Ärger mit der Baustelle in Leeste

Geisterfahrer in der Einbahnstraße

300 Fahrzeuge in einer Stunde, so hat es Hotelier Michael Quittek gezählt, seien morgens an den Fenstern seines Hotelbetriebs vorbeigefahren.
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300 Fahrzeuge in einer Stunde, so hat es Hotelier Michael Quittek gezählt, seien morgens an den Fenstern seines Hotelbetriebs vorbeigefahren.

Die Baustelle auf der Leester Straße in Weyhe ist nur wenige Meter lang, aber sie verursacht jede Menge Ärger. Der Verkehr wird einspurig Richtung Brinkum geführt. Die Einbahnstraßen-Regelung achtet nicht jeder. Außerdem suchen sich Autofahrer Schleichwege und ärgern Hotelgäste. 

Weyhe – Die Baustelle auf der Leester Straße in Höhe der Ladestraße in Weyhe verursacht jede Menge Probleme. Wie berichtet soll die Kreisstraße in Höhe des Döner-Hauses verbreitert werden, um eine Linksabbiegespur für den künftigen Verbrauchermarkt Famila zu ermöglichen. Auffällig war, dass sich nicht alle Verkehrsteilnehmer an die Einbahnstraßenregelung gehalten haben.

Die Polizei zieht nach zwei Wochen ein erstes Fazit: „Wir haben einige Autofahrer angehalten, und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet“, sagt Thomas Gissing, Sprecher der Polizeiinspektion Diepholz. Im Anschluss hätten die Beamten die ignoranten Verkehrsteilnehmer angewiesen, zu drehen und die Umleitung zu nehmen. Der Polizeisprecher sei selbst einem Geisterfahrer begegnet. So etwas halte den ganzen Verkehr auf. Schließlich musste der Fahrzeugbesitzer rückwärts fahren und rangieren.

Doch nicht nur Geisterfahrer seien der Polizei ein Dorn im Auge, sondern auch die Verkehrsteilnehmer, die sich über Schleichwege an der Baustelle vorbeimogeln wollen, um nicht die Umleitung über Weitufer und Im Bruch zu nehmen. Es sei für die Zeit der Baustelle auf der Leester Straße nur Anliegern gestattet, den Busplatz in Richtung Junkernhof und Köhlerbruch zu fahren. Doch das scheint nach wie vor nicht zu gelingen. Die Polizei kündigt an, den Verkehr im Auge zu behalten.

„Es ist leider zu beobachten, dass einzelne Falschfahrer vorsätzlich und verbotswidrig in die Einbahnstraße und über den Busplatz und das angrenzende Wohngebiet fahren. Gegen solche Uneinsichtigkeit und Unbelehrbarkeit helfen auch Verkehrsschilder nichts“, sagt der zuständige Rathaus-Mitarbeiter Christian Silberhorn auf Anfrage. Die Möglichkeiten der Gemeinde seien begrenzt. Um zum Beispiel Fußgänger besser vor auf den Gehweg ausweichenden Autos zu schützen wurde auf der Leester Straße in Höhe der Einmündung zur Ladestraße eine Verschwenkung eingeführt“, so Silberhorn.

„Wir beobachten die Lage permanent und steuern ständig gegen, wenn Probleme auftauchen.“ Die Gemeinde sei mit den Anwohnern „im täglichen Austausch“. Die Rathaus-Mitarbeiter würden sich die Situation schildern lassen. So hätte die Gemeinde den Busplatz mit der Regelung „Anlieger frei“ gesperrt.

Auch Hotelier Michael Quittek hatte besondere Probleme mit dem Schleichverkehr, der die Baustelle umfährt. Seinem Ärger hat er Luft gemacht. Kurz nach der Einrichtung der Baustelle äußerte er gegenüber der Gemeinde seinen Unmut, weil ortskundige Fahrerinnen und Fahrer die Umleitung ignorieren und mit ihren Fahrzeugen am Leister Apparthotel vorbeigefahren sind, also direkt unter den Fenstern von Hotelgästen. Auf dem Kurzen Weg, eine Gemeindestraße, herrscht laut Quittek üblicherweise fast kein Verkehr. Er habe die Fahrzeuge gezählt, die morgens pro Stunde durchrauschten: Es seien um die 300 Fahrzeuge gewesen. „Hotelgäste reisten vorzeitig ab“, nennt der Hotelier die unerwünschte Folge.

Nach Gesprächen unter anderem mit Polizei und Gemeinde hat die Straßenverkehrsbehörde die Einfahrt auf den Kurzen Weg ganz gesperrt. Ulf Kücken vom Copyshop und Tabakwarengeschäft schlägt vor, dass die Gemeinde auf der Straße Köhlerbruch Barken so hinstellen könnte, dass Autofahrer im Slalom herumkurven müssen und dadurch mit verminderter Geschwindigkeit unterwegs seien.

Der Unternehmer sagt, dass die Einrichtung der Baustelle sich auf seinen Umsatz ausgewirkt habe. Eine Umleitung, die über Kirchweyhe führt, sei viel zu lang. „Die Autofahrer aus diesem Teil von Leeste fahren nicht mehr zu uns“, sagt er. In Sorge sei er, dass bald sein Geschäft für den Anlieferverkehr von Hermes und DHL nicht mehr erreichbar sein könnte. Das wäre dann der Fall, wenn die Baustelle nämlich auf die andere Straßenseite wechselt. Die Gemeinde versichert: „Der Kiosk soll über die gesamte Dauer der Arbeiten zu Fuß erreichbar sein.“ Was die Anlieferung im weiteren Verlauf betrifft: Es würden mehrere Lösungen im Raum stehen. „Über die genauen Möglichkeiten findet ein regelmäßiger Austausch mit Herrn Kücken statt“, so Silberhorn.

Der erste Ärger der Betreiber des Döner-Hauses ist verflogen: Für Stunden war es gar nicht erreichbar, weil der Eingang mit Barken komplett dichtgemacht worden war. Jetzt besteht immerhin die Möglichkeit, auf dem Fußweg aus Richtung Sparkasse das Geschäft anzusteuern. Ängste der Betreiber, dass der Bürgersteig an der Treppe zum Ladenlokal kürzer wird, will die Gemeinde nehmen. „Der Bürgersteig wird letztendlich mit 2,35 Metern sogar um 60 bis 80 Zentimeter über die gesamte Länge breiter sein als vorher.

Ob die Wirtschaftlichkeit noch gegeben sei, wenn die Parktaschen vor dem Haus wegfallen und die Autos nicht mehr direkt vor der Tür halten können? „Dazu muss gesagt sein, dass es keinen Anspruch auf einen öffentlichen Parkplatz vor dem Geschäft gibt“, so Christian Silberhorn. Es gebe eigene Stellflächen auf der Anlage wenige Meter weiter, erreichbar über den Kurzen Weg, sagt der Rathaus-Mitarbeiter.

Von Sigi Schritt

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