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Wagenfelder Oberschule feilt am eigenen Konzept

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Von: Melanie Russ

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Mira und Joline (rechts) präsentierten das Ergebnis ihres Wirtschaftskurses, der sich intensiv mit der Firma Lütvogt beschäftigt hatte.
Mira und Joline (rechts) präsentierten das Ergebnis ihres Wirtschaftskurses, der sich intensiv mit der Firma Lütvogt beschäftigt hatte. © Melanie Russ

Tag der offenen Tür, Tag der offenen Worte: Schulleiter Klausing erklärt, was die Oberschule Wagenfeld an ihrem Konzept verändern wird. Ein Punkt: Haupt- und Realschulzweig werden künftig schon ab Jahrgang sechs getrennt

Wagenfeld – Die Gesellschaft verändert sich, Schüler verändern sich – dieser Entwicklung möchte sich auch die Oberschule Wagenfeld nicht verschließen. Nach elf Jahren in dieser Form stellt sie ihr Unterrichtskonzept zum nächsten Schuljahr etwas um. Bislang wurden die Schüler ab dem achten Jahrgang in einen Haupt- und Realschulzweig getrennt, ab dem Schuljahr 2022/23 erfolgt die Trennung schon in der sechsten Klasse. Was es mit dieser Veränderung auf sich hat, erläuterte Schulleiter Frank Klausing am Freitag während des Tags der offenen Tür. Die verschiedenen AGs der Schule nutzten den Tag zugleich, um in der Aula und einigen Klassenräumen ihre Arbeit zu präsentieren.

Die Entscheidung zur Trennung der Schulzweige schon ab Jahrgang sechs war laut Klausing unter anderem vor dem Hintergrund gefallen, dass die Zahl von Schülern mit Deutsch als Fremdsprache, zum Beispiel Flüchtlingskinder, gestiegen sei und mit dem Auslaufen der Förderschulen künftig die Inklusion eine größere Rolle spiele.

In Jahrgang fünf werden die Schüler wie bisher gemeinsam unterrichtet und bekommen Zeit, sich in der neuen Schule zu orientieren. Am Ende des Schuljahres werden alle Kinder versetzt – unabhängig von den Noten.

Hier entscheidet sich künftig, ob die Schüler in den Hauptschul- oder Realschulzweig wechseln. Diese frühe Trennung hat laut Frank Klausing mehrere Vorteile. Zum einen werden die Schüler fast von Anfang an in allen Fächern entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit unterrichtet. Bislang gab es bis Jahrgang sieben nur in den Hauptfächern Englisch, Mathematik und Deutsch eine Unterteilung in eine leistungsschwächere und eine stärkere Gruppe.

Die Schach-AG hatte in der Aula ihr großes Schachfeld ausgebreitet. Leevke hat schon ein bisschen Übung und weiß, wie es geht.
Die Schach-AG hatte in der Aula ihr großes Schachfeld ausgebreitet. Leevke hat schon ein bisschen Übung und weiß, wie es geht. © Melanie Russ

„Man kann alle Schülerinnen und Schüler mit ihren individuellen Leistungsvermögen besser und gezielter abholen“, so Klausing. Die Schwächeren würden intensiver gefördert, die Stärkeren besser gefordert. Insgesamt sei diese Lösung für alle Schüler gerechter.

Am Ende des zehnten Jahrgangs kommt dann quasi alles wieder zusammen. Denn wie der Schulleiter betonte, kann auch im Hauptschulzweig bei entsprechender Leistung ein Realschulabschluss erreicht werden.

Neben der strukturellen Veränderung möchte die Oberschule künftig auch zwei weitere Schwerpunkte setzen. Zum einen möchte sie MINT-Schule werden, also einen stärkeren Fokus auf die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik legen. Ein entsprechender Antrag ist gestellt.

Außerdem möchten die Wagenfelder Ipad-Schule werden, das heißt, ab der siebten Klasse sollen im Unterricht verstärkt Tablets eingebunden werden. Der Start ist für das Schuljahr 2023/24 vorgesehen. Eigentlich hätte dieses Vorhaben schon früher umgesetzt werden sollen, weil aber der Glasfaserausbau hinter dem Zeitplan hinterherhinkt, lässt man sich etwas mehr Zeit. Denn ohne ausreichende Bandbreite mache es keinen Sinn, so Klausing.

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