Walter Kohl gibt Volksbank-Vertretern Impulse zum Umgang mit Veränderungen

Von Kraftquellen und Kraftfressern

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Walter Kohl präsentiert seinen „Felix“.

Syke - Von Anke Seidel. Schock, Befreiung, Ungewissheit: Veränderungen lösen die unterschiedlichsten Gefühle aus – und können deshalb Kraftfresser und Kraftquelle zugleich sein. Wie selbst traumatische Veränderungen der Schlüssel zu einem selbstgestalteten, erfüllten Leben sein können, das erläuterte Walter Kohl während der Vertreterversammlung der Volksbank im Syker Theater – schonungslos, hautnah und im ständigen Dialog mit seinen knapp 200 Zuhörern.

Als Lebensberater hat der Sohn von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl über traumatische Erfahrungen und ihre Bewältigung mehrere Bücher veröffentlicht.

Impulse will er geben, Menschen zur Veränderung ihres eigenen Lebens bewegen – und bedient sich bewusst bei Willy Brandt. „Jede Zeit hat ihre eigenen Antworten“, hatte der SPD-Kanzler einst gesagt. Wann, will er vom Publikum wissen. Niemand meldet sich. Also gibt Kohl die Antwort selbst – 1969 zu den Ostverträgen – und erklärt, wie er persönlich mit Veränderungen umgeht. Offen berichtet der 51-Jährige vom Freitod seiner Mutter: eine unfassbare, unerträgliche Veränderung. Um damit leben zu können, hat Walter Kohl das „Warum?“ durch ein „Wofür?“ ersetzt.

„Das, was mal war, ist zum Baumeister geworden“, sagt er. Wenn ihm selbstmordgefährdete Leser seiner Bücher schrieben, „dass sie die Pillen weggeworfen haben“, dann gehe er zum Grab seiner Mutter und erkläre ihr: „Mama, da haben wir beide was bewirkt!“ Sich von der Vergangenheit nicht erdrücken zu lassen – für Kohl, den selbst einmal Selbstmordgedanken quälten, absolut lebenswichtig. Sinnbild für das Leben ist die hölzerne Skulptur „Felix“, die er durch die Reihen gibt. Buchstäblich begreifen sollen die Zuhörer, dass die Vergangenheit einen Abschluss hat – und dass Gegenwart und Zukunft im Einklang ein Kraftfeld bilden. Immer wieder ermuntert er dazu, sich selbst einen Brief zu schreiben und schonungslos ehrlich zu beschreiben: Was bedeutet Veränderung für meine Gefühle? Welche Kraftfresser habe ich? Was ist heute für mich Glück?

Eindringlich rät er seinen Zuhörern, nach Streit und Ungerechtigkeit nicht nachtragend zu sein. Denn Wut und Frustration wirken wie ein Stein, an dem der Nach-Tragende nicht nur schwer zu schleppen hat. Er hat auch die Hände nicht frei, um sein eigenes Leben zu gestalten. „Bekämpfe nicht die Realität – nutze sie!“, gibt er seinen Zuhörern im Zeitalter der Veränderungen mit auf den Weg.

Dass auch die Volksbank sich zahlreichen Veränderungen stellen muss, das hatte zuvor Volksbank-Vorstand Carl-Ludwig Behrens ausführlich erläutert.

Die Digitalisierung, sinkende Zinsüberschüsse bei steigenden Kosten der Regulierung und ein verändertes Kundenverhalten stellen die Bank vor große Herausforderungen. „Immer mehr Bankgeschäfte laufen online und über Telefon“, stellte Carl-Ludwig Behrens fest. Die Schließung der einen oder anderen Geschäftsstelle allein könne keine zukunftsfähige Antwort sein, so Behrens. Deshalb arbeite das genossenschaftliche Unternehmen an einem Kundenbetreuungskonzept, das die Wirtschaftlichkeit mit der regionalen Präsenz in Einklang bringen soll.

Als Wirtschaftsprüfer des Genossenschaftsverbands sah Dirk Abel gute Chancen für die Zukunft. „Ihre Volksbank ist in einer guten Ausgangslage, die Herausforderungen der Zukunft zu meisten“, erklärte er den Vertretern.

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