Stephan Kohlmann aus Moordeich gründet eine Art Innung für Weihnachtsmänner

Ein Wattebart geht gar nicht

Stephan Kohlmann (r.) im Kreise seiner Berufskollegen (v.l.) Peter Ahrend, Stefan Röben und Gunther Gelrich, die sich zu einer Art Innung zusammengefunden haben.

Syke - MOORDEICH (pe) · Ein Bart aus Watte geht gar nicht. Und ein Weihnachtsmann, der etwas auf sich hält, würde niemals in weißen Turnschuhen den Kindern gegenübertreten. Das meint jedenfalls einer, der es wissen muss. Seit rund zwölf Jahren tritt Stephan Kohlmann aus Moordeich als professioneller Weihnachtsmann auf.

Zu Beginn der Saison hat Kuhlmann einige seiner Berufskollegen aus der Region zu einer Versammlung in das Gasthaus Nobel eingeladen. „Wir wollen Erfahrungen austauschen und ein Netzwerk bilden“, sagt Kohlmann. Denn gute Weihnachtsmänner sind schwer zu bekommen und ihr Terminkalender oft schon im Sommer ausgebucht, weiß der Moordeicher. Da freue sich mancher Kunde, wenn vielleicht noch ein anderer Weihnachtsmann einspringen könne.

Qualitätsmanagement spielt auch für die Männer im roten Mantel eine große Rolle. „Bärte sollten aus Kunsthaar oder möglichst Echthaar bestehen“, sagt Kohlmann. Und wer seinen Job ernst nehme, komme erst gar nicht auf die Idee, in einem 15-Euro-Kostüm an der Haustür zu klingeln.

Der Ärger über einen schlechten Weihnachtsmann brachte den Moordeicher vor zwölf Jahren auf den Gedanken, selbst in die Rolle zu schlüpfen. In einem Delmenhorster Einkaufzentrum hatte er beobachtet, wie ein Mann sich den Bart vom Gesicht gerissen und bei Kaffee sowie Zigarette eine ausgedehnte Mittagspause eingelegt hatte. „Die armen Kinder, die fest an den Weihnachtsmann glaubten, waren erschüttert“, erinnert sich Kohlmann. „Mach‘s besser“, forderte ihn eine Bekannte auf, der er von dem misslungenen Auftritt berichtet hatte. Kohlmann bekam Spaß an dem Job. Kein Wunder: Als Kaufmann im Einzelhandel und als nebenberuflicher Discjockey bereitet ihm der Kontakt mit Menschen Freude. In der Adventszeit, an den beiden Feiertagen und vor allem am Heiligen Abend herrscht für Kohlmann und seine Kollegen Hochbetrieb. Der Nebenjob sichert ihnen einen ansehnlichen Verdienst. Sein Honorar vom Heiligen Abend spendet der Moordeicher grundsätzlich, in diesem Jahr soll es dem Kinderhospiz „Löwenherz“ in Syke zugute kommen.

Manche ältere Kinder glaubten nicht mehr so recht an den Weihnachtsmann und vermuteten etwa einen „Onkel“ unter dem Kostüm. Wenn der Verwandte ins Zimmer tritt, kehrt die Illusion zurück. Spätestens um 20 Uhr macht Kohlmann Feierabend und steigt aus seinem roten Kostüm. Der Rest vom Heiligen Abend gehört der Familie und vor allem seiner Partnerin, die ihn in der Weihnachtszeit oft entbehrt.

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