Lob für die Schule: „Wir konnten uns gut entfalten“

Abiturienten der KGS Leeste haben die Karriere fest im Blick

Gehen gerne zur Schule: Alina Astl, Lisa Jarmuth und Pia Engelhardt - Foto: Schritt

Weyhe - Von Sigi Schritt. Hinter ihnen liegt die mehrjährige Schulzeit an der KGS Leeste – vor ihnen die Zukunft: Pia Engelhardt, Lisa Jarmuth und Alina Astl zählen zu den 90 Prozent des 107-köpfigen Abiturjahrgangs, die schon ganz genaue Vorstellungen von den Wegen haben, die bald eingeschlagen werden sollen. Die Schülerinnen plaudern über ihre Karrierewünsche, blicken auf die Zeit an der KGS zurück und sagen, weshalb sie ihre Schule so lieben – trotz ausgefallener Stunden und Lehrer-Abordnungen an die Grundschulen.

Für die 19-jährige Pia Engelhardt ist es ein merkwürdiges Gefühl, seit Anfang April nicht mehr in der Schule zu sein. Ausnahmen bildeten nur die Abiprüfungen für die drei Leistungsfächer und das weitere schriftliche Prüfungsfach. Die Klausurenphase zog sich laut dem Trio fast einen Monat hin. Bis zum 23. Mai sind die mündlichen Prüfungen angesetzt, danach folgt das Sportabi. „Wir sind durch und holen uns am 11. Juni die Ergebnisse ab und schauen, ob Nachprüfungen erforderlich sind“, so Pia Engelhardt.

Langeweile bis zur Abigala (22. Juni) in der Sporthalle und dem Ball einen Tag später in der Weyher Mehrzweckhalle kommt bei den jungen Frauen nicht auf: Lisa und Alina stehen der Hauptorganisatorin des Abiballs, Pia, ebenso hilfreich zur Seite wie noch weitere Mitschüler. Die Organisation sei aufwendig, sagen sie. Pia, die schon seit Jahren viele Organisationsaufgaben in der KGS übernommen hat, möchte den Beweis erbringen, dass eine Mehrzweckhalle mit viel Einfallsreichtum und einer Portion Technik in einen modernen und schicken Ballsaal verwandelt werden kann. Unter anderem hat die Veranstalterin den von der Bremer Diskothek La Viva bekannten DJ Julien Truebeatz verpflichtet. 

Nach den Vorstellungen der Abiturientin werden die Tische komplett eingedeckt, Loungemöbel sollen für eine Wohlfühl-Athmosphäre sorgen, matt-schwarze Traversengerüste die edle Erscheinung unterstreichen. Pia ist sich sicher, dass der Caterer mit dem Drei-Gänge-Menü mit Fisch- und Fleischgerichten für das Bankett richtig liegt. Das Bremer Cocktailshuttle ist beispielsweise ebenso mit von der Partie. „Das ist zwar eine öffentliche Veranstaltung, aber der Einlass ist nur mit Abendgarderobe“, betont sie. „Unsere Sicherheitsmitarbeiter lassen Gäste mit T-Shirt und Jeans nicht in die Festhalle. Sie müssen sich umziehen, dann dürfen sie wiederkommen.“ Für den Eintritt werde viel geboten.

Jüngere Schüler dürfen ebenso mitfeiern, müssten aber am Eingang einen sogenannten „Muttizettel“ vorlegen. „Es gelten die gleichen Regeln wie bei anderen öffentlichen Veranstaltungen“, ergänzt Pia.

Nach dieser glamourösen Feier startet das Trio durch: Jahrgangssprecherin Pia Engelhardt wird im August elf Monate in Namibia verbringen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) entsendet die junge Weyherin in einen Vorort von Windhoek, um dort als Assistentin in einer Grundschule zu fungieren. „Das DRK bezahlt unter anderem Flug, Unterkunft, Essen und Seminare.“ Engelhardt sieht den Aufenthalt als gute Vorbereitung für ein einschlägiges Studium. „Ich möchte Event-Planerin werden und sehr große Veranstaltungen verantwortlich auf die Beine stellen.“ Ihr schweben Firmen wie FKP Scorpio vor, die Konzerte oder auch das Hurricane-Festival organisiert.

„Ich bin auf der Suche nach einer Wohnung in Heidenheim“, sagt Alina Astl. Die 18-jährige beginnt im Rahmen einer Ausbildung im Jugendamt des Landkreises Osterholz-Scharmbeck ein duales Studium. Die angehende Sozialpädagogin wird dann den theoretischen Teil des Studiums (Abschluss: Bachelor of Arts Soziale Arbeit) in Baden-Württemberg erledigen.

Das Trio wird die KGS Leeste vermissen

Lisa Jarmuth benötigt nur noch ein Visum, dann kann der USA-Trip schon fast losgehen. „Ich habe mich für ein Au-pair-Jahr in den USA entschieden“, berichtet die 19-Jährige, die in Phoenix (Arizona) leben wird. Sie möchte mindestens 13 Monate bleiben, aber nicht die 25 Monate ihres Studentenvisums ausschöpfen. Es müsse soviel Zeit bleiben, um Kurse an einer Uni zu belegen und die USA kennenzulernen. Ein Trip nach Hawaii sei ihr Herzenswunsch. Unterm Strich wird der Aufenthalt „eine gute Vorbereitung für ein Studium der Anglistik und Politikwissenschaften sein“, glaubt sie. Mein Berufsziel? „Lehramt für die Sekundarstufe I und II“, sagt Lisa.

Das Trio wird die KGS Leeste vermissen. „Es wird viel Schlechtes über die Schule geredet, weil Unterricht ausfällt oder Pädagogen abgeordnet werden. Aber unsere Lehrer geben sich Mühe, den Stoff durchzukriegen, so Engelhardt. „Diese KGS macht uns Schüler einzigartig. Wir bekamen die Möglichkeit, uns selbst kennenzulernen und künstlerisch auszuleben.“

Weitere Beispiele: Eine Lehrerin studiert extra noch Informatik, damit die jetzigen Zehntklässler für ihr Abi Informatik belegen können. Für die anstehende Kompaktsanierung habe Direktor Rainer Patzelt Wert gelegt, die Schüler miteinzubeziehen. Nicht nur das Design der neuen Toiletten (schwarze Fliesen und neonfarbenen Türen) würden nach Schülerideen gebaut, sondern vieles mehr. „Wir haben für mehrere Schülergenerationen Weichen gestellt“, so Pia Engelhardt.

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