Leester Erstklässler nehmen am Projekt „Musikschule macht Schule – Alle Kinder an die Instrumente“ teil

Für alle Sprösslinge und für die Eltern kostenfrei

Und ab heute die Klarinette: Die Erstklässler der Grundschule Leeste machen beim Musikschulprojekt „Alle Kinder an die Instrumente“ mit. Hinten (v.l.) Musikschullehrerin Barbara Rößler-Schöwing, Konrektor Martin Stamnitz, Betreuerin Anja Wesemann, Schulleiterin Ingrid Delgehausen, Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Kreismusikschulleiter Uwe Wegert. - Foto: Ehlers

Leeste - Von Philipp Köster. Musik für alle Erstklässler, vormittags und kostenfrei für die Eltern, und das ein ganzes Jahr lang – das sind die Eckpfeiler eines Angebots der Kreismusikschule (KMS) an fünf Grundschulen im Kreis Diepholz. Auch die Hundertwasserschule Leeste macht mit.

„Die Kinder lernen je vier Wochen lang vier Instrumente kennen“, sagt KMS-Leiter Uwe Wegert. Es handele sich um eine erste Orientierung, wenn sich die Abc-Schützen mit Trompete, Gitarre, Querflöte und – wie zurzeit – Klarinette befassen, nicht um einen richtigen Instrumentalunterricht. Doch nicht selten könnten die Kinder schon einige Töne spielen, sagt Wegert. Rektorin Ingrid Delgehausen hat vor den Herbstferien ihre mächtige Tuba mitgebracht, einige Sprösslinge konnten dem Blasinstrument sogar Töne entlocken, erinnert sie sich.

Am Ende der Beschäftigung mit den Klangwerkzeugen steht immer ein positiver Effekt, ist sich der Musikschulchef sicher. Die begeisterten Kinder würden an die Musik herangeführt und in den nächsten Jahrgangsstufen zum Beispiel Gitarren- und Keyboardkurse sowie die Bläserklasse an der benachbarten KGS besuchen.

Nicht nur die Lütten sind von dem Angebot angetan, sondern auch die Eltern, sagt Martin Stamnitz, designierter Nachfolger von Schulleiterin Ingrid Delgehausen.

Die Väter und Mütter freuten sich auch darüber, dass es dank diverser Sponsoren kostenlos ist. Dass alle Kinder Instrumente kennen lernen, sei heute nicht mehr selbstverständlich. Mit dem Projekt kämen so auch Schüler mit nicht so rosigem sozialen oder anderem ethnischen Hintergrund in diesen Genuss, sagt Wegert.

Für Bürgermeister Andreas Bovenschulte ist es „Inklusion im besten Sinne“, wenn alle Erstklässler der Schule ohne Ansicht der Herkunft mitmachen könnten. „Kein Kind wird zurückgelassen.“ Ähnlich wie bei den Schwimmkursen werde die staatliche Institution Schule ihrer Aufgabe gerecht, Rahmenbedingungen zu schaffen, dass die Kinder etwas aus ihrem Leben machen können. Für die Schule bedeutete die Vormittagsaktion einen hohen organisatorischen Aufwand, berichtet Delgehausen. „Das war schon ein Stolperstein.“ Gleichwohl sollte das Projekt unbedingt verwirklicht werden.

Die Kosten für den Unterricht teilen sich Wegert zufolge die Gemeinde, das Ministerium für Kultur in Hannover und die Rotarier.

Eine Jahresstunde pro Klasse kostet 800 Euro. Daneben übernehmen die Kreissparkassen Syke und Diepholz die Ausgaben für die Instrumente in Höhe von 27 000 Euro. Klarinetten, Gitarren, Querflöten & Co. verbleiben für die acht Wochen in den Schulen, die Klasse wird geteilt, eine Hälfte befasst sich mit dem Instrument, die andere hat regulären Musikunterricht.

Übrigens nicht von Fachlehrern. Denn Musik ist heute ein Mangelfach. Die Ausbildungsordnung sieht Stamnitz’ Angaben zufolge zwei zu belegende Hauptfächer vor, das früher in der Regel gelernte dritte Fach fällt dann unter den Tisch, und damit oft die Musik. Nur dank Fortbildungen könnten meist die Klassenlehrerinnen dieses Fach anbieten.

Beim Projekt „Musikschule macht Schule – alle Kinder an die Instrumente“ sind jeweils einige der 68 Pädagogen der KMS am Start, die Trompete stellte in Leeste zum Beispiel der Leiter der Klassischen Philharmonie Nordwest, Ulrich Semrau, vor, die Klarinette in diesen Woche Barbara- Rößler-Schöwing.

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