Positive Entwicklung beim Nabu-Schleiereulen-Turmfalken-Projekt

Alle Vögel sind schon da – fast

Die Schleiereule hütet ihre weißen flaumigen Jungvögel.

Weyhe - Von Heiner Büntemeyer. Das Schleiereulen-Turmfalken-Projekt der Nabu-Gruppe Weyhe entwickelt sich prächtig und wirkt sich sehr positiv auf die Population dieser Vogelarten aus. Das berichtet Projektleiter Bernd Daneke.

2016 startete der Nabu mit dem Projekt, als sich herausstellte, dass die Fledermäuse die in den drei Trafos an den Straßen Zur Böttcherei, Böttcherei und Wulfhooper Heide vorbereiteten Schlafplätze nicht angenommen hatten. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Weyhe allerdings schon 13 Schleiereulen- und zwei Turmfalkenkästen, die in den Jahren zuvor aufgehängt worden waren.

2017 wurden vier weitere Schleiereulenkästen angebracht. Zwei Turmfalkenkästen wurden von der Deutschen Bahn als Ausgleichsmaßnahme an der Weser-Flutbrücke aufgehängt. Um den Bruterfolg zu dokumentieren hat die Bahn einen fünfjährigen Monitoring-Vertrag mit dem Nabu Weyhe abgeschlossen.

Der Bruterfolg wurde 2017 erstmals mit Zahlen belegt. Damals brüteten fünf Schleiereulen-Brutpaare 25 Küken aus, und bei den Turmfalken, die auch in Schleiereulenkästen brüteten, zogen vier Brutpaare 15 Küken groß.

Im Jahr darauf gab es laut Daneke einen herben Rückschlag bei den Schleiereulen. „Offenbar fehlte es ihnen in dem trockenen Sommer an Nahrung und so brüteten nur drei Brutpaare neun kleine Schleiereulen aus. Da Turmfalken bei der Nahrungssuche flexibler als Schleiereulen sind, verdoppelte sich die Anzahl der brütenden Falken. Der Erfolg waren 20 Turmfalkenküken“, so Daneke.

Bernd Daneke, Vorsitzender Thomas Brunner und die ehrenamtlichen Projekt-Mitarbeiter waren gespannt auf die Bruterfolge, denn 2019 war ein starkes Mäusejahr. Das bestätigten die Zuchterfolge der Schleiereulen und der Turmfalken. Sieben Schleiereulen-Brutpaare richteten sich in den Kästen ein. Sechs Paare schafften 2019 zwei Bruten, das siebente Paar zog sogar drei Bruten groß. Als die bis in den November dauernde Aufzucht geschafft war, tummelten sich in den Weyher Kästen 59 Schleiereulenküken. Die Anzahl hätte noch größer sein können, wenn es an einem der Trafotürme nicht den Streit zwischen Turmfalken und Schleiereulen gegeben hätte, die beide den gleichen Eulenkasten nutzen wollten. Dieser Streit kostete drei junge Eulenküken das Leben.

Inzwischen haben die Nabu-Mitglieder am gleichen Turm auf der Rückseite einen Falkenkasten angebracht und hoffen, dass die Falken diesen Kasten jetzt dem Eulenkasten vorziehen. Insgesamt zogen zehn Falkenpaare im vorigen Jahr 37 Küken groß.

Gegenwärtig bietet der Nabu Weyhe den Vögeln 25 Schleiereulen- und zehn Turmfalkenkästen an. Interessant ist für die Weyher Vogelfreunde in jedem Jahr, dass diese Nistkästen auch von Ringeltauben, Gartenrotschwänzchen und Wespen genutzt werden. Außerdem gab es 2019 in Weyhe auch Nachwuchs bei den Waldohreulen und den Baumfalken. Die Hoffnung, dass sich auch der Steinkauz wieder in Weyhe ansiedelt, ist nicht unbegründet. Ihm stehen insgesamt sieben Brutröhren zur Verfügung, das Nahrungsangebot sei auch mehr als ausreichend, erklärt Bernd Daneke. Er rechnet damit, dass zumindest die beiden an der Grenze nach Riede aufgestellten Brutröhren vom Steinkauz angenommen werden, weil die durch den Bau der Windkraftanlagen verbrämten Vögel nach Alternativ-Brutmöglichkeiten suchen.

Trotz dieser großen Fortschritte sucht der Nabu Weyhe weiterhin nach Scheunen in ruhiger Lage mit Weideflächen in der Nähe um zu prüfen, ob der Einbau eines Nistkastens vor Ort sinnvoll wäre.

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