Landtagspräsident Dinkla referiert beim Spargelessen der Union

Weißer „Kaviar“ und Politik

Landtagspräsident Hermann Dinkla. ·
+
Landtagspräsident Hermann Dinkla. ·

Kirchdorf - Es war der weiße „Kaviar“ der Gemüsesorten, wie Landtagspräsident Hermann Dinkla ihn nannte, der am Dienstag rund 200 Unions-Mitglieder und Mittelstandsvertreter aus vier Landkreisen zusammenführte: Beim Spargelessen auf dem Hof Thiermann in Kirchdorf-Scharringhausen erlebten Mitglieder aus den Landkreisen Diepholz und Nienburg sowie Gäste aus Schaumburg und Minden-Lübbecke einen frühen Auftakt des Landtagswahlkampfes – vor allem aber einen wirtschaftskundigen, eloquenten Landtagspräsidenten: „Charles de Gaulle hat einmal gesagt, er habe nichts dagegen, mit einem Spargel verglichen zu werden.

Denn das Wichtigste daran sei der Kopf.“ Im selbigen hatte Dinkla nicht nur ein Fülle von Wirtschaftsdaten, sondern ebenso deren Bedeutung für die Entwicklung Niedersachsens. Das alles servierte er schnörkellos und prägnant, nachdem er das Ehepaar Thiermann und sein Wirtschaftsunternehmen gewürdigt hatte.

Mit 30 Milliarden Euro Jahresumsatz sei die Agrarbranche nach der Automobil-Industrie die wichtigste in Niedersachsen, sagte Dinkla. „Wir sind das Agrarland Nummer eins in Deutschland!“, betonte der Landtagspräsident. Starke maritime Wirtschaft, Automobil-Wachstumsmarkt China, Boom-Bereich erneuerbare Energien: Dinkla beackerte ein weites politisches Feld und warb für eine pragmatische, verständliche Politik: „Die zehn Gebote haben 295 Wörter, die EU-Verordnung über den Export von Karamellbonbons hat 25 911.“ Eine dicke Lanze brach der 69-Jährige für den Mittelstand und für die regional verwurzelten Banken: „Das Geschäftsmodell der Sparkassen und Genossenschaftsbanken darf durch Europa nicht beschädigt werden, denn es ist ein Erfolgsmodell: Hier macht man Geschäfte, die man versteht, mit Menschen, die man kennt.“ Auch in einem anderen Wirtschaftsbereich hielt Dinkla Akzeptanz für unverzichtbar: „Die Energiewende kann es nur geben, wenn sie vor Ort akzeptiert ist!“ Damit schloss der Referent fast nahtlos an das Statement von Kirchdorfs Samtgemeindebürgermeister Heinrich Kammacher an. Die Energiewende werde in Berlin beschlossen, hatte er zuvor zu bedenken gegeben. „Aber ohne den ländlichen Raum wird es nicht funktionieren“, so Kammacher mit Blick auf Wind-, Biogas- und Photovoltaik-Anlagen. Der ländliche Raum müsse deshalb an der Wertschöpfung beteiligt werden, forderte Kammacher. Der Samtgemeindebürgermeister appellierte an alle, sich dafür einzusetzen.

Unabhängig davon stellte Landrat Cord Bockhop fest: „Wir brauchen Menschen, die Verantwortung übernehmen.“ In einer Welt der Arbeitsteilung könne nicht jeder alles wissen und nicht alles entscheiden. Dafür brauche man „Klasse statt Masse“. Gemeinsam Mitstreiter für die Union zu gewinnen, dazu ermunterte im Laufe des Abends der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig. Der CDU-Landtagsabgeordnete Karsten Heineking moderierte ebenso wie der Nienburger CDU-Vorsitzende Frank Schmädeke, der mit mit seinem Diepholzer Kollegen und Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Klare ein Spargelpräsent an Dinkla überreichte. Für den Referenten gab es ebenso großen Beifall wie für Gastgeber Heinrich Thiermann, der 250 Kilo des Edelgemüses an die Gäste verschenkte. · sdl

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Einbruch: 90-Jährige schläft während der Tat vor dem Fernseher

Einbruch: 90-Jährige schläft während der Tat vor dem Fernseher

Einbruch: 90-Jährige schläft während der Tat vor dem Fernseher
Küchenbrand im Wohnblock an der Berliner Straße in Syke

Küchenbrand im Wohnblock an der Berliner Straße in Syke

Küchenbrand im Wohnblock an der Berliner Straße in Syke
Lange Straße wird für aufwändige Dacharbeiten halbseitig gesperrt

Lange Straße wird für aufwändige Dacharbeiten halbseitig gesperrt

Lange Straße wird für aufwändige Dacharbeiten halbseitig gesperrt
Donnerstag ist Malochertag: „RentnerbÄnd“ des TSV Drentwede renoviert die Gemeinschaftshalle

Donnerstag ist Malochertag: „RentnerbÄnd“ des TSV Drentwede renoviert die Gemeinschaftshalle

Donnerstag ist Malochertag: „RentnerbÄnd“ des TSV Drentwede renoviert die Gemeinschaftshalle

Kommentare