Barbara Hache und Thomas Denker sind das „Theater ohne Hund“

Wenig Kulisse, viel Improvisation und Herzblut

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Mit viel Freude, aber ohne Hund spielen und singen sie auf der Bühne: Barbara Hache und Thomas Denker. Die Puppenspielerin und der Musiker sind Nachbarn. ·

Martfeld - Von Annika BünderDie Straßenmusikanten Henry und Lotte beginnen zu singen. Nach dem ersten Lied sagt Henry: „Lass uns doch mal etwas Neues machen!“ „Was willst du denn machen? Geschichten erzählen?“, fragt Lotte, und Henry erwidert: „Oh ja! Dazu hätte ich Lust …“ – Genau wie die beiden Hauptfiguren ihres ersten gemeinsamen Stücks „Der Tod im Pflaumenbaum“ haben sich Thomas Denker und Barbara Hache überlegt, einfach mal etwas Anderes auszuprobieren: „Theater ohne Hund“ heißt ihr aktuelles Projekt.

Im Februar 2011 sprach Barbara Hache aus Martfeld ihren Nachbarn Thomas Denker an, ob er Lust habe, mit ihr zusammen auf der Bühne zu stehen. Sie ist bekannt als Theater- und Puppenspielerin, er als Musiker. Denker war sofort angetan von der Idee, wie er heute sagt. „Wir können super zusammen spielen. Das ist echt ein Glücksfall“, schwärmt er, und Barbara Hache nickt zustimmend.

Die Theater- und Puppenspielerin wollte gerne das Märchen „Der Tod im Pflaumenbaum“ aufführen. Gesagt, getan. Einmal in der Woche trafen sich die Martfelder zum Proben. Doch was das „Theater ohne Hund“ jetzt auf der Bühne zeigt, ist komplett anders, als es sich Hache und Denker zunächst vorgestellt hatten: Die Kulisse ist schlicht, Requisiten gibt es nur die nötigsten. In zwölf Rollen schlüpfen die Künstler – mal als Schauspieler, mal mit Handpuppen. Sie erzählen und spielen Geschichten in einer Geschichte, sprechen mit dem Publikum. Auch die Puppen und die Erzähler Henry und Lotte reden miteinander. Zudem erklingen zehn selbst geschriebene Lieder. „Wir haben das ganze Stück selbst gemacht – nichts ist geklaut“, sagt Barbara Hache. Es sei alles drin: Fröhliche Szenen wechseln mit traurigen Geschehnissen und melancholischen Stimmungen.

Rund 95 Minuten entführt das „Theater ohne Hund“ seine Zuschauer in eine ganz andere Welt. „Das Publikum mag diese Kurzweiligkeit, die schnellen Rollen- und Szenenwechsel“, erzählen die Martfelder. Jede Aufführung sei anders: „Man merkt stets eine Wechselwirkung zwischen uns und dem Publikum.“ Danach richte sich auch ihr Spiel. Auch spontane Reaktionen gehören dazu: Fällt beispielsweise im Zuschauerraum ein Glas herunter, kommentieren Thomas Denker und Barbara Hache das gerne – natürlich in ihren gerade eingenommenen Rollen.

Insbesondere die Freiheit, die Spontanität mache das „Theater ohne Hund“ aus, sagen die zwei Nachbarn. Auch während der Proben stünden Improvisationen, das Philosophieren und spontane Einfälle im Fokus. „Man muss sich einlassen, es muss sich entwickeln. Erst wenn sich etwas entwickelt, bekommt es Reife“, erklärt Barbara Hache.

Für den Musiker Thomas Denker war das alles komplett neu – und ungewohnt. Zu Beginn der Proben drückte ihm seine Kollegin eine Puppe in die Hand, einen Jungen. „Barbara sagte, ich soll die Puppe mit nach Hause nehmen, jeden Tag mit ihr reden und sie kennenlernen“, erzählt Denker. „Das fand ich erst verrückt!“ Trotzdem tat er, wie ihm geheißen – und stellte fest, dass sein erster Eindruck von der Puppe falsch war: „Zunächst dachte ich: Das ist ein Frechdachs! Aber er ist ja ein ganz lieber Junge!“ Und nun mimt Denker in „Der Tod im Pflaumenbaum“ mit seinem neuen Freund im Mini-Format den freundlichen Jan Christoph.

Das Märchen über Wünsche, Liebe, den Tod und die Zeit, das mal heiter, mal traurig ist, präsentierte das „Theater ohne Hund“ erstmals Mitte Juni im Wecholder Heimathaus –  vor ausverkauftem Saal. Auch bei drei weiteren Darbietungen blieb kein Platz frei. Deshalb wollen Denker und Hache das Stück noch mehrmals aufführen. Und dann? „Wir proben und spielen auf jeden Fall irgendwann ein zweites Stück“, sagen die Künstler.

Bleibt nur noch eine Frage offen: Warum haben sich Barbara Hache und Thomas Denker „Theater ohne Hund“ genannt? „Erst hatten wir eine lange Namensliste. Aber irgendwie gefiel uns keiner so richtig“, erzählen die beiden. „Dann haben wir wieder mal ‘rumgealbert – und ‚Theater ohne Hund‘ blieb dabei hängen. Manchmal sind wir einfach wie Kinder – und das ist auch schön und gut so …“

http://www.theater-ohne-hund.de

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