Mundschutz und Desinfektion: Was in Weyher Sportstudios nun zu beachten ist

Aerosolen keine Chance geben

Desinfektion ist das A und O im Sportstudio Generation Plus.  
Foto: Jantje Ehlers
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Desinfektion ist das A und O im Sportstudio Generation Plus. Foto: Jantje Ehlers

Weyhe – Nach der Arbeit noch eben ins Fitnessstudio fahren – das ist für viele Usus. Denn, im Vergleich zu Angeboten von Sportvereinen, ist man in einem Fitnessstudio weniger an feste Zeiten gebunden. Es ist flexibel – zumindest vor der Corona-Krise. Nach einer mehrmonatigen Schließung haben sämtliche Studios nun wieder geöffnet – allerdings mit nicht so flexiblen Regeln.

Die Fitnessbranche boomt. Das zeigt zum Beispiel eine Statista-Statistik, aus der hervorgeht, dass im Jahr 2019 rund 11,66 Millionen Menschen deutschlandweit in Fitnessstudios registriert sind. Zum Vergleich: Fußball erreicht demnach mit etwa 7,13 Millionen Mitgliedern Rang zwei der beliebtesten Sportarten. Kein Wunder, dass der Aufschrei groß ist, Sportstudios wieder zu öffnen. Seit etwas mehr als zwei Wochen hat also auch das Sportstudio Generation Plus in Leeste offen. Inhaber Olaf Schwägerl berichtet auf Nachfrage, was ihm dabei besonders wichtig ist: „Die permanente Lüftung.“ Er habe in seinem Studio eine Lüftungsanlage installiert, bei der es sich wie Sport im Freien anfühlen würde. „Fünfmal pro Stunde tauscht die Anlage die komplette Luft im Raum aus“, erklärt Schwägerl. Er habe die Anzahl coronabedingt erhöht. Zu „normalen“ Zeiten würde sie das Ganze zwei- bis dreimal tun. Damit soll Aerosolen erst gar keine Chance zum Entstehen gegeben werden. Zum Vergleich: In Duschräumen, wo die Luftfeuchtigkeit erhöht ist, tauscht eine Lüftungsanlage 12- bis 18-mal die gesamte Luft aus. Der Inhaber unterstreicht sein Konzept: Bei kleineren Betrieben – wie Generation Plus – sei so eine Belüftungsanlage „nicht üblich“. Bei größeren hingegen schon. Die Anlage hätte Schwägerl aber auch schon vor Corona-Zeiten gehabt – nun kommt sie ihm zugute.

Die Öffnungszeiten bei Generation Plus sind nach wie vor dieselben, doch Drumherum hat sich Grundlegendes verändert. Zum Beispiel sollen die Sportler zwar nicht beim Training direkt, aber wenn sie das Studio betreten oder den Weg zur Toilette aufsuchen, eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Außerdem ist die Sportstätte mit Desinfektionsspendern ausgestattet und Pfeile sowie Markierungen weisen auf den nötigen Abstand zueinander hin. Es gilt die Regel: Eine Person darf auf zehn Quadratmetern trainieren. Bei Generation Plus dürfen laut Schwägerl 13 bis 14 Sportler zeitgleich trainieren. In Bezug auf die dort vorhandene Fläche käme eine Person sogar auf 20 Quadratmeter. „Das ist mehr Platz als erfordert“, unterstreicht er. Beim Zirkeltraining hätte eine Person sogar bis zu 30 Quadratmeter Platz, denn da können nicht mehr als sechs bis sieben Personen gleichzeitig trainieren. „Das Training dauert aber in der Regel nur zwischen 20 und 30 Minuten“, erklärt Schwägerl.

Die Umkleidekabinen bleiben geschlossen, die WC-Einrichtungen sind eingeschränkt verfügbar. Spinde zum Wegschließen von Wertsachen können genutzt werden. In den Punkten kommen Generation Plus und das Studio Fitness Fellows in Kirchweyhe auf einen Nenner. Zweiteres setzt sogar auf zwei Meter Abstand zueinander, sagt Trainer Tim Knauf. „Wir haben die Geräte entsprechend auseinandergezogen oder teilweise gesperrt.“ Damit beim Training keine Muskelpartie zu kurz kommt, seien dennoch einzelne Geräte für sämtliche Gruppen da. Was dafür wegfällt, sind Dinge wie Yoga-Matten und Terra-Bänder. Das seien laut Knauf „schwer zu desinfizierende“ Dinge. Ebenso ist das Trainieren im Zirkel nicht möglich. „Die Geräte lassen sich nicht weit genug auseinanderziehen“, erklärt Knauf.

28 bis 30 Personen dürfen zeitgleich ins Studio. „Damit sind alle Geräte besetzt und wir haben die Maximalanzahl erreicht“, so Knauf. Alle sollen ihr eigenes Handtuch mitbringen und eigenständig die Geräte vor und nach der Trainingseinheit desinfizieren. Eine Maske sollen sie in „Beratungssituationen“ tragen. Das heißt bei Gesprächen am Tresen und während der Probetrainings. Da laut Knauf momentan „wenig los“ sei, müssen sich die Mitglieder vorab nicht anmelden, um trainieren zu können.

Das Feedback zu den Anti-Corona-Maßnahmen vor Ort sei gemischt. Viele meinen, dass die geltenden Regeln den Umständen entsprechend gut umgesetzt seien. Die Öffnungszeiten bleiben wie gehabt.

Von Lisa-marie Rumann

Griffbereit beim Training: ein Mundschutz. Foto: Jantje Ehlers
Schilder weisen auf geltende Regeln hin. Foto: Jantje Ehlers

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