Flurbereinigungsverfahren schließt ab

„Wagenfeld ist hervorragend aufgestellt“

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Vertreter der am Verfahren beteiligten Behörden sowie der Wagenfelder Teilnehmergemeinschaften stellten sich vor der Abschlussfeier im Central-Hotel an dem Stein, der zur Erinnerung an das Verfahren auf dem Gelände der Auburg aufgestellt wurde, zu einem gemeinsamen Gruppenbild.

Wagenfeld - Das Flurbereinigungsverfahren in Wagenfeld ist beendet – nach 33 Jahren. „Das ist eine lange Zeit, zu lange, denn viele der Männer der ersten Stunde sind nicht mehr unter uns“, betonte Wilhelm Lohaus, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Wagenfeld-Nord, in einer kleinen Feierstunde im Central-Hotel.

Mit dem Ergebnis zeigte sich Lohaus aber sehr zufrieden. Dies taten auch die weiteren Redner, darunter Wilhelm Fenker, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Wagenfeld-Süd, der an den kompletten Ablauf des Verfahrens erinnerte und mit den Worten schloss: „Was lange währt, wird endlich gut.“ 

Christian Schönfelder vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, verdeutlichte, dass eine Flurbereinigung nur zu bewerkstelligen sei, wenn die Behörde die Zustimmung vor Ort habe. Das sei bei der Gemeinde Wagenfeld der Fall gewesen. „Wir sind gerne hier gewesen, denn wir hatten eine gute Zusammenarbeit“, sagte Schönfelder. Mit den Ergebnissen sei er sehr zufrieden. Flurbereinigung gehe nicht nur für die Menschen, sondern nur dir Menschen, unterstrich auch Landrat Cord Bockhop.

Wagenfelds Bürgermeister Matthias Kreye dankte dem „starken Amt“ in Sulingen. „Es ist schon außergewöhnlich, wie dort für den ländlichen Raum gekämpft wird“, so Kreye. Sei Dank galt allen am Verfahren Beteiligten. „Aufwand, Zeit und Gedanken haben sich gelohnt. Wagenfeld ist durch die Flurbereinigung in seiner Infrastruktur hervorragend für die Zukunft aufgestellt“, zeigte er sich überzeugt.

Er hoffe, dass die Zusammenarbeit mit dem Amt in Sulingen bei dem Verfahren in Ströhen erfolgreich weitergeführt werde. „Und ich hoffe, dass auch noch Ströhen-Süd kommt“, wünschte sich der Bürgermeister.

Die Ergebnisse des Flurbereinigungsverfahrens:

Landwirtschaft

Die landwirtschaftlich genutzten Eigentumsflächen wurden großzügig zusammengelegt und unwirtschaftlich geformter Grundbesitz neu geordnet. Das Wegenetz wurde in Teilen neu strukturiert, Die Befestigungen der Wege, und insbesondere deren Tragfähigkeit wurde verbessert und somit an die Anforderungen einer zeitgemäßen Flächenbewirtschaftung angepasst. 

In der Feldlage „Zaunbrinkswiesen“ wurde eine neue Wegeverbindung mit Brücke – lichte Weite zwölf Meter – über die Wagenfelder Aue hergestellt. Außerdem haben die Teilnehmergemeinschaften Flöthebrücken mit lichten Weiten von 1,75 bis 4 Meter neu hergestellt. Die so erreichten Verbesserungen generieren deutliche Zeit- und damit Kostenvorteile für die landwirtschaftlichen Betriebe.

Der zu Beginn der Flurbereinigung vorgesehene, umfassende Ausbau von Flöthe, Wagenfelder Aue und der nachgelagerten Binnenvorflut wurde nicht verwirklicht. Das Gewässernetz ist nur in wenigen Bereichen umgestaltet worden. Zusätzliche Dränvorflut wurde nicht geschaffen, wohl aber eindeutiges Gefälle hergestellt und die Vorflut zur Abführung von Oberflächenwasser aus der Ortslage Wagenfeld verbessert. 

Der Ausbau erfolgte nicht mit dem klassischen Trapezprofil, sondern in naturnaher Bauweise mit variierender Grabensohle und wechselnden Böschungsneigungen. Feuchtbermen und Gewässeraufweitungen wurden angelegt, Böschungen bepflanzt und Gewässerrandstreifen ausgewiesen.

Landwirtschaftliche Betriebe konnten bei der Aufstockung ihres Flächenbestandes unterstützt werden.

Naturschutz

Die Flurbereinigungsverfahren grenzen im Nordosten an das Neustädter und im Süden an das Oppenweher Moor. Beide Moore sind durch Naturschutzverordnungen geschützt. Die Diepholzer Moorniederung – zu denen diese Moore gehören – ist nicht nur ein wichtiger Brutplatz für Vogelarten der offenen Moor-, Heide- und Feuchtwiesenlandschaft, sondern auch ein international bedeutender Rastplatz für Kraniche. Intakte Moore sind außerdem als Kohlenstoffspeicher zur Vermeidung klimaschädlicher Treibhausgase von großer Bedeutung. 

In den direkt angrenzenden Bereichen bestanden erhebliche Nutzungskonflikte zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Auf einer Fläche von etwa 300 Hektar konnten diese Konflikte durch Ankauf, häufig in Verbindung mit der Bereitstellung von Ersatzland durch die Flurbereinigung im Rahmen der Flächenzusammenlegung, reduziert werden.

Kommunale Entwicklung

Am südlichen Ortsrand konnte im Zuge der Flächenzusammenlegung die Trasse für die 1,2 Kilometer lange Verbindungsstraße von der Burlager Straße bis zur B 239 freigetauscht und die Wege- und Gewässerstrukturen in diesem Bereich neu geordnet werden. Fünf Jahre zuvor war der Haßlinger Weg am nördlichen Ortsrand von der Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung ausgebaut und die Linienführung angepasst worden. 

Beide Verbindungen tragen erheblich zur Verkehrsentlastung des Ortskerns bei. Auch die Restaurierung des Herrenhauses an der Auburg – speziell der Außenanlagen – konnte im Rahmen der Flurbereinigung und Dorferneuerung unterstützt werden und somit ein Beitrag zur Erhaltung dieser für die Wagenfelder Geschichte bedeutsamen Anlage geleistet werden.

Landschaftspflege

Als Ausgleich für Flächenversiegelungen im Zuge des Wegebaues und zur Sicherung eines leistungsfähigen Naturhaushaltes konnten diverse Anpflanzungen in Form von Baumreihen, Baumgruppen und Hecken, entlang von Wegen sowie in der Feldflur verwirklicht werden. 

Außerdem wurden Feldgehölze und Feuchtbiotope, teilweise in Verbindung mit Gewässern hergestellt. Schließlich gelang die umfangreiche Ausweisung von Gewässerrandstreifen. Mit diesen Maßnahmen wird ein wesentlicher Beitrag zum dauerhaften Schutz der Ökosysteme geleistet.

hwb/hd

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