Weniger Lastwagen, mehr Läden vor der Tür

Um ein eigenes Profil will sich der SPD-Kandidat Johannes Schwitters bemühen. n Foto: Ehlers

Von Burkhard Peters - Eine passende Voraussetzung für das Bürgermeisteramt bringt der SPD-Kandidat Johannes Schwitters schon mit: Seit Kindertagen schlägt sein Herz für Werder Bremen, und damit dürfte er eine Leidenschaft mit den allermeisten Stuhrern teilen. Der 31-jährige Jurist ist in Diep-holz und in Wittmund aufgewachsen. „In Ostfriesland kommt man praktisch als Werder-Fan auf die Welt“, sagt der Kandidat.

Was führt ihn nach Stuhr? Nach einem Austauschjahr in Brasilien entscheidet Johannes Schwitters, sich politisch zu engagieren. „Die krassen sozialen Gegensätze in Südamerika haben mich aufgerüttelt“, blickt er zurück.

Im Geschichtsunterricht hört er die legendäre Ansprache des damaligen SPD-Vorsitzenden Otto Wels im Reichstag gegen die Ermächtigungsgesetze. Die letzte freie Rede im Reichstag hinterlässt auf Schwitters einen solch tiefen Eindruck, dass er beschließt, der SPD in Diepholz beizutreten und eine politische Karriere anzustreben.

Als gutes Rüstzeug dafür betrachtet er die Juristerei – weshalb sich Schwitters nach dem Abitur und dem Zivildienst in einer Jugendpsychiatrie an der Universität in Göttingen für das Jurastudium einschreibt. Als angehender Jurist lernt der SPD-Kandidat unter anderem das Rechtsamt der Stadt Kassel kennen und hospitiert bei der SPD-Bundestagsfraktion. Mit den beiden Staatsexamina in der Tasche arbeitet Schwitters als Vetriebsleiter, Anwalt und Kanzleimanager in Bremen, wo er zurzeit mit seiner langjährigen Freundin Christiane lebt.

Im SPD-Unterbezirk kennt man Schwitters, der vertretungsweise das Wahlkreisbüro des Vorsitzenden Rolf Kramer geleitet hat, gut. Als es die Runde macht, dass der bisherige Stuhrer Bürgermeister Cord Bockhop ins Kreishaus strebt, sprechen seine Stuhrer Genossen den aufstrebenden Juristen an, ob er nicht ins Rathaus ziehen möchte. Schwitters sagt zu.

Was reizt ihn an Stuhr? Vieles in der Gemeinde sei ja auf gutem Weg, räumt der SPD-Kandidat ein. „Vieles davon hat auch die SPD angestoßen“, ergänzt er. Ihm gehe es nicht darum, seinen Vorgänger zu kopieren. „Ich möchte eigene Ideen entwickeln, und nicht nur Kurs halten. Das könnten die Leute von einem hoch bezahlten Bürgermeister erwarten.“

Weitere Wohn- und Gewerbegebiete will er nicht erschließen, kündigt der Jurist an. „Stuhr ist da randvoll.“ Erst will er den Leerstand in den vorhandenen Industrieflächen abbauen.

Auch die Ortskerne in Alt-Stuhr und in Brinkum liegen Schwitters am Herzen. Die Anlieger, auch und gerade die älteren, müssten Läden zu Fuß erreichen können. In Alt-Stuhr fehle ein Krämerladen. Den Lkw-Verkehr will er aus der Ortsmitte dagegen aussperren. „Jedenfalls den, der dort nicht hingehört.“ Gelinge dies, erübrige sich die umstrittene Ortsumgehung.

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