...und in der Realität: Sommerkirche erzählt von Vorbildern, die Mut machen

Ängste bekämpfen in Himmelsrand

Himmelsrand ist der Schauplatz des Computerspiels „Skyrim“, aus dem der Hoffnungsmensch von Pastorin Gudrun Müller stammt. Die Hündin hat mit dem Spektakel nichts zu tun, ist aber trotzdem auf dem
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Himmelsrand ist der Schauplatz des Computerspiels „Skyrim“, aus dem der Hoffnungsmensch von Pastorin Gudrun Müller stammt. Die Hündin hat mit dem Spektakel nichts zu tun, ist aber trotzdem auf dem

Weyhe – Vorbilder, die inspirieren und Mut machen sind in Zeiten von Corona mehr denn je gefragt. So haben sich die Pastoren des Verbundes der Leester Marienkirche und Kirchweyher Felicianuskirche Gedanken gemacht, welche denn ihre Vorbilder sind – und warum. Vorbilder seien Hoffnungsmenschen, und mit denen leiten die Pastoren die diesjährige Sommerkirche ein.

Für Pastor Ulrich Krause-Röhrs ist Dietrich Bonhoeffer (1906 bis 1945) einer dieser Hoffnungsmenschen – oder wie der Pastor sie auch nennt: Leuchtturmpersonen. Im ersten Teil der Sommerkirche am 26. Juli wird Krause-Röhrs auf das Leben Bonhoeffers eingehen und warum er ein Hoffnungsmensch sein kann. Vorab sagt er nur so viel: „Bonhoeffer war einer der herausragendsten Theologen des letzten Jahrhunderts.“ Und darüber hinaus: „Er hat einfach verstanden, was auf uns zu kommt.“ Damit spielt er auf den Nationalsozialismus an und hebt Bonhoeffer als Widerstandskämpfer hervor. Eine Sache hat Krause-Röhrs ganz besonders beeindruckt: „Bonhoeffer lebte in Sicherheit in New York und kam trotzdem zurück nach Deutschland, um Widerstand zu leisten.“

Auch aus der NS-Zeit, aber ein gänzlich anderer Charakter ist Sophie Scholl (1921 bis 1943). Auch sie ist für Krause-Röhrs ein Hoffnungsmensch, auf den er am dritten Sonntag aus der Reihe Sommerkirche eingehen will. Sie forderte gemeinsam mit der Widerstandsgruppe Weiße Rose andere Menschen zum Widerstand auf. Er beschreibt sie als „starke Person“ mit einem „kritischen Geist“. Der Leester Pastor ist von ihrer Haltung und Art zu denken nachhaltig beeindruckt und hätte sie adaptiert.

Zwischen dem ersten und dritten Gottesdienst ist Pastor Gerald Meier an der Reihe. Er hat sich „bewusst“ keine Hoffnungsperson aus dem kirchlich-theologischen Kontext gesucht. Über diesen hinaus ist er auf den Soziologen Erich Fromm (1900 bis 1980) und dessen Buch „Die Kunst des Liebens“ aufmerksam geworden. In seiner Studienzeit habe er diese Lektüre wie eine „Taschenbibel“ bei sich getragen. Er benennt die Liebe als „tiefgründigstes, ernsthaftestes und vor allem wichtigstes“ Gefühl des Menschen und meint, dass Liebe die Antwort auf die heutige Zeit sei.

Pastorin Gudrun Müller schafft für ihren Gottesdienst am 16. August einen Kontext zwischen Kirche und einem Computerspiel. „The Elder Scrolls V: Skyrim“ ist der Name des Spiels, in dem es den Drachen namens Dovahkiin gibt. Müller stellt den Drachen als Sinnbild der Angst dar, die ihrer Auffassung nach in der heutigen Zeit allgegenwärtig ist. Vor allem dann, wenn sich nichts mehr so planen lässt wie vor Corona. „Es war alles fest, und auf einmal wurde alles infrage gestellt“, so Müller.

Im Spiel kann man mit einem Charakter, dessen Fähigkeiten immer besser werden, je öfter er sie einsetzt, gegen die Drachen ankämpfen. Und so auch im echten Leben – nur eben gegen die Angst. Dadurch könne man selber zum Vorbild werden und die Welt verbessern.

Dem jüdischen Religionswissenschaftler Pinchas Lapide wird sich Pastor Holger Hiepler in seinem Gottesdienst widmen. In seinem Buch „Entfeindung leben?“ beschäftigt sich Lapide damit, Feindbilder aufzulösen. Konkret gehe es dabei um den christlich-jüdischen Dialog. Solche Feindbilder ließen sich aber auch auf andere Situationen übertragen wie zum Beispiel den Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und „den Anderen“, die seines Erachtens die Bösen seien – ein Feindbild. Stattdessen soll die Gesellschaft gemeinsam an Problemen arbeiten und versuchen, sie zu lösen, meint Hiepler.

Von Lisa-marie Rumann

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