Landtagswahl in Niedersachsen

Marco Genthe will den Umgang mit Problemwölfen regeln

Marco Genthe

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. In sieben Fällen haben Wölfe nachweislich Schutzzäune in den Landkreisen Diepholz und Vechta übersprungen – und Nutztiere getötet. Für den FDP-Landtagsabgeordneten Dr. Marco Genthe aus Weyhe bedeutet das Handlungsbedarf.

„Man kommt nicht darum herum, auffällige Wölfe abzuschießen“, so der rechtspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion. Gemeinsam mit Gero Hocker und Stefan Birkner hatte Genthe Spring-Wölfe in einer Anfrage an die Landesregierung hinterfragt – und erfahren, dass ein Wolf in zwei Fällen in Eydelstedt und in fünf Fällen in Goldenstedt den Grundschutz übersprungen hatte, den das Land nach festen Kriterien definiert.

„Abschuss gehört zum Kompromiss“

„In der Umsetzung seitens der Nutztierhalter und Nutztierhalterinnen bestehen allerdings zum Teil erhebliche Qualitätsunterschiede“, so die Landesregierung in ihrer Stellungnahme. Die Zäune waren demnach zwischen 90 und 140 Zentimeter hoch. Bei dem in der letztgenannten Höhe habe es sich um einen Elektro-Netz-Zaun mit einer Litze zur Erhöhung gehandelt. „Der Abstand zwischen Netz und Litze ist stellenweise zu groß gewesen, um die erwünschte Wirkung zu erzielen.“ Denn der Zaun unter der Flatterlitze sei deutlich niedriger gewesen, hieß es.

Außer Zweifel steht, dass der Bereich Goldenstedt/Barnstorf mit 104 nachgewiesenen Nutztierrissen Spitzenreiter in Niedersachsen ist. Die sogenannte Goldenstedter Wölfin gilt als „Springerin“, die mühelos Zäune überwindet – und das auch ihren Jungen beibringen könnte. Sechs Welpen soll sie im Bereich Mäkel zur Welt gebracht haben, vier davon sind offiziell nachgewiesen.

Wenn Nutztierhalter – Schafzüchter zum Beispiel – jetzt Nacht für Nacht zwei Meter hohe Zäune aufbauen sollten, „dann funktioniert das nicht“, so Genthe. „Das halte ich für völlig absurd.“

Nach der Rückkehr des Wolfes in die Kulturlandschaft müsse jetzt – gerade mit Blick auf die hohe Zahl der Nutztierhalter in dieser Region – ein Kompromiss gefunden werden, erklärt Genthe wenige Wochen vor der Landtagswahl. „Zu einem solchen Kompromiss gehört meines Erachtens auch der Abschuss eines auffälligen Wolfes, um weiteres Tierleid zu vermeiden.“

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