Mitgliederzahl nach Bürgerversammlung verdreifacht

Zustimmung und Zuwachs für Dorfladen-Arbeitsgruppe

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Rund 100 Interessierte hörten sich bei der Bürgerversammlung im Tierparkrestaurant die Visionen der Arbeitsgruppe Dorfladen, vorgetragen von Heidrun Hilgemeier (l.) an. Elf von ihnen schlossen sich gleich im Anschluss der Arbeitsgruppe an.

Ströhen - Von Katharina Schmidt. Ein bürgerschaftlich getragener Dorfladen – ist so etwas in Ströhen unmöglich oder machbar? Unnötig oder wichtig? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Bürgerversammlung am Mittwoch im Tierparkrestaurant. Unstrittige Antworten gibt es nicht. Aber so viel ist sicher: Der Arbeitskreis Dorfladen bleibt am Ball.

Rund 100 Ströher waren zu der Versammlung gekommen. Elf davon haben sich direkt im Anschluss dem Arbeitskreis angeschlossen. Somit zählt dieser nun 16 Personen – und damit in den Augen des Initiatorenteams um Heidrun Hilgemeier genug, um die Vision eines Ströher Ladens weiter zu verfolgen. Die Mitglieder wollen sich regelmäßig treffen, Ideen austauschen und Fragen klären.

Standort sollte zentral liegen

Letztere gibt es genug: Wie muss das Sortiment aussehen? Wer liefert die Waren? Ist eine Genossenschaft, bei der die Ströher Anteile kaufen und somit eine Grundfinanzierung ermöglichen, die richtige Gesellschaftsform? Und vor allem: Wo könnte ein Lebensmittelgeschäft überhaupt stehen?

Aus Sicht der Arbeitsgruppe sollte der Standort zentral im Ort liegen und über Parkplätze für fünf bis acht Autos verfügen. Den Aktiven schwebt neben Lagerräumen eine Verkaufsfläche von 150 bis 200 Quadratmetern vor. Zum Vergleich: Der Verkaufsraum von „Hanka's Dorfladen“ war 35 Quadratmeter groß.

Es gibt auch Kritiker

Mitglieder des Arbeitskreises haben sich bei Besuchen von Geschäften in Welbergen (Ochtrup), Leese (Landkreis Nienburg) und Haldem (Stemwede) inspirieren lassen. Ihre Eindrücke stellten sie bei der Versammlung vor. Anschließend sammelten sie Argumente für und gegen ein Ströher Geschäft.

Nudeln im eigenen Dorf kaufen zu können, diese Idee gefiel vielen. Doch die Anwesenden ließen nicht unter den Tisch fallen, dass es Umstände gibt, die gegen einen Laden sprechen. Zum Beispiel, dass er nicht die gleiche Auswahl bieten könnte wie die Supermärkte, die nur wenige Kilometer entfernt in Wagenfeld und Pr. Ströhen stehen. Oder, dass viele Ströher außerhalb des Ortskerns wohnen und sich zum Einkaufen sowieso ins Auto setzen müssen – wenn sie ihre Lebensmittel nicht von vornherein in ihrem Arbeitsort besorgen. Nicht zuletzt fragten Kritiker, ob das nicht alles viel zu viel koste.

Kurze Wege zum Einkaufen

Dem entgegen steht der Wille einiger Ströher, die Dorfmitte wiederzubeleben. „Der Ortskern ist zu bestimmten Zeiten einfach tot“, meinte Arbeitskreis-Mitglied Margarete Summann. Diese Erfahrung hat auch Reiner Kowarik, der ebenfalls Teil der Projektgruppe ist, gemacht. Er ist vor 26 Jahren nach Ströhen gezogen. Damals habe es unter anderem Droste, Quelle, einen Arzt, einen Schuhladen und einen Schlachter gegeben, schwärmte er. Nichts davon sei mehr da. Heidrun Hilgemeier merkte überspitzt an, dass, wenn gerade kein Dorffest ist, als Treffpunkt nur der Friedhof bleibe. Dort sehe man sich immerhin noch bei der Grabpflege.

Initiatorin Heidrun Hilgemeier sammelte Pro- und Kontra-Argumente an einer Pinnwand. Die Zahl der Gründe für einen Laden überwiegte – allerdings gibt es auch einige Bedenken.

Weitere Pro-Argumente waren unter anderem kurze Wege zum Einkaufen, Kundennähe, Regionalität, die Möglichkeit eines Bringdienstes und ein neues „Wir-Gefühl“ im Ort. Hilgemeier erinnerte daran, dass die Ströher gemeinsam schon viel auf die Beine gestellt haben. Als Beispiele nannte sie das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager im Jahr 2010, die Schießstände, das Sporthaus oder die 72-Stunden-Aktionen der Landjugend. „Grundsätzlich können wir Ströher so etwas“, ist sie überzeugt.

Der Fanatasie sind keine Grenzen gesetzt

In ein paar Jahren, so fantasierte sie, könne sie vielleicht schon mit anderen Mitgliedern des Arbeitskreises mit einem Kaffee in der Hand vor einen Ströher Laden sitzen. Sie würden eventuell Kinder sehen, die sich ein Radiergummi kaufen. Senioren, die mit Rollator Mehl und Milch holen. Und eine abgehetzte Mutter, die ihr Kind von der Kita holen muss und vorher eben noch Fischstäbchen für das Mittagsessen in ihren Einkaufskorb packt. „Vielleicht sitzen wir dann entspannt da und sagen: ,Ist das nicht geil, dass wir das damals gemacht haben?‘“

Wer Kontakt zum Arbeitskreis aufnehmen will, kann Heidrun Hilgemeier (05774/454) anrufen. Auf der Internetseite des Vereins Ströher Dorfladen können sich Interessierte außerdem die Präsentation, die die Arbeitsgruppe bei der Bürgerversammlung gezeigt hat, als PDF herunterladen:

www.stroeher-dorfleben.de

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