Wagenfelderinnen Birgit und Tamara Reich zeigen „Reichlich Kunst“ im Dienstleistungszentrum

„Heimspiel“ für die Kunst

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Stoßen nach gelungener Eröffnung auf die erste Ausstellung in diesem Jahr im DLZ an (v.l.): Die Künstlerinnen Birgit und Tamara Reich, Laudatorin Carmen Finkenstädt und Brunhild Buhre, Vorsitzende des Vereins „Kunst in der Provinz“.

Von Simone Brauns-Bömermann. „Reichlich Kunst“ titelt die neue Ausstellung im Dienstleistungszentrum in Wagenfeld. Damit können sich die Unterstützer und die Paten der Ausstellung, letzere dieses Mal Ernst-August Bergmann und Julian-James Mandviwala von der Concordia Versicherung, gut anfreunden: Schließlich sind die beiden Austellerinnen waschechte Wagenfelderinnen.

Birgit und Tamara Reich sind Mutter und Tochter, beide besitzen das „Kunst-Gen“. Tamara perfektioniert es im Studium der Freien Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Was die Wände des DLZ ziert, zum Diskutieren anregt und die Besucher der Ausstellungseröffnung fasziniert, ist erst der Anfang der künstlerischen Karriere von Tamara Reich. Sie nimmt die Besucher mit ihren Werken von Fotografie bis Malerei mit auf die spannende Reise einer jungen Frau, die seit der achten Klasse des Gymnasiums wusste: „Ich möchte Kunst studieren, was sonst?“.

Das Ziel von Tamara ist es, Diplom-Künstlerin zu sein“, erläutert Carmen Finkenstädt in ihrer Einführung, eine Tatsache, die manchem Gast ein leichtes Schaudern entlockt in Zeiten von verkürzten Schul-, gestrafften Studienzeiten, dem Run auf das schnelle Geld. Realistisch betrachtet sei der Mittelpunkt des Studiums der Freien Kunst an der HBK Braunschweig das freie und weitestgehend selbständige Arbeiten in einer der 20 künstlerischen Klassen. „Diese decken das gesamte Spektrum der Bildenden Kunst und angrenzender Ausdrucksformen ab“, erläutert Tamara.

Malerei, Grafik und Druckgrafik, Bildhauerei, Installation, Fotografie, Film und Video, Klangkunst und Raumkonzepte. „Das schöne ist, dass alle unsere Dozenten selbst Künstler sind. Und: Die Werkstätten genial ausgestattet“, meint die Studentin, die im dritten Semester ist und noch mindestens sieben vor sich hat. Sie ist sich auch sicher, dass auf Grundlage des fundierten angesammelten Wissens der Einzeldisziplinen ein Platz in der Berufswelt für sie reserviert ist. Denn die Studenten haben nach dem Studium neben den breit gefächerten Fertigkeiten ebenso Kompetenzen erworben, die für die Vermittlung von Kunst in Erwachsenenbildung, Museen, Unternehmen, Kunstschulen hilfreich sind. Tamara jedenfalls ist mit vollem Einsatz und viel Talent dabei und viele Wagenfelder Gäste gratulierten der jungen Jetzt-Schon-Künstlerin.

Mutter Birgit ist Autodidaktin und malt solange sie denken kann, machte ihr Fachabitur Gestaltung in Bremen und ein Lehre als Schriftsetzerin bei der Firma „Digitales“ in Wagenfeld. Sie probiert sich immer wieder neu aus in der Material- und Farbwahl und ist regelmäßige Malschülerin bei Marianne Kellermann. Auch steht sie für ihre Tochter immer gerne als Diskussionspartnerin zur Verfügung und hat dabei gar keine Angst vor dem Berufswunsch der Tochter. Denn sie weiß, diese hat Talent und ist fleißig.

In Braunschweig hat Tamara bei der Bewerbung zum Studium mit dem sogenannten „Frühstart“, einer Vor-Ort-Werkerstellung überzeugt. Sie erinnert sich: „Wir bekamen Material wie Pappe, Papier und Strohhalm, etwas Farbe und hatten etwa vier Stunden Zeit, dieses Material in ein Exponat zu verwandeln“. Es gelang ihr und so entfiel lästiges Mappentraining, Abgabe der Mappe. Wie das Studium die Experimentierfreudigkeit der Studierenden unterstützt, zeigten die ausgewählten Exponate. Vom zeitaufwendigen Druck, der Fotografie, Plastik und Malerei – Tamara brachte einiges davon mit in ihre Heimat. Die Künstlerinnen mussten viele Gespräche führen, angefangen vom Pastor, über Freunde, Familie und Gäste.

Im Dienstleistungszentrum spiegelte sich an diesem Abend gelebte Künstlerförderung, breite Akzeptanz und reges Interesse, garniert mit Lounge-Live-Musik von Lutz Schäfer an der Gitarre, wieder.

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