„Das ist hier der Wahnsinn“

Vorzeigediscounter in Kirchweyhe: Größter Aldi-Markt der Region eröffnet am Freitag

Auf dem 9 000 Quadratmeter großen Aldi-Markt-Areal befindet sich ein neuer Fußgängerweg zwischen der Straße Am Marktplatz und den Parkflächen.
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Auf dem 9 000 Quadratmeter großen Aldi-Markt-Areal befindet sich ein neuer Fußgängerweg zwischen der Straße Am Marktplatz und den Parkflächen.

Der Countdown für den größten Markt, den die Aldi Weyhe Gesellschaft bald in ihren Reihen hat, läuft. In Kirchweyhe entsteht ein Vorzeigemarkt mit 1400 Quadratmetern Verkaufsfläche, der in der Region Bremen zwischen Diepholz, Cloppenburg, Rotenburg und Nienburg laut Longinus Flenker, der das Bauprojekt betreut, einzigartig unter den 71 Märkten sei.

Weyhe – Der neue Discounter öffnet am Freitag um 8 Uhr, kündigt Regionalverkaufsleiterin Annika Hippke an. Bis dahin müssen Filialleiterin Andrea Hüneke und ihr 14-köpfiges Team sowie die zahlreichen Handwerker und Helfer den Wettlauf gegen die Zeit gewinnen. Deshalb entsendet die Aldi-Zentrale im Nachbarortsteil Dreye viele Transporter. Sie liefern auf kurzem Weg palettenweise Waren und Konsumgüter an. Dabei gelingt den Fahrern stets ein Millimeter-Kunststück: Die Berufskraftfahrer rangieren von der Lahauser Straße und Am Marktplatz souverän auch mithilfe von Rückfahrkameras rückwärts in die neue Garage, die Bestandteil des neuen Aldi-Gebäudes ist. Es dauert nicht lange, bis sogar das Führerhaus des Gespannes hinter dem Rolltor verschwindet.

Neuer Aldi-Markt in Kirchweyhe verfügt über vier Kassen

Im Bauch der Garage stehen schon Mitarbeiter bereit, um die Paletten anzunehmen und weiterzuverteilen. Das Geschehen beobachten Projektleiter Longinus Flenker, Filialleiterin Andrea Hüneke und Annika Hippke. Sie wirken zufrieden. Die drei glauben, dass bis Freitag alles rechtzeitig an seinem Platz stehen wird, zumal im Inneren des Gebäudes emsiges Treiben herrscht: Handwerker arbeiten zum Beispiel daran, die zahlreichen Tiefkühlschränke an der Seite mit den tiefen Fenstern zu installieren. Andere sind wiederum mit Installationen beschäftigt – der neue Markt verfügt jetzt über vier Kassen. Gerade an besonderen Einkaufstagen – etwa vor Weihnachten – erhofft sich Aldi, dass die Wartezeiten geringer werden.

Eine Garage für die Lieferfahrzeuge: Die Filialleiterin holt mit ihrem Team Flüstereinkaufswagen heraus.

„Das ist hier der Wahnsinn“, ruft eine Aldi-Mitarbeiterin ihrer Filialleiterin zu. Sie hatte zuletzt Anfang Juli im alten, abgerissenen Markt gearbeitet. Zwischenzeitlich hatte sie Überstunden abgebaut und Urlaub gehabt. Die Weite des neuen Marktes würde sie sehr begeistern. Bei einer Führung hinter den Kulissen erklärte Longinus Flenker, was Aldi auf dem vorhandenen Grundstück (6000 Qudratmeter) und der zugekauften Obstwiese des ehemaligen Dunkhase-Areals – insgesamt 9 000 Quadratmeter – seit Herbst 2019 hat entstehen lassen. Die Bauleute hatten auf dem neu erworbenen Areal die Arbeiten begonnen und arbeiteten sich in Richtung Parkplatz vor. Kniffelig war der Einbau des letzten Stahlbetonträgers, für den erst nachträglich ein Fundament gegossen werden konnte, weil der alte Markt erst abgerissen werden musste.

Aldi in Weyhe: Besucher erleben Markt mit großzügigen Gängen

Hätte Aldi das Dunkhase-Areal nicht ankaufen können, dann hätte die Immobiliengesellschaft das alte Gebäude in Richtung Parkplatz erweitert, erläutert Longinus Flenker auf Nachfrage. Dann hätte Aldi eine Tiefgarage gebaut. Für dieses Projekt gab es schon einen Bauantrag, der bereits mit der Gemeinde abgestimmt worden war. Aber in letzter Minute wurde dieses Projekt verworfen.

„Handel ist Wandel“, erklärt Flenker. 2011 habe das Management gedacht, ein Aldi-Markt mit 900 Quadratmetern Verkaufsfläche bilde das Ende der Fahnenstange. Doch weit gefehlt. Das neue Gebäude ist nun um 500 Quadratmetern größer und hat eine Lagerfläche von 444 Quadratmeter. Dazu kommen unter anderem Sozialräume – der umbaute Raum umfasst 2093 Quadratmeter. Die Besucher erleben einen Markt mit großzügigen Gängen. Die Tiefe des Gebäudes hat um acht auf 56 Meter zugelegt. Die Breite wuchs um vier auf 24 Meter an.

Kurze Pause und dann geht es für das Aldi-Team weiter, den neuen Markt an der Lahauser Straße einzurichten.

Die anfängliche Kritik an der Größe des Baukörpers sei verstummt, berichtet Flenker. Bei diesem Millionen-Projekt hätte Aldi gerne Baukosten sparen wollen, aber die Bauordnung habe eine entsprechende Größe gefordert. „Es gibt einen bestehenden B-Plan, der eine Zweigeschossigkeit vorgeschrieben hat“, erklärt Flenker. Auf den Bau von Wohnungen habe man deshalb verzichtet, weil Aldi mit gemischt genutzten Gebäuden anderswo schlechte Erfahrungen gemacht hat. Bei den Konflikten mit den Mietparteien gehe es meist um Abstellflächen, um Anlieferverkehr und um Parkplätze. In Kirchweyhe wollte man das vermeiden und sich um das Wohl der Kunden und Anwohner bemühen. Dafür hat das Dach eine Besonderheit, die viele nur aus der Luft sehen können. Gemeint ist die Fotovoltaik-Anlage, die 148 Kilowatt Spitzenleistung bringt. „Wenn die Sonne scheint, können wir den Großteil des Strombedarfs selbst erzeugen“, so Flenker.

Aldi in Kirchweyhe: Gelände bekommt Fußweg

Weyher sollen allein wegen der Aldi-Zentrale und der Kaffee-Rösterei auf einen Vorzeigemarkt treffen. Deshalb bekommt das Gelände einen Fußweg zwischen Parkplatz und dem Weg Am Marktplatz. Außerdem soll einen Platz zum Verweilen eingerichtet werden. Im Innern ist neu, dass Kunden erstmals eine Toilettenanlage – die auch behindertengerecht ist und einen Wickeltisch aufweist – aufsuchen können. Die Tür kann jede Kassiererin per Knopfdruck öffnen. In den alten Läden durften Kunden zwar auch die Toilette benutzen – das war aber die für die Mitarbeiter.

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