Wilhelm Lohaus aus Wagenfeld berichtet über Probleme und Chancen der Landwirtschaft

Zufrieden mit der „bunten Mischung“

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Wilhelm Lohaus aus Wagenfeld suchte Alternativen, um den Fortbestand seines Hofes zu sichern.

Wagenfeld - Die Maisernte hat begonnen. Mais, mit fast 35000 Hektar Anbaufläche eine der wichtigsten Kulturpflanzen im Landkreis, wird als Lebens- oder Futtermittel und auch für die Energieerzeugung verwendet. Mais ist aber nicht nur ein Futtermittel oder nachwachsender Rohstoff, sondern kann auch zu betrieblicher Diversifizierung – also zur Veränderung eines Betriebes in Richtung Vielfalt – beitragen, wie das Beispiel von Wilhelm Lohaus zeigt.

Der 60-jährige Landwirt aus Wagenfeld führt einen klassischen „Gemischtbetrieb“. Das heißt, zu seinem Betrieb gehören sowohl Tiere als auch Ackerbau. Zurzeit leben rund 400 Mastschweine im Betrieb, dazu werden 150 Hektar Acker- und Grünland bewirtschaftet. Bis August dieses Jahres gehörten auch noch 60 Kühe dazu. Aber die Milchviehhaltung lohnte sich nicht mehr. Man hätte viel investieren und den Stall erweitern müssen, das war bei den niedrigen Milchpreisen nicht zu rechtfertigen, meint Lohaus.

„Wir haben schon lange geplant, die Kühe abzuschaffen“, sagt er und zeigt eine Excel-Tabelle mit einem Überblick über die Milchpreise der letzten 19 Jahre. „Als wir zuletzt 1996 den Kuhstall erweitert haben, habe ich mit 60 Pfennig als durchschnittlichem Milchpreis gerechnet, die haben wir letztlich aber nur in fünf Jahren von fast 20 bekommen.“ Mal waren es erträgliche 35 Cent, mal nur 26 und einmal sogar nur 21 Cent. Auch die Haltung der rund 400 Schweine reiche schon lange nicht mehr zum Überleben.

Um den Betrieb erhalten zu können, suchte Wilhelm Lohaus also nach Alternativen. 2004 wurde der erste Maishäcksler angeschafft, seitdem ist Lohaus jeden Herbst auch als Lohnunternehmer unterwegs. Ungefähr 400 ha Mais erntet er dann mit dem betriebseigenen Häcksler. Optimal ausgelastet ist die Maschine damit zwar nicht, aber aufgrund der Witterungsbedingungen ist das Zeitfenster für den Einsatz meist begrenzt. Begrenzt ist auch die Zeit des Landwirts, schließlich muss er sich auch um die Tiere und den restlichen Betrieb kümmern. Als weiterer Baustein zur breiten Aufstellung des Betriebes kam 2010 noch eine Photovoltaik-Anlage dazu. Der größte Teil der Energie wird von Haus und Hof verbraucht und senkt so die Stromrechnung.

Wilhelm Lohaus ist zufrieden mit seiner „bunten Mischung“. Die Aufgabe der Milchviehhaltung sieht er heute positiv und meint: „Manchmal muss man etwas verändern, etwas Neues machen, damit der Betrieb eine Zukunft hat.“

Deutlich verzögert durch die kühle Witterung sind seit Ende September wieder die Häcksler und Traktoren mit Anhänger unterwegs. Für Autofahrer bedeutet dies: Achtung, große Maschinen auf den Straßen! Beim Auffahren vom Feld auf die Straße kann zudem Erde auf die Fahrbahn gelangen. Diese wird zwar schnellstmöglich entfernt, kurzfristige Beeinträchtigungen der Reifenhaftung sind aber nicht immer zu verhindern. Die Landmaschinen können zudem stark ausschwenken. Daher empfehlen sich eine vorausschauende Fahrweise und gegenseitige Rücksichtnahme.

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