Initiative: gegen Expansion des Solitärareals

GS Agri: Akzeptanz für neuen Standort nur unter Auflagen

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Nach aktuellen Planungen soll die Getreideannahme von GS Agri nicht mehr an der B 6, sondern an der Ristedter Straße realisiert werden.

Weyhe - Von Sigi Schritt. Die Bürgerinitiative Melchiorshausen meldet sich jetzt mit einer Neugestaltung ihrer Homepage wieder zu Wort. Wie deren Sprecher Dieter Höft Mittwoch auf Anfrage berichtet, steht die Vereinigung einer Ansiedelung von GS Agri zur Ristedter Straße (wir berichteten) ambivalent gegenüber. Einerseits lehnen diese Bürger grundsätzlich ab, dass die Genossenschaft aus dem Ortsteil Leeste in ihren umsiedelt. Andererseits könnten sie den von der Gemeinde avisierten Standort an der Grenze zu Syke unter gewissen Auflagen akzeptieren.

Wolfgang Höft verweist auf die Homepage und stellt Forderungen an Verwaltung und Politik. Die Gemeinde müsse ihr Versprechen halten, die Anlage umweltverträglich zu gestalten und Ausgleichsmaßnahmen umzusetzen. Die sollten nicht etwa in der Leester Marsch oder anderswo realisiert werden, sondern vor Ort, in Melchiorshausen. Außerdem müsse eine Expansion der Gewerbefläche über die geplanten 33.000 Quadratmeter an der Ristedter Straße hinaus ausgeschlossen werden. „Es darf kein großes Gewerbegebiet im Ristedter Moor entstehen“, so die Bürgerinitiative auf ihrer Homepage. Höft betont, „mit dem neuen Standort in einem Trinkwasserschutzgebiet hätten sich die Bedenken der Bürger in Bezug auf Verkehr, Umwelt, Lärm, Emissionen sowie die Aussicht auf weitere Gewerbegebiete, bis hin zur Industrialisierung dieses Ortes nicht in Luft aufgelöst“.

Hat die Initiative das direkte Gespräch mit der Verwaltung oder deren Chef gesucht? Da sich die Forderungen laut Höft hinsichtlich GS Agri nicht geändert hätten, sind „wir auch bis jetzt nicht auf den Bürgermeister zugegangen. Zumal ja weitere konkrete Pläne, über die man sich unterhalten muss, noch nicht veröffentlicht worden sind.“

Bovenschulte: Befürchtungen unbegründet

Befürchtungen, dass die Gewerbeflächen ausgedehnt würden, seien unbegründet, so Bürgermeister Andreas Bovenschulte. „GS Agri wird an der Ristedter Straße ein Solitärstandort bleiben“, sagt er. „Ich persönlich und auch die Verwaltung stehen für Gespräche zur Verfügung“, sagt er. „Uns ist die Entwicklung aller Ortsteile gleich wichtig“, so Bovenschulte.

Die Initiative fordert weiterhin für den Handwerkerhof einschließlich der Zuwegung zum Areal der Abfallwirtschaftsgesellschaft eine eigene Abbiegespur. Damit sollen sowohl der Verkehrslärm als auch die Unfallgefahr reduziert werden.

Für die andere Seite der Bundesstraße, auf der zuvor ein Gewerbegebiet für GS Agri entwickelt werden sollte, schlägt die Bürgerinitiative vor, einen attraktiven Ortskern entstehen zu lassen. Höft empfiehlt, Wohnbauprojekte zu realisieren, die altersgerechtes Wohnen im Blick haben. Dadurch würde Melchiorshausen attraktiver gestaltet.

Die Mitglieder – 61 Betroffene – lehnen den „Aufstellungsbeschluss in der geplanten Form und Größe ab“. Laut Höft muss ein Gesamtkonzept her, das eine ausgewogene, umweltverträgliche Gewerbeentwicklung in Melchiorshausen und anderen Weyher Ortsteilen berücksichtigt.

Unabdingbar sei ein breiter, dominierender Grünstreifen, der den Biotopverbund Melchiorshauser Fuhren, Otten Moor und Gänsebach erhalte und den Menschen eine Naherholungsfunktion biete, fordert Höft.

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