„Plattdüütsch op de Deel“: Falko Weerts überzeugte mit irdischen, überirdischen und außerirdischen Geschichten

Als der Weihnachtsmann Herr Winter war

Wusste sein Publikum mit hintergründigem Humor zu unterhalten: Falko Weerts.

Syke - SYKE (bt) · Schon lange bevor er in Tönning seinen letzten „Talk up Platt“ fürs Fernsehen gemacht hatte, wusste Falko Weerts, „dat ick ook noch wat anners maken“ kann. Obgleich er sich damals schon ein wenig „besiet schoben“ fühlte.

Was er noch kann, hat er hinlänglich bewiesen. Am Sonnabend war die Syker Museumsdiele bis auf den letzten Platz besetzt, als er zu einem „Platt op de Deel“ eingeladen hatte.

Museumsleiter Dr. Ralf Vogeding erinnerte an die gute Tradition dieser plattdeutschen Veranstaltungen und freute sich darüber, dass Falko Weerts das Akkordeonduo Cornelia und Claus Kasimirs aus Lahausen mitgebracht hatte. Beide sorgten in den Pausen zwischen den Lesungen und Erzählungen von Falko Weerts für  festliche vorweihnachtliche Musik.

Allerdings mit einer Ausnahme: Nachdem Falko Weerts seine Erzählung vom „Mord to Wiehnachten“ zuende vorgelesen hatte, spielten sie Hazy Osterwalds „Kriminaltango“.

Weerts informierte auch über weihnachtliche Bräuche. Er erzählte, dass die Weihnachtsengel zunächst Männer waren, die als „Schutzengel“ wohl auch effektiver waren. Erst während des Barock wurden sie zu den mehr geschlechtslosen Wesen, „die heute die Sterne putzen“. Er erzählte, natürlich auf Platt, dass der Weihnachtsmann eigentlich früher der „Herr Winter“ war, wie ihn Moritz von Schwindt in seinen Bildern darstellte und dass der heutige Weihnachtsmann eigentlich der Nikolaus ist, eine Figur, die auf den Bischof Nikolaus vom Myra zurückgeht, der vor allem in der orthodoxen Kirche als „Heiliger“ verehrt wird.

Dass Adventskranz und Tannenbaum keine jahrtausendealte Tradition haben, wussten die meisten Zuhörer. Aber sie stimmten Falko Weerts zu, als er feststellte: „Schön is dat trotzdem.“

Weerts erzählte die nachdenkliche Geschichte  „Drööm??“ bei der sich der Träumer in eine überirdische Telefonverbindung „rinmengeleert“ hatte. Das Wunder, von dem die Ärzte anschließend sprachen, war keines, denn „ick wuss dat beter“.

Noch lebendiger wurden seine Geschichten, die er frei vortrug. Dazu zählte die Story vom total erkälteten Rentier Rudolf. Ein übereifriger Engel rettete damals das Weihnachtsfest, indem er von der Erde eine Kuh  mitbrachte. „Dat weer dat eentige Mal, dat‘n Koh den Wiehnachtsmann sinen Sleen tagen hätt“, erinnerte sich Falko Weerts bei dieser vorweihnachtlichen Gemengelage aus Geschichten, Gedichten und Musik bei Kaffee und Kuchen.

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