GAR sortiert in Kastendiek bis zu 12 000 Tonnen ausländische gelbe Säcke / Millionen-Investition?

Wertstoff-Import aus Norwegen

Ein Drittel der gelben Säcke aus dem Landkreis Diepholz landet in der Sortieranlage in Bassum-Kastendiek.

BASSUM/LANDKREIS (sdl) · Für den Bürger ein Handgriff, aber für Entsorgungsfirmen und Verwertungsunternehmen mittlerweile eine komplizierte Sache: Der „grüne Punkt“ hat ein anderes Gesicht bekommen, seit neben dem Dualen System Deutschland (DSD) acht weitere Unternehmen bestehen. Je nach Ausschreibung ändern sich im Wertstoff-Wettbewerb immer wieder die Stoffströme. Um die Leichtstoff-Sortieranlage in Kastendiek auslasten zu können, verwertet die GAR (Gesellschaft für Abfall und Recycling) mittlerweile gelbe Säcke aus Norwegen.

Bis zu 12 000 Tonnen dieser ausländischen Wertstoff-Importe verarbeitet die GAR in ihrem Kastendieker Unternehmen, beschäftigt dort 39 Mitarbeiter – und plant nach Informationen dieser Zeitung Investitionen in Höhe von 4,5 Millionen Euro.

Diese Summe wollte Axel Schreiber, Bruder des GAR-Geschäftsführers Olaf Schreiber und geschäftsführender Gesellschafter der GAR-Nachbar-Firmen M +S Transportgesellschaft sowie Bremer Sandhandelsgesellschaft in Stuhr, gestern nicht bestätigen – wohl aber die Modernisierung der Anlage: „Wir müssen erst mal die Genehmigung haben“, sagte Schreiber, „wir wollen unsere Anlage optimieren.“

Die ist mittlerweile zehn Jahre alt. Knapp 35 000 Tonnen Wertstoffe werden dort pro Jahr verarbeitet. Davon kommen aber nur 1 800 Tonnen aus dem Landkreis Diep holz – und damit nur ein gutes Drittel des Gesamtaufkommens. Denn die Landkreis-Bürger füllen Jahr für Jahr bis zu 5 500 Tonnen Wertstoffsäcke, umgerechnet bis zu 30 Säcke pro Person und Jahr.

War in den vergangenen Jahren das Unternehmen Tönsmeier aus Porta Westfalica für die Abfuhr verantwortlich, so ist es – nach erneuter Ausschreibung über DSD – nun wieder die Firma Stenau aus Ahaus im Landkreis Borken.

Sie hatte vor Jahren schon einmal die Ausschreibung von DSD gewonnen – und im jüngsten Wettbewerb erneut den Zuschlag bekommen. Als Subunternehmerin steigt diesmal die AWG („AbfallWirtschaftsGesellschaft“) ins Wertstoffsack-Geschäft ein, übernimmt die Abfuhr eines Drittels der Wertstoffsäcke im Landkreis. Dafür hat die AWG ein neues Fahrzeug angeschafft und drei ihrer Mitarbeiter für diese Aufgabe zur Verfügung gestellt.

Die Sammlung sei für eine Kommune, also für den gesamten Landkreis, ausgeschrieben worden, so AWG-Geschäftsführer Andreas Nieweler; die Verwertung der Wertstoffe allerdings geteilt nach Fest- und Vario-Mengen.

Nach wie vor verwerte Tönsmeier in Porta Westfalica gelbe Säcke aus dem Landkreis Diepholz, so hieß es. Aber die Sortiermengen für die GAR in Kastendiek seien nach der neuen Ausschreibung gewachsen.

Das bestätigte Axel Schreiber gestern. Die GAR sei ebenso zuständig für Verwertung der gelben Säcke aus den Landkreisen Verden, Rotenburg, Osterholz-Scharmbeck und Nienburg.

Übrigens: Noch vor sechs Jahren waren die Wertstoffsäcke aus dem Landkreis Diepholz regelmäßig auf eine rund 170 Kilometer lange Reise gegangen. Damals hatte die „Duale Abfallwirtschaft und Verwertung Ruhrgebiet“ (DAR) den Verwertungsauftrag gewonnen. Zwei Lastzüge pro Werktag starteten Richtung Ruhrgebiet. Die Entfernung war bei der Ausschreibung kein Kriterium gewesen.

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