Effekt unklar

17 Tempotafeln messen in Weyhe die Geschwindigkeit

Eine Geschwindigkeits-Messtafel.
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Messtafeln können anzeigen, wenn jemand zu schnell ist. Ein „zu langsam“ kennen sie hingegen nicht.

Weyhe – Raser sind eine Gefahr für sich selbst und für andere Verkehrsteilnehmer, aber auch Zulangsamfahrer können zu einer Gefahr im Straßenverkehr werden. Um das Tempo-Verhalten für Fahrer zu reflektieren, gibt es in der Gemeinde Weyhe laut Pressesprecher Sebastian Kelm zwei mobile sowie fünfzehn stationäre Geschwindigkeitsdisplays. Die Geräte messen das Tempo der Fahrzeuge und zeigen dieses auf einer Anzeigentafel an.

„Nach den Rückmeldungen aus der Weyher Bevölkerung wird eher das ,Rasen‘ als Problem wahrgenommen anstatt das ,Schleichen‘“, stellt der Pressesprecher klar. Dazu komme die Gefährdung durch das Falschparken.

Doch auch Langsamfahrer können ein Ärgernis sein. Traktoren, Fahrradfahrer, niedrigere Tempolimits für Lkw: sie alle beeinträchtigen den Verkehr nahe der erlaubten Höchstgeschwindigkeit.

Strafrechtlich ist das Zulangsamfahren in der Straßenverkehrsordnung geregelt. Dort heißt es unter Paragraf drei Absatz zwei: „Ohne triftigen Grund dürfen Kraftfahrzeuge nicht so langsam fahren, dass sie den Verkehrsfluss behindern.“

Doch was heißt das genau? Eine exakte Definition ist schwierig. Allgemein gesprochen legt die Verordnung nur fest, dass nicht ohne Grund langsam gefahren werden darf. Gründe dafür sind vielfältig, es können beispielsweise die technischen Eigenschaften des eigenen Fahrzeugs, die Witterungsbedingungen oder auch die Parkplatzsuche sein.

„Grundsätzlich ist Zulangsamfahren nicht zu beanstanden“, sagt Thomas Gissing, Polizeisprecher im Landkreis Diepholz. „Die Schilder geben eine maximale Höchstgeschwindigkeit an“, betont der Beamte. Niemand müsse so schnell fahren. Falle den Beamten etwas auf, würde aber kontrolliert. Jedoch sei das Thema Langsamfahren bei der Polizei im Kreis bisher kein Thema. „Der Schwerpunkt liegt eindeutig bei den Rasern“, sagt Gissing.

Und an die Tempo-Sünder richten sich die Tempo-Tafeln. „Die Kosten für eine Anzeigetafel betragen rund 2 200 Euro“, sagt Kelm. Die Aufstellung wird durch den Baubetriebshof der Gemeinde Weyhe vorgenommen, dabei entstünden je nach Aufwand Kosten in Höhe von rund 200 Euro.

Wie lange die stationären Anlagen in Weyhe an ihrem Platz bleiben, stehe nicht fest. Jedoch sei „eine Begrenzung der Aufstellungsdauer für die stationären Geschwindigkeitsdisplays an ihren jetzigen Standorten derzeit nicht vorgesehen“, so Kelm.

Für die mobilen Displays liege die Aufstelldauer bei einem Display im Regelfall bei etwa zehn Tagen. „Für das zweite Display, welches hauptsächlich in der Nähe von Kitas und Schulen eingesetzt wird, beträgt die Aufstelldauer etwa einen Monat“, erklärt Kelm.

Die erste mobile Anzeigetafel in Weyhe dürfte laut Gemeinde vor 2006 angeschafft worden sein. „Ein genaues Datum für den ersten Einsatz oder die Beschaffung kann leider nicht mehr genannt werden“, sagt Kelm.

Das erste in Weyhe eingesetzte mobile Gerät sei zwischenzeitlich durch ein neues ersetzt worden. Das Zweite – das für den Einsatz an Kitas und Schulen – wurde 2017 beschafft und erstmalig eingesetzt. Fünf stationäre Displays wurden jeweils in den Jahren 2017, 2018 und 2019 angeschafft.

Zusätzliche Displays sind laut Gemeinde nicht in Planung. Über Aufstellorte und -dauer entscheidet die Verwaltung selbst, da es sich um eine freiwillige Maßnahme handele. Gesetzliche Regelungen hierzu gebe es nicht. Die Anzeigetafeln dürften grundsätzlich an allen Straßen aufgestellt werden. Eine dauerhafte Aufstellung erfolge mit dem zuständigen Straßenbaulastträger.

Manche Autofahrer bremsen vor Blitzern und Tempo-Displays und beschleunigen dahinter wieder. Auch, ob ein Gewöhnungseffekt bei einzelnen Verkehrsteilnehmern stattgefunden hat, könne die Gemeinde nicht beurteilen. „Die Displays zeigen aber weiterhin Wirkung, sodass es auch nach wie vor positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung gibt“, sagt Weyhes Pressesprecher.

Grundsätzlich sei zudem die Auswertung von Daten, wie Geschwindigkeit und Verkehrsaufkommen, über die Messtafeln möglich, „allerdings wären die Daten nicht aussagekräftig, da zumindest die Geschwindigkeiten durch die Anzeige selbst naturgemäß beeinflusst wird“, so Kelm. Für entsprechende Verkehrszählungen und die Ermittlung von Geschwindigkeiten setze Weyhe außerdem ein anderes Gerät ein.

Schwerpunktmäßig wird eine Straßenverkehrsbehörde bei Unfallschwerpunkten tätig. In den Jahren 2018 bis 2020 gab es in der Gemeinde Weyhe jeweils einen Unfallschwerpunkt, zu dem bereits Maßnahmen umgesetzt worden oder derzeit in Planung sind. Einzelheiten zum Verkehrsunfallgeschehen und den Hauptursachen für Verkehrsunfälle werden im Rahmen einer jährlich stattfindenden Pressekonferenz von der Polizei mitgeteilt.

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