Geschichtswerkstatt arbeitet die Historie der markanten Gebäude auf

Wehrblecker Mühlen

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Kreiszeitung Syke

Sulingen - WEHRBLECK · Wie oft sich Hermine Depke, ihr Urenkel Markus Kellermann und Werner Böckelmann auch über die Geschichte der Mühlen in der Gemeinde Wehrbleck bereits unterhalten haben – es werden noch mehr Stunden vergehen, bis alle Details aufgeschrieben sind.

Keines der markanten Gebäude steht heute mehr, alleiniger Zeuge der Mühlengeschichte ist das Haus im Ortsteil Buchhorst, in dem die zuletzt motorbetriebene Mühle untergebracht war. Heute ist es ein Wohnhaus mit drei Parteien, dessen markante und mehrgeschossige Bauweise auf den ehemaligen Nutzen hinweist.

Wer mit Hermine Depke spricht, taucht ein in die weit verzweigten Familienbande. Die 92-jährige Dame wohnt noch heute in dem Haus, das einst neben einer stattlichen Bockwindmühle stand. Stattlich zwar, aber alt, denn Hermann Stegmann hatte die Mühle in Dörrieloh abgebaut und 1872 die Erlaubnis erhalten, sie in Wehrbleck, heute Ostermoor, wieder aufzubauen. 1873 durfte er sie in Betrieb nehmen und ein paar Jahre konnte er sie nutzen. Schon 1895 allerdings baute er eine neue Windmühle, ganz in der Nähe, an der Grenze zum Varreler Gebiet. „Von dieser Mühle ist noch heute, wenn nicht Getreide hoch gewachsen ist, ein wenig vom Fundament zu sehen“, erklärt Markus Kellermann. Er leitet die Geschichtswerkstatt und findet in seiner Urgroßmutter eine fröhliche wie unerschöpfliche Informationsquelle. Denn Hermine Depke hat ebenso Interesse an der Aufarbeitung der Geschichte, hat ihren eigenen Stammbaum erforscht, der wohl mit einem Lehrer Grambart anfing.

Seinetwegen war sie einst zusammen mit dem ehemaligen Samtgemeindearchivar Werner Böckelmann nach Hannover gereist, um dort im Niedersächsischen Staatsarchiv nach Unterlagen über Lehrer Grambart zu suchen. „Wiedergekommen sind wir dann mit der Mühlenakte“, erinnert sich Hermine Depke. So nahm die Erforschung dieser Dorfgeschichte ihren Anfang.

Hermann Stegmann muss indes im Jahre 1905 verkraften, dass seine erst zehn Jahre alte Mühle abbrennt. Doch er lässt sich nicht unterkriegen: Zusammen mit Sohn Wilhelm und dessen Frau Sophie, geb. Schmidt (die Hermine Depkes Tante war) kauft er ein Grundstück auf Buchhorster Gebiet (heute gegenüber des Landmaschinenhandels Rohlfs an der Bundesstraße 214 gelegen). „Die haben dort großzügig gebaut“, formuliert es Hermine Depke. Tatsächlich werden neben dem Mühlengebäude noch eine Molkerei und ein Sägewerk errichtet, dazu ein Wohnhaus. Das ehemalige Heim in Wehrbleck wurde an Familie Schmidt verkauft, heute gehört es Hermine Depke, die hier jetzt mit Tochter Gunda und Schwiegersohn Reinhard Kellermann unter einem Dach wohnt.

Als 1911 wieder ein Brand ausbricht und fast alle Gebäude vernichtet, bleibt das Areal in Buchhorst anschließend zunächst ungenutzt. Ungeklärt ist noch, warum Familie Stegmann nicht erneut eine Mühle aufbaute. Belegt ist der Kauf von 1943: Ferdinand Meier erwirbt das Stegmannsche Anwesen, errichtet eine neue Mühle, nimmt auch die Sägerei wieder auf, eine Molkerei wird nicht mehr errichtet.

Nicht Wind oder Wasser treiben die Mühle und das Sägewerk an, sondern ein Dieselmotor. Ferdinand Meier vererbt den Betrieb 1945 an seine Tochter Marie, deren Ehemann August Spreen leitet die Firma, bis diese den Betrieb einstellt. Warum? Auch darauf müssen Hermine Depke, Markus Kellermann und Werner Böckelmann noch eine Antwort finden und sich zum Thema Mühlengeschichte weitere Male treffen. · sis

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