„Allerweltscafé öffnet seine Pforten

Kaffee, Kekse, Kicker und viel Kommunikation

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Flüchtlinge und ihre Paten: (v.l.) Hewin mit Esra Abdul, Jürgen Kollien, Ibrahim mit Alia Abdul, Elisabeth Kollien, Ahmet Abdul sowie Wiebke Claasen, die mit den Kindern malt.

Lahausen - Von Philipp Köster. Kaffeeduft drängt sich der Nase auf, von drinnen hört man angeregtes Geplauder und fröhliche Kinderstimmen, übertönt nur vom Gejohle am Kickertisch nach einem Torerfolg – der neue Begegnungstreff für Einheimische und Flüchtlinge im Gemeindehaus am Kleiberweg wird gleich am ersten Tag sehr gut angenommen. „Nach 20 Minuten mussten schon manche im Flur stehen“, sagt Pastor Albert Gerling-Jacobi, der die organisatorische Federführung für die Veranstaltung übernommen hat.

Aus aller Herren Länder, zumindest aus vielen Krisenregionen dieser Welt, kommen die Teilnehmer – und in der Regel ihre Familienpaten. Entsprechend heißt der Treffpunkt „Allerweltscafé“. Mit dabei auch die Abduls. Die fünfköpfige Familie ist im Dezember aus der vom Bürgerkrieg besonders schwer gezeichneten syrischen Stadt Aleppo nach Weyhe gekommen. Im Café sind sie jetzt mit Elisabeth und Jürgen Kollien aus Erichshof da. Das Paar kümmert sich um die Flüchtlinge. „Wir begleiten sie bei Arztbesuchen, reparieren Fahrräder und Waschmaschinen und vermitteln Deutschkurse“, sagt Jürgen Kollien. Kommunikation erfolge über einen Google-Übersetzer. „Ich finde es enorm, wie viele nette Menschen wird bei dieser Betreuung getroffen haben, etwa bei Ärzten und im Kindergarten.“

Für Alia Abdul (5) suchen die Kolliens händeringend einen Platz in einer Kita. Aber zurzeit sei es schwierig. Fabian von Weyhe, kommissarischer Fachbereichsleiter im Rathaus, weiß um das Problem. „Wir versuchen eine Lösung zu finden, die Kinder schnell unterzubringen.“ Eine Schwierigkeit sei, wie die Kinder von ihrer Unterkunft zum Beispiel nach Dreye und Sudweyhe zur Kita kämen.

Jürgen Kollien sucht derweil nach einem Ehrenamtlichen, der sich organisatorisch um die Aufbereitung von 150 gebrauchten Fahrrädern vom Patennetzwerk kümmert. „Es gibt zwar Flüchtlinge, die die Rädern reparieren können, aber es mangelt einem, der das koordiniert.“

Was die Organisation frischen Kaffees und neuer Kekse anbelangt, klappt beim Allerweltscafé indes alles bestens. Immer neue Gäste kommen.

Für Gerling-Jacobi und seinen Pastorenkollegen Karsten Damm-Wagenitz ist das erste Allerweltscafé ein Erfolg, zumal man vorher nie sagen könne, ob so ein Treffen angenommen werde. Für die Pfarrer und das Organisationsteam steht fest, dass es schon kommenden Mittwoch von 16 bis 19 Uhr eine Fortsetzung dieser Begegnungsmöglichkeit für Alteingesessene und Neuankömmlingen gibt. Dann könnten auch weitere Flüchtlinge kommen, die von den Erfahrungen ihrer Mit-Migranten profitieren – und vielleicht Weyher, die zwar (noch) keine Familienpaten sind, aber ihre neuen Mitbürger einmal kennen lernen wollen.

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