Heimatbühne Stuhr hat sich dem „Schenkelklopftheater“ verschrieben und spielt in diesem Jahr „De lüttje Wippsteert“

„Warum Agatha Christie aufführen?“

Die Schauspieler der Heimatbühne Stuhr fiebern ihrem Auftritt im Rathaus entgegen. ·
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Die Schauspieler der Heimatbühne Stuhr fiebern ihrem Auftritt im Rathaus entgegen. ·

Stuhr - Von Andreas HapkeMit einem klaren „Jein“ beantwortet Horst True die Frage, ob er und seine Mitstreiter schon den Text für das neue Theaterstück beherrschen würden. Bis zur Premiere von „De lüttje Wippsteert“ ist es schließlich nicht mehr lange hin. Am Sonntag, 14. Oktober, um 16 Uhr hebt sich im Rathaus der Vorhang für die Heimatbühne Stuhr. Acht weitere Vorstellungen folgen.

Horst True ist das Urgestein der Heimatbühne und gemeinsam mit Margret Unger die treibende Kraft. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Proben kommt er mit seinem Traktor angefahren und bereitet den Übungsabend vor. Dazu treffen sich die Laiendarsteller in einer Halle des Landwirts Hegeler in Blocken. Zwischen Kürbissen und Kartoffeln, zwischen Kisten und Arbeitsgeräten feilen sie an ihrem Auftritt.

True war schon bei der Gründung im Jahr 1950 dabei, gönnte sich zwischenzeitlich eine Pause und bringt es deshalb auf rund 50 Jahre Mitgliedschaft. Einer, der über so viel Routine verfügt wie er, muss nicht den kompletten Text auswendig können. Im Gegenteil: „Die Leute erwarten doch, dass etwas schiefgeht“, nicht nur sprachlich. Nur allzu gerne erinnern sich die Schauspieler daran, wie sich einer der ihren während der Aufführung von „Swattbunte Farken“ derart das Unterhemd verdrehte, dass er sich nicht mehr bewegen konnte. Für Publikum und Ensemble war das ein Brüller.

Jedes Jahr lässt sich True zehn bis zwölf plattdeutsche Theaterstücke schicken und trifft eine Vorauswahl. Übrig bleiben drei, vier Geschichten, aus denen die Mitglieder gemeinsam ihren Favoriten wählen. „Können wir die Rollen überhaupt besetzen?“ sei dabei die entscheidende Frage. Da trifft es sich gut, dass der Verein keine Nachwuchssorgen hat. Mit Geertje Dörgeloh, Dirk Köhrmann, Christian Röpe und Dennis True stehen diesmal gleich vier junge Menschen zwischen 17 und 23 Jahren auf der Bühne.

„De lüttje Wippsteert“ ist ein Stück so ganz nach dem Geschmack der Heimatbühne. Hauptsache, es geht drunter und drüber. Irrungen und Wirrungen, viele Väter und kein Sohn. „Man spricht zwar despektierlich von ,Schenkelklopftheater’“, sagt True. „Aber wir haben die besten Erfolge damit. Warum sollen wir uns mit Agatha Christie abgeben?“. Eine der Hauptrollen spielt diesmal Dennis True als Senffabrikant Willem Cordes. Der zahlt seit 25 Jahren Alimente für einen Sohn, der aus einer alten Liebschaft mit einer Tänzerin stammt. Seine Frau Meta (Tanja Stölting) darf als Vorsitzende des Sittlichkeitsvereins gegen Lust und Laster natürlich nichts von den Zahlungen erfahren. Als sich herausstellt, dass neben Cordes noch Christian Krey (Björn True) und Anton Stüring (Herbert Liedtke) für das Kind aufkommen, sind die Turbulenzen programmiert. Dass Willems Tochter Lene (Geertje Dörgeloh) den Assessor Gerd Bruns (Dirk Köhrmann) liebt, Mama Meta sie aber lieber mit Heinrich Gemeiner (Christian Röpe) verheiraten möchte, sorgt für weitere Verwicklungen.

Nach der Premiere führt die Heimatbühne ihr Stück noch acht Mal auf: am 21. Oktober, 19 Uhr, und am 18. November, 16 Uhr, im Gasthaus Nobel in Moordeich; am 4. November, 16 Uhr, im Gemeindehaus der Martin-Luther-Gemeinde in Bremen-Findorff; am 11. November, am 6. und 27. Januar sowie am 24. Februar jeweils um 16 Uhr in der Gaststätte Bellmann in Moordeich; am 13. Januar um 16 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Bassen. Einlass ist wegen der Kaffeetafel oder Speisen und Snacks jeweils zwei Stunden vor der Aufführung.

Karten gibt es bei der Mühle Unger in Varrel, Telefon 04221 / 30 268, oder bei Horst True, Telefon 0421 / 89 41 27.

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