle“ eingeladen. Aus Mittelfranken war das Jazztrio „Alligators of Swing“ in die Wesergemeinde gereist. Mit Eigenkompositionen und Coverversionen unterhielten sie die zahlreich erschienenen Zuhörer mit Swing, Blues und Boogie-Woogie.

Frühes Erscheinen sichert die besten Plätze: Diese Erfahrung mussten viele nach Konzertbeginn eintreffende Musikinteressierte machen. Zwar hatten die Veranstalter vom Fachbereich Kultur rund um Tina Fischer das Gelände bestuhlt und mit Sitzbänken bestückt, dennoch lockten die musikalischen Reptilien mehr Gäste an als erwartet. So sahen die Frühaufsteher noch lange zu, wie Sitzgelegenheiten quer über das Gelände getragen wurden.

Seit 1989 bewegen sich die drei Alligatoren auf musikalischem Parkett. Auf Konzerten und Sessions in Chicago und Europa konnten sie sich beweisen, international traten sie mit Künstlern wie Karen & Jeanne Carroll, Angela Brown, Carey Bell, ‘Big Jay’ McNeely, und Big Time Sarah zusammen auf. 

Alligatoren leben bekanntlich dort, wo es heiß und schwül ist und natürlich im und am Wasser: Ideale Bedingungen für Reptilien also derzeit an der Wassermühle, sodass sich die Franken in ihrem Element wohlfühlen konnten. Stilecht trugen sie grüne Krokodillederschuhe, die erst das zweite Mal zum Einsatz kamen, wie Stefan Scholz augenzwinkernd verriet. 

Schnelle Boogie-Woogie-Klänge begeistern das Publikum

Vom Blues herkommend, ist der quirlige Sänger und Saxofonist der Band seit 1981 in Sachen schwarzer Musik unterwegs. Am Piano zog Christian Jungs mit schnellen Boogie-Woogie-Anschlägen auf den Tasten die Aufmerksamkeit auf sich. Er schloss am Nürnberger Meistersinger-Konservatorium in klassischem Klavier ab und studierte am Würzburger Hermann Zilcher Konservatorium Jazzpiano. Dritter im Bunde ist Bassist Dieter Schreiber, er stellte seinen Kontrabass kraftvoll und souverän in Dienst des Grooves.

„Was bewirkt das Lächeln einer Frau bei den Männern?“, so stellte Scholz mit fränkischem Einschlag das erste Lied vor. Es hieß „Hey Girl“ – eine luftig-leichte, locker-flockige Eigenkomposition im Frage- und Antwortspiel von Piano und Saxofon im Boogie-Woogie-Stil. 

Unermüdlich arbeitete sich das Trio durch das bunte Programm mit vielen mitreißenden solistischen Einlagen, die das Publikum mit Zwischenapplaus honorierte. Genau das ist es, was das Trio ausmacht: die Abwechslung von Gesang und Saxofon in harmonischer Verbindung mit dem Piano. Immer untermalt von Schreiber an seinem groovigen Kontrabass.

Ohne Zugabe gingen die Künstler nicht von der Bühne

Den Titel „Scotchin‘ with the Soda“ von Nat King Cole präsentierten die Künstler beschwingt und schnell und ließen ihn lasziv enden. Auf mexikanisch, wie Jung betonte, wurde der Marihuana-Boogie gesungen, geheimnisvoll klang danach der Gangsterblues „I took the front door in, but the back door out“ von Eddie Cleanhead Vinson. Auch die musikalische Grilleinladung zu „Alligator Meat“ wurde von den Weyhern gern angenommen.

Knapp zwei Stunden boten die fränkischen Alligatoren bestes Entertainment an der Wassermühle und durften sich natürlich nicht ohne Zugabe verabschieden. - ug

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