Vorwürfe wegen Spende an Stiftung

Weiterhin Wirbel beim Landvolk

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Die Internetseite des Landvolkes.

Sulingen - Von Katrin Pliszka. Der Landvolk-Verband Grafschaft Diepholz kommt nicht zur Ruhe. Im Landwirtschaftsforum „top agrar online“ wird der Verdacht der Veruntreuung gegen den ehemaligen Kreisvorsitzenden Lothar Lampe (wir berichteten) lebhaft diskutiert.

Ausführlich äußern sich dort die Nutzer über den Vorfall. Einige deuten weitere Kreise an, die der Fall Lampe angeblich zieht. Lothar Lampe selbst war gestern zu keinem Gespräch mit dieser Zeitung bereit.

In erster Linie dreht es sich in der Internet-Diskussion um eine Spende in Höhe von 100 000 Euro, die Lampe an die Edmund-Rehwinkel-Stiftung mit Sitz in Berlin überwiesen haben soll. Einige der Diskussionsteilnehmer äußern den Verdacht, der ehemalige Vorsitzende des Landvolks habe sich so gewisse Vorteile verschaffen wollen. Unter anderem sei es schon auffällig, dass die Tochter von Lothar Lampe später ein Stipendium der Stiftung erhalten habe.

Die Vertreter der Stiftung reagierten gestern im Gespräch mit dieser Zeitung empört auf die Vorhaltungen im Internetforum. Christian Bock von der Landwirtschaftlichen Rentenbank, unter deren Dach auch die Edmund-Rehwinkel-Stiftung zu finden ist, sprach von einer „Diffamierung“. Bock zufolge habe die Stiftung 2009 zwar tatsächlich eine Zustiftung in Höhe von 100 000 Euro bekommen, die auch vollständig in das Stiftungsvermögen eingeflossen sei, aber, so Bock: „Das Geld kam nicht von Lothar Lampe selbst, sondern von der Landvolk-Dienstleistungsgesellschaft.“ Einen etwaigen Zusammenhang zwischen der Zustiftung und dem späteren Stipendium für dessen Tochter bezeichnete Bock als „hanebüchen“.

„Wir gucken bei der Auswahl unserer Stipendiaten nicht auf die Eltern der Bewerber“, betonte auch Christian Pohl, Geschäftsführer der Stiftung. Die Tochter des ehemaligen Landvolk-Vorsitzenden sei eine intelligente und freundliche junge Frau, die die Kriterien für das Stipendium „voll erfüllt“ habe. Wie der Internetseite der Stiftung zu entnehmen ist, ist die Tochter von Lampe seit November 2011 im besagten zweijährigen Stipendiaten-Programm. Das sieht neben einer finanziellen Förderung von monatlich 500 Euro auch die Möglichkeit vor, an Seminaren teilzunehmen.

Von der Staatsanwaltschaft Verden war auf Nachfrage zum Fall Lampe zu hören, dass das Ermittlungsverfahren weiter andauere. Das Landvolk Grafschaft Diepholz war zu keiner Stellungnahme bereit. Gestern äußerte sich auch die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) zu dem Fall. Demnach unterstützt sie die Forderung der Mitglieder des Landvolks nach einer Klärung der Vorwürfe gegen Lampe. „Zwar gilt bis dahin die Unschuldsvermutung auch für Lampe – der gesamte niedersächsische „Landvolk“-Landesbauernverband muss sich aber fragen lassen, weshalb er sich nicht nur in Diepholz geschäftlich so massiv in der Windkraft-Projektierung engagiert“, heißt es weiter.

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