„Alle wollen lieber in den Kindergarten“

Seniorenbüro sucht händeringend FSJler oder ehrenamtliche Fahrer

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Das Seniorenbüro ist in der Alten Wache untergebracht. Unter dem angrenzenden Betonunterstand hält der Bürgerbus, damit die Senioren regensicher ins Gebäude gelangen.

Leeste - Von Sigi Schritt. Seit zehn Jahren leitet Maike von Ahsen das Seniorenbüro der Gemeinde Weyhe. Sie zieht jetzt nicht nur ein positives Fazit, sondern sagt, sie habe sogar ihren Traumjob gefunden. „Die Arbeit mit älteren Menschen ist sehr erfüllend“, sagt von Ahsen. Sie bekomme jede Menge an Menschlichkeit und Wärme zurück, wenn sie zum Beispiel Spielenachmittage anbietet.

Doch der Fortbestand ihrer fünf Gruppen in gewohnter Stärke sei in Gefahr. Das Problem: „Zum 1. August fallen alle Fahrer weg, die die Gruppenteilnehmer abholen und wieder nach Hause bringen.“ Die Konsequenz: Einige Teilnehmer bleiben zu Hause. „Die betagten Teilnehmer sind 70 und älter.“ Die älteste Person ist sogar fast 100 Jahre alt. Für diesen Personenkreis sei es nicht möglich, mit eigenen Fortbewegungsmitteln zu den Treffen in der Alten Wache oder in der Sozialstation zu gelangen. 

Es sei für die Hochbetagten auch nicht möglich, zu den Haltestellen des Bürgerbusses zu gehen, weil sie zu weit von ihren Wohnungen entfernt liegen. „Der Bus hält zwar bei der Alten Wache und fährt für das Seniorenbüro kostenlos“, doch das seien keine Argumente, wenn den Menschen die Beweglichkeit fehle. Es gelange ihnen nur noch, von einem Fahrer abgeholt zu werden. „Niemand muss sein eigenes Auto benutzen. Die Gemeinde hat uns für diesen Zweck einen Kleinbus zur Verfügung gestellt“, sagt von Ahsen.

Maike von Ahsen leitet seit zehn Jahren das Leester Seniorenbüro der Gemeinde Weyhe. Sie hat – wie sie sagt – ihren Traumjob gefunden.

Eine Antwort darauf, weshalb das Seniorenbüro keine jungen Helfer findet, die sich für ein freiwilliges Jahr interessieren, sei leicht zu finden, sagt von Ahsen. „Alle wollen lieber in den Kindergarten. Deshalb bekommen wir weder Bufdis noch FSJler.“ Möglicherweise haben laut der Einrichtungsleiterin junge Menschen, die nach dem Abi Orientierung suchen, falsche Vorstellungen von der Seniorenarbeit. „Bei uns muss niemand den Gruppenteilnehmern den Hintern abwischen“, sagt sie. 

„Es geht bei uns um etwas ganz anderes. Das Seniorenbüro der Gemeinde möchte, dass die Hochbetagten aus ihren eigenen vier Wänden herauskommen, am gesellschaftlichen Leben in der Wesergemeinde teilnehmen und ein bisschen Spaß erleben.“ Es geht nicht nur um einen Spielnachmittag, sondern auch um Sitztanz, Gedächtnistraining und um die Förderung von Bewegungsabläufen, die etwa die Betroffenen zum Kartoffelschälen benötigen.

Zahlreiche Ausflüge vorgesehen

Für das Gedächtnistraining lässt sich von Ahsen ebenfalls viel einfallen – so fragt sie, welche Gegenstände sich in einem Kühlschrank befinden und gibt einen Buchstaben vor. In einem anderen Fall würfelt sie – und die Gruppe muss dann Wörter nennen, die so viele Buchstaben haben, wie es die Augenanzahl auf dem Würfel zeigt.

Außerdem sind zahlreiche Ausflüge vorgesehen – zum Beispiel mit dem Schiff von Dreye nach Verden und zum Vogelpark Walsrode. Ebenfalls fester Bestandteil sind die Trips zum Kohl- und Pinkel-Essen sowie zum Spargel- und zum Matjes-Essen.

Udo Petersohn vom zuständigen Fachbereich glaubt, rechtzeitig die sprichwörtliche Kuh vom Eis zu bekommen: „Wir setzen jeden Hebel in Bewegung, Freiwillige für diesen Job zu begeistern.“

Wie Petersohn ergänzte, werde die Gemeinde die FSJler und Bufdis fragen, ob sie nicht in ihrem Umfeld junge Menschen empfehlen können. „Wir geben die Hoffnung nicht auf.“

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